RW Oberhausen: Eingespieltes Team

Taktisches Können als Trumpf

Trainer Jürgen Luginger

"Wir werden bestimmt nicht unterschätzt": Trainer Jürgen Luginger warnt sein Team. dpa

Kommen und Gehen

RWO hat den Aufstiegskader nahezu komplett gehalten. Die Abgänge sind Spieler, die zum größten Teil Ergänzungsspieler waren: Fronczyk (Tor), Ibrahim und Schäper (beide Abwehr), Tennagels (Mittelfeld) sowie Delic (Angriff). Gekommen sind acht Neue: Pirson (Tor), Falkenberg und Westphal für die Abwehr, Stoppelkamp, Kiskanc und Schüßler für das Mittelfeld sowie die Angreifer Nöthe und Luz. Alles ging ablösefrei, wobei Falkenberg (Bayer Leverkusen) und Nöthe (Borussia Dortmund) ausgeliehen sind.

Tests und Tore

Auf hochkarätige Gegner verzichtete Trainer Jürgen Luginger bewusst. Gegen unterklassige Teams gab es standesgemäße, teils sehr hohe Siege. Regionalligist Magdeburg wurde knapp mit 2:1 bezwungen, der Vergleich mit Drittligist VfB Stuttgart II endete 1:1. Überzeugend das 3:1 gegen den usbekischen Erstligisten Termez Surkhan.

Stärken und Schwächen

Die Stammspieler des letzten Jahres wurden gehalten. RWO verfügt über ein eingespieltes Team. Zu den Zugängen sagt Jürgen Luginger: "Sie passen sportlich wie menschlich." Die junge Elf verblüffte in der letzten Saison durch ihre taktische Intelligenz, die es ihr erlaubte, auf veränderte Situationen rasch zu reagieren. Momentan lassen sich zwei Schwächen benennen: Spielt RWO nach vorn, wird nicht schnell genug nachgerückt. Verteidigt RWO, gibt es bisweilen Probleme mit dem Einrücken.

System und Taktik

Grundsysteme sind 4-4-2 und 3-5-2, wobei Coach Luginger von Zahlenspielen nicht viel hält. Knackpunkt ist die Mittelfeldreihe, die zunächst gegnerabhängig besetzt werden soll. Insgesamt will Luginger aber offensiv nach vorne spielen lassen.

Trainer und Umfeld

Jürgen Luginger kennt den Verein aus dem Eff-Eff: sieben Jahre Spieler, ein Jahr Co-Trainer, ein Jahr Sportlicher Leiter, jetzt Cheftrainer. Mit Oliver Adler hat er einen Co-Trainer zur Seite, der in Oberhausen Kult-Status genießt. Aufstiegstrainer Günter Bruns hält ihnen als neuer Sportlicher Leiter den Rücken frei. Das altehrwürdige Stadion Nieder. rhein ist für die neue Saison fitgemacht worden - unter anderem durch eine Rasenheizung.

Stimmen und Stimmungen

"Wir werden bestimmt nicht unterschätzt", hat Luginger schon vor Wochen davor gewarnt, man käme leichter zu Punkten, weil vermeintlich "Große" den Neuling nicht ganz ernst nähmen. Mit Vorstand und Management gibt er das Ziel aus: "Wir wollen mit dem Abstieg nichts zu tun haben." Das entspricht auch der Stimmungslage der Anhänger, die gleichwohl ein wenig träumen, nach dem Motto: Was Hoffenheim kann, können wir doch auch.

Fazit und Prognose

RWO ist in jeder Hinsicht gut aufgestellt. Das Saisonziel Klassenerhalt ist im Bereich des Möglichen, vielleicht sogar noch mehr. Tendenz: Platz 10-15.

Gustav Wentz