WM

"Endlich einmal ins Achtelfinale"

Interview mit Bum-kun Cha:

"Endlich einmal ins Achtelfinale"

kicker: Herr Cha, mit welchen Erwartungen blickt man in Südkorea der WM-Auslosung entgegen?

Bum-kun Cha: Alle Fans hoffen, dass unsere Mannschaft diesmal nur einen Gegner aus Europa zugelost bekommt. Damit wir bei unserer fünften WM-Teilnahme in Folge endlich mal das Achtelfinale erreichen.

kicker: Das Südkorea 1998 auch mit ihnen als Nationaltrainer verfehlt hatte.

Cha: Seit 1986 hatten wir es bei vier Endrunden immer mit zwei europäischen Gruppengegnern zu tun und sind jedes Mal gescheitert.

kicker: Da Deutschland, ebenso wie Südkorea, als Gruppenkopf gesetzt ist, kann es nicht zu einer Neuauflage des Gruppenspiels von 1994 in den USA kommen, als Ihr Team unglücklich mit 2:3 unterlag.

Cha: Schade, doch Deutschland ist völlig zu Recht als Gruppenkopf gesetzt. Hier haben alle aufgeatmet, dass Deutschland und Brasilien doch noch die Qualifikation geschafft haben. Jetzt ist es okay, und nicht nur ich hoffe, dass das deutsche Team in eine der vier Korea- Gruppen gelost und daher in Südkorea Quartier beziehen wird. Der deutsche Fußball genießt bei unseren Fans große Popularität.

kicker: Wofür auch Sie mit Ihren zehn erfolgreichen Bundesliga- Jahren bei Eintracht Frankfurt und Bayer Leverkusen gesorgt haben. Was machen Sie während der Auslosung am Samstag?

Cha: Ich werde die Veranstaltung live aus Busan für MBC, einen unserer drei großen Fernsehsender, kommentieren.

kicker: Anfang der Woche erhielt Ihr 20-jähriger Sohn Du-Ri eine Einladung zum WM-Vorbereitungslehrgang der Nationalmannschaft. Schafft er den Sprung in Südkoreas WM-Aufgebot?

Cha: Er ist ein Offensivspieler, mit ähnlichen körperlichen Voraussetzungen, wie ich sie hatte. Doch er ist besser als ich es war in seinem Alter. Zuletzt kam er bei den beiden Länderspielen gegen Kroatien und dem Test gegen Senegal drei Mal als Einwechselspieler zum Einsatz.

kicker: Zumal er keinen Dolmetscher benötigt, um sich mit eurem holländischen Nationaltrainer Guus Hiddink zu unterhalten.

Cha: Beide sprechen gut Deutsch miteinander. Doch für die WM-Nominierung darf das nicht entscheidend sein. Da zählt nur Leistung.

Interview: Wolfgang Tobien