GP von Großbritannien: Der zehnte WM-Lauf

Silverstone - Der Inbegriff britischen Rennsports

Vorjahressieger: Ferrari-Pilot Sebastian Vettel triumphierte 2018 in Silverstone.

Vorjahressieger: Ferrari-Pilot Sebastian Vettel triumphierte 2018 in Silverstone. picture alliance

Der zehnte Grand Prix der laufenden Formel-1-Saison wird am kommenden Sonntag, 14. Juli 2019, um 15.10 Uhr MESZ (im LIVE!-Ticker bei kicker.de) in England auf der Traditions-Rennstrecke in Silverstone gestartet, dem Geburtsort der Formel 1.

Der britische Mercedes-Fahrer und Lokalmatador Hamilton reist als Gesamtführender der Fahrerwertung mit 197 Zählern zu seinem Heim-Grand-Prix und hat 31 Punkte Vorsprung auf seinen Teamkollegen Valtteri Bottas. Dritter ist Red-Bull-Pilot und Spielberg-Sieger Max Verstappen mit 126 Zählern, gefolgt von Vettel (123).

Die 20 Formel-1-Piloten müssen in Silverstone auf dem 5,891 km langen Kurs mit ihren Boliden insgesamt 52 Runden drehen, die Renndistanz beträgt 306,198 Kilometer.

Historischer Rückblick

Der Kurs in Silverstone hat eine lange Tradition. Silverstone ist der Inbegriff für britischen Rennsport und zugleich der Geburtsort der Formel 1. Am 13. Mai 1950 wurde das erste Formel-1-Rennen auf dieser Strecke veranstaltet. Der Rennkurs, hervorgegangen aus einem ehemaligen Militärflugplatz, war in den vergangenen 69 Jahren aber nicht der einzige Austragungsort des Großen Preises von England. Bis einschließlich 1986 fanden die Rennen auch auf den Kursen in Aintree und Brands Hatch statt.

Erst nach dem schweren Unfall von Jacques Laffite wurde die Berg- und Talbahn in Brands Hatch als zu gefährlich eingestuft und Silverstone bekam den Zuschlag als langfristiger Austragungsort für Formel-1-Rennen. Seit 1987 wurde jedes Jahr ein GP in Silverstone veranstaltet.

Für die Teams war diese Entscheidung von Vorteil, denn die meisten englischen Rennställe haben ihre Fabriken in unmittelbarer Nähe. Deshalb ist Silverstone auch eine beliebte Teststrecke. Der in Northamptonshire gelegene Kurs wurde im Lauf der Jahre immer wieder umgebaut, aus dem ehemaligen Flughafengelände wurde eine professionell betriebene Rennstrecke. Der radikalste Einschnitt wurde 1991 durchgeführt, als die engen Kurven Priory und Luffield modifiziert wurden.

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Silverstone: Red Arrows und viel Rot auf dem Treppchen

2009/10 wurde erneut Hand angelegt. Ab der bisherigen Abbey-Kurve entstand ein 760 Meter langes Stück, eine Art Arena-Komplex.

Die Rekordsieger in Silverstone heißen Jim Clark, der 1962, 1963, 1964, 1965, 1967 siegte, Alain Prost, dessen Triumphe aus den Jahren 1983, 1985, 1989, 1990, 1993 stammen und Hamilton, der 2008 und von 2014 bis 2017 gewann. Es folgt Nigel Mansell mit vier Siegen.

Den Streckenrekord stellte Hamilton im Mercedes im Jahr 2017 auf, als er den Kurs in 1:30,621 Minuten umkurvte und eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 234,025 km/h erzielte.

Die Rennstrecke

Der Kurs in Silverstone

Der Kurs in Silverstone

Die meisten Fahrer mögen Silverstone und kommen gut mit der Strecke zurecht, allerdings schwärmen viele Formel-1-Veteranen noch immer vom Rennkurs in Brands Hatch. Silverstone ist total eben und bietet nicht sehr viele Möglichkeiten zum Überholen. Beliebt ist vor allem die Becketts-Passage, eine schnelle Links-Rechts-Links-Rechts-Kombination, wo die Piloten viel Zeit gutmachen können. Das Kurvengeschlängel lässt dort mehrere verschiedene Linien zu.

Vollgas auf der Hangar Straight

Die besten Überholmöglichkeiten gibt es beim Anbremsen auf die Stowe-Kurve oder vor der Club-Kurve. Vollgas dagegen heißt es auf der Hangar Straight, einer Geraden, die zu den schnellsten Streckenabschnitten im Formel-1-Circuit zählt. Hier sind Geschwindigkeiten von klar über 300 km/h möglich.

Schlechtestens in Erinnerung dürfte allen F1-Fans die Stowe-Kurve sein. Dort rutschte Michael Schumacher 1999 mit hoher Geschwindigkeit durchs Kiesbett und schlug in die Leitplanke ein, wobei er sich das rechte Bein brach und sechs Rennen lang aussetzen musste.

Schon immer war der Faktor Wetter in Silverstone entscheidend. Regengüsse und sonnige Perioden stellen die Fahrer, die Teams und nicht zuletzt die Rennboliden während des Wochenendes in Silverstone vor ungeheuer hohe Belastungsproben. Zumal es sehr schwierig ist, die Autos ideal auf den Rennkurs abzustimmen, da sich extrem schnelle Passagen mit engen Kurven abwechseln. Und wer die Einfahrt in die Kurvenpassagen nicht optimal erwischt, verliert über die Maßen viel Zeit.