Bundesliga-Relegation 2014/15, Relegation
Karlsruher SC
Karlsruhe
1
:
2
nach Verlängerung
1:2 (1:1 0:0)
Hamburger SV
HSV

Hinspiel: 1:1

Ergebnis nach Hin- und Rückspiel: 2:3

20:04 - 48. Spielminute

Gelbe Karte
van der Vaart
HSV

20:12 - 55. Spielminute

Gelbe Karte
M. Diaz
HSV

20:20 - 63. Spielminute

Gelbe Karte
Rajkovic
HSV

20:22 - 66. Spielminute

Spielerwechsel
Stieber
für Holtby
HSV

20:29 - 72. Spielminute

Spielerwechsel
Yabo
für Yamada
Karlsruhe

20:34 - 77. Spielminute

Spielerwechsel
N. Müller
für Olic
HSV

20:34 - 78. Spielminute

Tor 1:0
Yabo
Rechtsschuss
Vorbereitung Hennings
Karlsruhe

20:42 - 86. Spielminute

Spielerwechsel
Kempe
für Max
Karlsruhe

20:42 - 86. Spielminute

Spielerwechsel
Cleber
für Ilicevic
HSV

20:43 - 87. Spielminute

Gelbe Karte
G. Krebs
Karlsruhe

20:45 - 89. Spielminute

Spielerwechsel
Stoll
für G. Krebs
Karlsruhe

20:46 - 90. Spielminute

Gelbe Karte
Meffert
Karlsruhe

20:48 - 90. + 2 Spielminute

Gelbe Karte
Gulde
Karlsruhe

20:47 - 90. + 1 Spielminute

Tor 1:1
M. Diaz
Rechtsschuss
HSV

20:48 - 90. + 2 Spielminute

Gelbe Karte
Beister
HSV

21:06 - 101. Spielminute

Gelbe Karte
Cleber
HSV

21:23 - 115. Spielminute

Tor 1:2
N. Müller
Rechtsschuss
Vorbereitung Cleber
HSV

21:24 - 115. Spielminute

Gelbe Karte
Jiracek
HSV

21:26 - 118. Spielminute

Gelbe Karte
Gordon
Karlsruhe

21:29 - 120. + 1 Spielminute

Gelbe Karte
Nazarov
Karlsruhe

21:32 - 120. + 3 Spielminute

Handelfmeter
Hennings
verschossen
Karlsruhe

KSC

HSV

Hamburg bleibt erstklassig - Karlsruhe in der 2. Liga

Müller reanimiert den Bundesliga-Dino in der Verlängerung

Rafael van der Vaart & Rouwen Hennings

Hamburgs Rafael van der Vaart (l.) verfolgt Karlsruhes Rouwen Hennings (r.). Getty Images

Karlsruhe kompakt, Hamburg spielbestimmend

Nach dem 1:1 im Hinspiel tauschte Karlsruhes Coach Markus Kauczinski zweimal Personal: Auf der Sechs spielte Krebs für den gesperrten Peitz (10. Gelbe), auf der Zehn bekam Yamada den Vorzug vor Yabo (Bank). Hamburgs Trainer Bruno Labbadia musste seine Startelf zwangsläufig auf zwei Positionen wechseln: Rechtsverteidiger Diekmeier und Kapitän van der Vaart spielten für die jeweils gesperrten Kacar und Westermann (beide 5. Gelbe).

Die Marschroute des KSC war schon in den Anfangsminuten unschwer zu erkennen: Bei gegnerischem Ballbesitz zogen sich die Badener sofort kompakt zurück und lauerten in der eigenen Hälfte auf die Angriffe der Hanseaten. Nach der Balleroberung sollte es dann aber schnell mit überfallartigen Kontern nach vorne gehen. Der HSV hatte folglich viel Ballbesitz und gewann die Mehrzahl der Zweikämpfe und zog das Spiel immer wieder bewusst in die Breite. Die Außenverteidiger Diekmeier und Ostrzolek schalteten sich dabei immer wieder abwechselnd offensiv mit ein. Erste Halbchancen resultierten meist nach Flügelangriffen: Ilicevic (5.), Olic (6.) und van der Vaart (11.) suchten den Abschluss.

HSV ohne Ideen gegen den KSC-Beton

Relegation 2014/15

Dieser Taktik blieben beide Mannschaften treu: Karlsruhe zog sich immer wieder wie eine Ziehharmonika zusammen und rührte vor dem eigenen Sechzehner Beton an. Aus einem 4-2-3-1- wurde schnell ein 4-5-1- oder 4-4-1-1-System. Für Hamburg wurde es dadurch zu einer Geduldsprobe: Immer wieder kursierte das Spielgerät mit vielen Kurzpässen in den eigenen Reihen. Weil die Hausherren aber immer wieder kompakt verschoben, blieb meist nur ein Seitenwechsel oder ein langer, diagonaler Ball nach vorne als einzige Optionen. Van der Vaart (26.) verbuchte eine weitere Halbchance, auf der anderen Seite prüfte Yamada, ob der bis dahin beschäftigungslose Torwart Adler noch nicht kalt war (28.).

