Frankfurt: Bruchhagen und Funkel sauer auf Caio

"Ein Riesenärgernis"

Caio

Er ist gar nicht fit: Caio. imago

Durch die Verletzungen von Markus Pröll (Sprunggelenks-OP) und Jan Zimmermann (Rippenbruch) müsste die Eintracht mit dem jungen Frank Lehmann (19) auf der Bank in die neue Bundesligasaison gehen. Der Zugang von VfB Stuttgart II war als Ersatzkeeper für die Regionalligamannschaft vorgesehen und ist nur die etatmäßige Nummer 4 in der Torwart-Hierarchie.

Sollte jetzt noch Oka Nikolov ausfallen, müsste er plötzlich das Bundesligator hüten. "Es besteht ein gewisses Risiko", weiß Bruchhagen. Trainer Friedhelm Funkel tendiert hingegen dazu, "keinen weiteren Schlussmann zu holen". Die Rückkehr von Pröll und Zimmermann sei absehbar, auch wenn bei Letzterem die Rippe schlechter verheilt als erhofft. Zudem will Funkel Lehmann in den Testspielen begutachten, ließ ihn beim 4:0 gegen den österreichischen Regionalligisten WAC/St. Andrä erstmals durchspielen. "Viele Gelegenheiten, sich auszuzeichnen, hatte er jedoch nicht", meint der Coach.

Nur in Zivil saß Eintracht-Sorgenkind Caio auf der Bank. Leichte Probleme am Schienbein seien dafür ausschlaggebend gewesen. Sie rührten von der Belastung der vergangenen zwei Wochen, in denen Caio einen Teil des Rückstandes aufholen sollte, den er seit dem Ende des Brasilien-Urlaubs mit sich herumschleppt. Fortschritte sind kaum zu erkennen. Auch den zweiten Laktattest brach der Spielmacher frühzeitig ab, diesmal sogar noch eine Runde früher als beim ersten Versuch. "Es ist auch eine Willenssache", ärgert sich Funkel über die Einstellung der Neuerwerbung des vergangenen Winters, die schon in der Rückrunde viele Wünsche offen ließ.

"Es bleibt uns gar nichts anderen übrig, als weiterhin Geduld zu haben, individuell mit ihm zu trainieren und ihn soweit wie möglich heranzuführen", betont Bruchhagen. "Es ist ein Riesenärgernis, wenn die größte Investition, die wir getätigt haben, sich nicht auf dem Spielfeld wiederfindet. Es ist für alle unerfreulich", wettert der Boss der Eintracht, die im Januar 3,8 Millionen Euro für den Mann von Palmeiras Sao Paulo hingeblättert hatte, so viel wie für keinen Spieler zuvor. Daran, Caio abzugeben, vielleicht auch nur auf Leihbasis, "verschwenden wir aber keinen Gedanken", beteuert Bruchhagen.

Michael Ebert