Bundesliga

Sprinter Sestak: Mit Sonderprogramm zurück in die Spur

Bochum: Gebrochener Zeh bei Freier

Sprinter Sestak: Mit Sonderprogramm zurück in die Spur

Bochums Stanislav Sestak

Mit Sonderschichten zur alten Form? Bochums Stanislav Sestak. imago

"Wenn du in den ersten Spielen nicht gleich triffst, dann wirst du etwas nachdenklich", gibt Sestak zu. Gerade der Slowake lebt besonders von seiner Spritzigkeit und von seinem schnellen Antritt, der naturgemäß nach hartem Übungsprogramm zunächst noch nicht zu besichtigen war. "Wir wissen, dass er mehr kann, als er in den ersten Spielen gezeigt hat", bestätigt Co-Trainer Frank Heinemann.

Grundsätzliche Zweifel daran, dass Sestak nach einer furiosen ersten Saison in der Bundesliga mit 13 Toren und neun Assists noch zulegen kann, bestehen indes beim Trainerteam nicht. "Ich sehe bei ihm noch deutliches Steigerungspotenzial", betont Koller. "Jetzt kennt er die Liga noch besser und weiß, was gefordert ist." Allerdings können sich nun auch die Abwehrspieler besser auf Sestak einstellen, der schon in der Rückrunde phasenweise weit von seiner Topform entfernt war, sich aber aus dem Tief herauskämpfte. Die Historie zeigt allerdings, dass es VfL-Torjägern zuletzt nie gelang, ein erfolgreiches Jahr zu bestätigen. Thomas Christiansen, 2003 Torschützenkönig mit 21 Treffern, war anschließend für Hannover nur neunmal erfolgreich. Vahid Hashemian wechselte 2004 nach 16 Toren für Bochum zu den Bayern, war dort aber Reservist. Und Theofanis Gekas, 2007 Klassenbester mit 20 "Einschlägen", blieb in der vorigen Saison in Leverkusen mit elf Treffern unter seinen Möglichkeiten.

Diesen Trend sollte Sestak unterbrechen können, auch weil er künftig mit größerer Unterstützung aus den eigenen Reihen rechnen darf. "Wir sind offensiv noch besser besetzt, das macht es auch für mich einfacher", findet der 25-Jährige. Die Wintereinkäufe Ono und Azaouagh, dazu Freier; das sind Leute, die den pfeilschnellen Angreifer bestens einsetzen können.

Paul Freier allerdings kann dies in absehbarer Zeit nicht. Ein gebrochener Zeh am rechten Fuß, zunächst als unbedeutend eingestuft, macht Probleme. Erst war von zwei, drei Tagen Pause die Rede; jetzt brach der Rückkehrer erste Versuche ab. "Laufen hat noch keinen Zweck", gibt der Offensivmann zu, dem Koller eine Pause verordnet. Sogar bis zum Pokalspiel in Münster am 8. August, so Koller, werde es eng.

Oliver Bitter