Das KSC-Bollwerk bröckelte auch in Folge dessen nicht. Dem HSV fehlte es an Kreativität im Mittelfeld sowie an zündenden Ideen, um die gut harmonierende gegnerische Defensive aus den Angeln zu heben. Olic (34.) und Lasogga (39.) verzeichneten weitere Möglichkeiten. Kurz vor dem Pausenpfiff meldete sich auch nochmal Karlsruhe zu Wort: Gordon köpfte einen Freistoß aufs Tordach (45.+1). Torlos ging es in die Pause.

Hamburg macht auf, Joker Yabo trifft

Pierre-Michel Lasogga & Manuel Torres

Kampf um jeden Zentimeter Rasen: Hamburgs Pierre-Michel Lasogga (l.) gegen Karlsruhes Manuel Torres (r.). picture alliance

Nach Wiederbeginn versuchten beide Mannschaften mit mehr Zweikampfhärte ins Spiel zu kommen. An der taktischen Ausrichtung änderte sich hingegen nichts. Van der Vaart verbuchte die einzig nennenswerte Szene nach einem Gegenangriff (51.). Im weiteren Verlauf musste Hamburg die defensiven Schotten immer mehr öffnen, was Karlsruhe offensiv immer präsenter werden ließ: Gordon tippte eine Valentini-Hereingabe knapp neben den Pfosten (63.), Nazarov prüfte Adler aus der Distanz (68.), dann köpfte Gulde eine Nazarov-Ecke aus sieben Metern aufs Tor, doch Diaz rettete gerade noch auf der Linie (69.).

Beide Trainer reagierten nun mit personellen Wechseln. Dabei hatte Kauczinski ein goldenes Händchen und brachte Yabo (72.). Nur sechs Minuten später sollte sein Joker stechen: Hennings chippte ein Zuspiel direkt in den Strafraum in den Lauf von Yabo, der frei vor Adler auftauchte und zum 1:0 einschob (78.).

Diaz rettet den HSV in die Verlängerung

Marcelo Diaz

Marcelo Diaz rettet den Hamburger SV mit diesem Freistoßtreffer in die Verlängerung. Getty Images

Hamburg brauchte nun ein Tor für die Verlängerung und warf dementsprechend alles nach vorne: Lasogga scheiterte erst an Orlishausen (80.), dann am Pfosten (81.), Diekmeiers Nachschuss wurde neben den Kasten abgefälscht (81.). Dann köpfte Djourou eine Van-der-Vaart-Ecke aufs Tor, doch Gulde rettete für seinen geschlagenen Torwart (82.). Der in der selben Minute eingewechselte Cleber nickte einen Freistoß haarscharf am rechten Pfosten vorbei (86.). Der Druck wurde für den KSC nun immer größer. Rajkovic schoss schließlich Meffert aus kurzer Distanz an den Armansatz und bekam einen strittigen Freistoß zugesprochen. Diesen zirkelte Diaz aus 18 Metern zentraler Position passgenau in den linken Winkel - 1:1 (90.+1).

Verlängerung: Müllers Tor bringt den Klassenerhalt

Der Bundesliga-Dino blieb also zunächst am Leben und rettete sich in die Verlängerung, wo das nächste Kapitel eines spannenden Krimis weitergeschrieben wurde. Dieses kam allerdings ohne große Höhepunkte aus: Beide Mannschaften neutralisierten sich im Mittelfeld und gingen nur noch ein dosiertes Risiko ein. Im letzten Spieldrittel gab es auf beiden Seiten viele Fehlpässe zu sehen. Die beste Möglichkeit verzeichnete Nazarov, der vom linken Sechzehnereck nach innen dribbelte und knapp rechts vorbei schoss (103.).

Nicolai Müller

Das Tor zur Bundesliga: Hamburgs Nicolai Müller (l.) trifft zum 2:1 in der Verlängerung. Getty Images

Nach dem letzten Seitenwechsel ging das Belauern weiter. Beide Mannschaften hofften auf Lücken und Fehler im gegnerischen Defensivverbund. Ein Schlupfloch fand dann spät der eingewechselte Stieber, der Cleber in den Strafraum schickte. Der Innenverteidiger legte quer auf den mitgelaufenen Müller, der das Spielgerät aus kurzer Distanz zum 2:1 über die Linie drückte (115.). In dieser Szene stachen alle Joker Labbadias. Der KSC brauchte nun zwei Tore in fünf Minuten und bekam noch einen fragwürdigen Handelfmeter - Hennings traf den angelegten Arm von Djourou - zugesprochen. Hennings trat an, doch scheiterte der Toptorjäger im Unterhaus an Adler. Danach war Schluss.

Die 53. Bundesliga-Saison 2015/16 startet für Hamburg am Wochenende vom 14. bis 17. August 2015. Die 2. Liga beginnt für Karlsruhe bereits vom 24. bis 27. Juli 2015.

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Bilder zur Partie Karlsruher SC - Hamburger SV