2. Bundesliga

1860: Neue Saison, neuer Frust

München: Reuter ist von Kurz überzeugt

1860: Neue Saison, neuer Frust

Marco Kurz

Zum Schreien: Trainer Marco Kurz und seine "Löwen" sind in den Startlöchern hängengeblieben. imago

So ist das in schlechten Zeiten. Zu Wochenbeginn war mal wieder der "Löwen"-Fan an der Grünwalder Straße gefragt. Der hat nämlich nach zwei Niederlagen zum Start schon wieder Riesen-Frust und tat dies auch dementsprechend kund. Ein gefundenes Fressen für den Boulevard - mit großen Fotos und Lettern.

Neun Spiele im Jahr 2008, zwei Siege, dabei nur ein Heimerfolg - die "Löwen"-Seele leidet. Und auch Trainer Marco Kurz. Der 39-Jährige ist seit März 2007 im Amt, doch so ratlos und gezeichnet wie nach der Niederlage gegen Mainz hat man den Ex-Profi selten gesehen. Verliert er auch in Ahlen am Sonntag, hätte er mit 1,20 den schlechtesten Punkteschnitt aller 1860-Trainer nach dem Abstieg 2004. Pikant: Reiner Maurer, Rudi Bommer und auch Walter Schachner wurden allesamt entlassen.

"Wir werden die Kurve schon kriegen"

So weit ist es derzeit noch lange nicht. Stefan Reuter, der Manager, ist weiter vom Trainer überzeugt: "Er ist der Richtige. Wir werden die Kurve schon kriegen." Die Überraschung ob der miserablen Leistung gegen Mainz war dennoch groß. "Dass wir so eine schlechte Leistung vor der Pause abrufen, hätte ich nicht für möglich gehalten - nach dieser Vorbereitung." Er vertraut nun darauf, dass Kurz das vorhandene Potenzial abrufen lässt. An der Kaderqualität will Reuter nichts kritisiert wissen. Er glaubt, mit Beda und Lauth die Mannschaft so verstärkt zu haben, dass zwischen "Platz drei und acht alles möglich" sei. Weiterhin - trotz Platz 18.

Wie soll es besser werden? Die Verunsicherung ist groß. Spieler, die Gewinner der Vorbereitung waren (Ledgerwood, Ghvinianidze, Johnson), mussten nach einer Partie raus und zusehen, dass es ihre Nachfolger nicht viel besser machten. Ungewöhnlich auch, dass die Viererkette gegen Mainz (Thorandt, Berhalter, Beda, Hoffmann) zuvor nur einmal für 45 Minuten (im Test gegen Slavia Sofia) so zusammenspielte. Für Trainer Marco Kurz kein Problem: "Kein eingesetzter Akteur hat auf einer ihm unbekannten Position gespielt." Am System will Kurz nicht rütteln. Die neue Ordnung mit einem Sechser vor der Abwehr hält er für die nach wie vor richtige ("Die Gegentore hatten absolut nichts mit dem System zu tun"). Was Kurz aber ändern will: die Aggressivität auf dem Platz. "Da müssen wir eine Menge zulegen."

Das auch weiterhin ohne Berkant Göktan. Nach einem Erschöpfungssyndrom fällt der Deutsch-Türke nun wegen einer entzündeten Narbe auch in Ahlen aus.

Mounir Zitouni