Bundesliga

Südkoreas Jungstar Du-Ri Cha kommt Ende Juli

Leverkusen: Horrorvision für Jens Nowotny - Die Neuzugänge sind noch nicht fit

Südkoreas Jungstar Du-Ri Cha kommt Ende Juli

Kapituliert haben sie nicht, die beiden Neuzugänge aus Brasilien. Doch die Augen von Stürmer Franca und Abwehrspieler Juan wurden größer und größer und die Schenkel dicker und dicker angesichts der ungewohnten Belastung. Offensichtlich unterscheidet sich eine Saisonvorbereitung in Deutschland doch um einiges von der in Brasilien. Dazu kam, dass sowohl Franca (lange verletzt) als auch Juan (lange auf Vereinssuche) noch nicht die nötigen Reserven besitzen, um jetzt schon volles Programm gehen zu können. "Sie arbeiten dosiert, die körperlichen Defizite haben sie in Kürze aufgeholt", beruhigt Co-Trainer Peter Hermann.

Die muskulären Probleme in der Wade sind denn auch die einzigen, die Neuzugang Juan noch plagen. "Haus, Auto, Anmeldung, Papiere - alles ist erledigt, meine Frau Monique kommt auch in Kürze, ich kann mich jetzt ganz auf den Fußball konzentrieren", so der Abwehrspieler, der den Sprung in den Kader des Weltmeisters im allerletzten Augenblick verpasste und daheim auf Abruf die Triumphe von Ronaldo und Co. am Fernseher verfolgte. Gemeinsam mit Lucio (der wie die anderen Halbfinalteilnehmer am 26. Juli ins Training einsteigt) soll er in der kommenden Saison das Herzstück der neuformierten Bayer-Abwehr bilden.

Wann der Chef dieses Mannschaftsteils wieder ins Training einsteigen kann, steht dagegen in den Sternen. Jens Nowotny wird am 18. Juli nach Vail/Colorado fliegen, unterzieht sich dort bei Professor Richard Steadman einer Untersuchung. Sollte sich herausstellen, dass das eingerissene Kreuzband des rechten Knies wie erhofft zusammengewachsen ist, kann das "Wiederaufbau"-Programm gestartet werden, Sollte dies nicht der Fall sein, wird es operiert - Nowotnys Genesung würde um zehn Wochen verzögert, eine Rückkehr auf den Rasen noch in diesem Jahr wäre völlig unmöglich. Eine Horrorvision für Jens Nowotny und Klaus Toppmöller, die freilich bis zur Untersuchung nichts anderes tun können als abzuwarten.

Abwarten und Tee trinken heißt es einstweilen auch für Pascal Ojigwe, Frank Hejduk und Anel Dzaka. Deren Berater haben die Genehmigung von Bayer, sich nach neuen Klubs umzuschauen. Im Falle Dzaka ist dies schon gediehen: Ein Ausleihgeschäft mit Alemannia Aachen steht vor der Tür, nachdem Greuther Fürth absprang. Manager Ilja Kaenzig: "Er muss Spielpraxis sammeln!" In Sachen Hejduk gibt es lose Anfragen aus der Bundesliga, für Pascal Ojigwe nicht mal die.

Trotz dieser Verkaufsbemühungen und des doch recht großen Kaders (32 Mann inklusive der Nachwuchsspieler) wird Bayer Ende des Monats noch einmal außerplanmäßig auf dem Transfermarkt tätig. Allerdings geht es bei dieser Personalie mehr um "Entwicklungs- und Starthilfe": Du-Ri Cha, in Deutschland geborener Nationalspieler des WM-Vierten Südkorea, wird dann nach Leverkusen kommen und dort einen Vertrag unterschreiben.

In die Fußstapfen seines berühmten Vaters Bum-Kun Cha (185 Spiele, 52 Tore für Leverkusen, UEFA-Cup-Sieger 1988) allerdings wird er bei Bayer (noch) nicht treten, Du-Ri soll von der Basis Leverkusen aus geholfen werden, im deutschen Fußball Fuß zu fassen. Darauf einigten sich Reiner Calmund und Bum-Kun Cha während der Weltmeisterschaft in Seoul. Der "kleine Cha" ist als einziger südkoreanischer WM-Spieler nicht bei einem Profiklub tätig, spielte bislang für die Universitätsmannschaft in Seoul.

Frank Lußem