Bundesliga Analyse

Bundesliga 1997/98, 26. Spieltag

SPIELBERICHT

Spieler des Spiels

Oliver Kahn Tor

1
Spielnote

4
Tore und Karten

Tore Fehlanzeige

Bayern

Kahn 1 - Matthäus 3 , Babbel 4,5, Helmer 3,5 - Basler , Hamann 4,5, C. Nerlinger 4,5, Tarnat 5 , Scholl 3 - Rizzitelli 5, Elber 4,5

Bochum

Th. Ernst 2 - Dickhaut 3 , Mamic 2,5, Waldoch 3 - Reis 3 , Schreiber 3,5, A. Sundermann 3, Hofmann 2, Wosz 3 , Baluszynski 5 - Donkov 5

Schiedsrichter-Team

Torsten Koop Lüttenmark

2,5
Spielinfo

Stadion

Olympiastadion

Zuschauer

49.000

Bayern-Trainer Trapattoni ließ Scholl und Basler von Beginn an spielen, Zickler und Strunz mußten zurück auf die Bank. Dort saß auch Fink, weil Matthäus wieder den Libero-Part übernahm und Helmer die Rolle des Manndeckers. Im Angriff vertrat Rizzitelli den gelbgesperrten Jancker. Bei Bochum kam Schreiber für den gelbgesperrten Michalke ins Team. Zudem nominierte Trainer Toppmöller Baluszynski statt Gülünoglu. Eine Halbzeit lang war das Münchner Bemühen um Korrektur der jüngsten Pleiten erkennbar. Vor allem die arg geprügelten Basler über rechts (bis zu seiner Verletzung) und der über 90 Minuten höchst engagierte, aber glücklose Scholl in der offensiven Zentrale kurbelten die Angriffe der zunächst lauf- und einsatzfreudigen Bayern an. Auch Libero Matthäus sowie die Decker Babbel und Helmer schalteten sich situationsbedingt ein. Daß der geballte Bayern-Wille wirkungslos verpuffte, hatte diese Gründe: Die harmlosen Spitzen Rizzitelli und (außer zwei Szenen) Elber waren bei Waldoch und Dickhaut komplett abgemeldet. Nach Baslers Ausscheiden ging über beide Flügel nichts mehr. Den Bayern fehlten die fußballtechnischen Mittel, um den sich extrem, inklusive der Offensivabteilung (Wosz, Baluszynski, Donkov), zurückziehenden Bochumer Mannschaftsverbund mit direktem Kurzpaßspiel zu durchlöchern. Statt dessen versuchten es die Münchner nach der Pause zu oft mit langen Bällen. Oder mit Einzelaktionen, die die Bochumer im direkten Duell stoppten. Der VfL baute eine Halbzeit lang ein Bollwerk 30 Meter vor dem eigenen Tor auf und beschränkte sich allein darauf, das Spiel der Bayern zu ersticken. Auch günstigste Kontersituationen verlockten die Gäste nicht dazu, kompakt aufzurücken. So war das Offensiv-Dreieck des VfL mit nur einer echten Spitze und ohne Unterstützung überfordert. Gegen die nach einer Stunde körperlich abbauenden Gastgeber wagten sich die frischen und blitzschnell kombinierenden Bochumer immer häufiger und kesser aus ihrem Defensivbereich. Eingeleitet vom umsichtigen Abwehrchef Mamic (oft vor der Deckung), liefen die Attaken zielstrebig über den technisch starken Wosz, über Bochums Besten, Hofmann, sowie über die schnellen, ballgewandten Einwechselspieler Bastürk und Buckley. Allein die Chancen wurden in den letzten 20 Minuten kläglich versiebt. Vier Riesenmöglichkeiten ließen die Bochumer ungenutzt: Entweder überhastet (Wosz), unglücklich (Schreiber) oder weil sie, wie Reis, Buckley, Hofmann, am großartigen Torwart Kahn scheiterten.