Bundesliga

Probleme im Modell Klinsmann

München: Wie wird die defensive Zentrale dicht?

Probleme im Modell Klinsmann

Schweinsteiger und Trochwoski

Torschützen unter sich: Bastian Schweinsteiger, der das Premierentor machte, gegen Piotr Trochowski. imago

Die letztjährige Bayern-Dominanz droht der Bundesliga - jedenfalls vorerst - nicht. Die von den Münchner Bossen angekündigten Startschwierigkeiten wurden bestätigt.

Uli Hoeneß begeisterte sich zwar auch am Tag nach dem ersten Auftritt gegen den HSV noch an einem "phantastischen Spiel", vor allem in der ersten Hälfte, die beste Unterhaltung geboten hatte. Aber ein 2:2 nach einer 2:0-Führung "ärgert einen". Vor allem bei der Verteidigung des eigenen Tores haperte es erneut. In der vorigen Saison "war unser Defensivspiel viel besser", sagt Daniel van Buyten. 21 Gegentreffer und 17 gegentorlose Begegnungen belegen seine These. "In diesem Jahr gucken wir nach vorne, vergessen aber unsere Laufwege in der Defensive", sagt der Verteidiger, "diese Sachen haben uns aber stark gemacht." Der Belgier räumt "Schwierigkeiten in der Defensivarbeit" offen ein. Sie sind gewiss der generellen Auffassung von einem offensiven Stil geschuldet, der freilich eine stabile Defensivbasis braucht. Van Buyten verlangt nach "mehr Kompaktheit, mehr Sicherheit", Mark van Bommel kritisiert: "Wir waren nicht so eng am Mann". Und Christian Lells Analyse ist genauso richtig: "Wir sind im Mittelfeld nicht in die Zweikämpfe gekommen."

Jürgen Klinsmann

Licht und Schatten zum Auftakt: Jürgen Klinsmann war nicht zufrieden. imago

Der Rechtsverteidiger spricht da eine wesentliche Frage an: Wird es gelingen, mit der Raute, also mit nur einem defensiven Mittelfeldmann, und überhaupt mit diesem Personal die Zentrale zu verriegeln? Neue Spieler lehnt der Manager ab, weil er weiß, Toni, Ribery, Demichelis und Altintop reimportieren mehr Klasse, die im Angriff ebenfalls nötig ist: Klose schwächelt weiter, Podolski ist zu selten im Strafraum.

Zweifel am Modell Klinsmann lässt Hoeneß zum jetzigen Zeitpunkt zu Recht nicht gelten. "Dieses Spiel gegen den HSV gibt dazu keinen Anlass", sagt er, die Neuerungen in ihrer Vielzahl seien gewöhnungsbedürftig: "Wenn es funktioniert, dann nicht in drei Wochen, sondern in drei Monaten."