2. Bundesliga

"Ich gebe mich nicht geschlagen"

Ingolstadt: Interview mit Andreas Neuendorf

"Ich gebe mich nicht geschlagen"

Zecke Neuendorf

Kämpferischer Realist: Zecke Neuendorf weiß, dass er keinen Stammplatz in Ingolstadt hat. imago

kicker: Herr Neuendorf, wie geht es Ihnen nach Ihrem Seuchenjahr mit nur acht Einsätzen in der Regionalliga - wie sehr schlauchen die harten Trainingseinheiten?

Andreas "Zecke" Neuendorf: Grundsätzlich ist für mich jeder Trainingstag ein schöner Tag. Ich werde ja auch immer noch etwas nachbehandelt. Körperlich geht aber eigentlich alles, ich habe bislang erst eine Einheit verpasst.

kicker: Sie haben gesagt, Sie wollen in der kommenden Saison so fit sein wie noch nie

Neuendorf: Und da gehört einiges dazu, gerade, wenn man älter wird. In der vergangenen Saison hat man mich am Wochenende nach den Spielen vielleicht auch mal abends in der Stadt getroffen, weil ich verletzt war und ohnehin nicht so viel beisteuern konnte. Das wird diese Saison anders sein.

kicker: In den bisherigen Tests haben Sie mal als Zehner gespielt, mal auf der linken Seite. Wie wird Ihre Aufgabe nun während der Zweitliga-saison aussehen?

Neuendorf: Mit Stefan Leitl haben wir einen Bombenmann für die "Zehn", aus meiner Sicht ist er gesetzt. Mir würde es entgegenkommen, wenn wir nicht immer mit dem 4-4-2-System spielen würden und vielleicht noch einen Offensiven mehr auf dem Platz hätten.

kicker: Sie spekulieren auf die Position direkt hinter den Spitzen.

Neuendorf: Ja, genau! Aber das wird ein harter Kampf für mich. Ich gebe mich da nicht geschlagen, will mich noch mal beweisen. Anderen brauche ich nichts mehr zeigen - da geht es um mich. Aber ich muss wohl einen Hattrick machen, wenn ich spielen will.

kicker: Grundsätzlich: Bleibt es dabei, dass dies Ihre letzte Saison wird und Sie in einem Jahr wieder in Berlin sind?

Neuendorf: Ja, hier in Ingolstadt will ich aufhören mit Fußballspielen. Und Berlin ist nun mal meine Heimat, da lebt auch mein Sohn. Obwohl es mir Ingolstadt schon schwermacht, es ist wirklich eine schöne Stadt.

kicker: Insgesamt sind Sie nun seit 13 Jahren Bundesligaprofi...

Neuendorf: Na ja, wenn man die ganzen Leisten-Operationen abzieht, waren es vielleicht zehn.

kicker: Und wie soll nun Ihre letzte Saison als Profi ablaufen?

Neuendorf: Ich möchte einfach Spaß haben. Ich möchte aber auch hart arbeiten und viele Spiele gewinnen. Ganz einfach.

kicker: Sonst haben Sie keine besonderen Wünsche?

Neuendorf: Für mich wird es eine Freude sein, die Jungs zu begleiten, ihnen vielleicht das ein oder andere Mal den Druck zu nehmen. Und dann schauen wir mal. Ich würde mich freuen, wenn wir schönen Fußball abliefern, und die Leute über uns vielleicht mal so reden, wie früher über den SC Freiburg.

Interview: Norbert Roth