Wohin mit dem Münchner? Wie entscheidet Löw?

Lahm will nach rechts!

Philipp Lahm

Rätselt noch über seine Position: Außenverteidiger Philipp Lahm. dpa

Diese Übereinstimmung mit dem neuen Chef spielte durchaus eine gewichtige Rolle bei Lahms Entscheidung, seinen Vertrag in München doch bis 2012 zu verlängern. Klinsmanns Nachfolger als Bundestrainer, Joachim Löw, hat sich dagegen noch nicht festgelegt. Lahm: "Ich weiß bisher nicht, ob ich bei der EM links oder rechts spielen werde. Aber der Trainer wird es mir schon rechtzeitig mitteilen."

"Ich spiele lieber rechts!"

Zum Problem, betont Lahm, wolle er diese Frage nicht stilisieren: "Wir haben verschiedene Möglichkeiten, und das ist gut so." Seine Präferenz gibt er aber auch im Hinblick auf die bevorstehende EURO klar zu verstehen: "Ich spiele lieber rechts!" Ob Löw das Ansinnen Lahms erfüllen wird, ist vor allem für zwei Teamkollegen von weitreichender Bedeutung: Sowohl für Arne Friedrich (28) als auch für Marcell Jansen (22) entscheidet Lahms Position über die Frage nach Stammplatz oder Reservistenrolle.

Zum Thema

Während der WM 2006 war die Aufgabenteilung klar festgelegt: Friedrich verteidigte rechts, Lahm links. "Damit waren wir ganz erfolgreich", hält der Berliner fest, weiß aber auch, dass er aus diesem Umstand zwei Jahre später keine Ansprüche mehr ableiten darf: "Ich bin erst mal froh, überhaupt dabeizusein. Das ist heute nicht mehr selbstverständlich. Andere Spieler, die dachten, sie hätten ihren Platz im Kader, hat es auch getroffen."

Ob ihm während der EURO das Dasein des Bankdrückers droht, vermag Friedrich nicht einzuschätzen: "Ich lasse mich überraschen. Ich habe absolut keine Ahnung, was der Trainer plant." Die bisherigen Trainingseindrücke auf Mallorca geben jedenfalls noch keinerlei Aufschluss. Bei den Taktikübungen am Freitag agierte Lahm auf rechts, tags darauf Friedrich. Am Sonntag wieder Lahm, Friedrich fehlte wegen Magen-Darm-Problemen.

Jansens Standing ist enorm gestiegen

Außer Zweifel steht: Jansen, 2006 als reiner Lehrling im WM-Kader und nur im Spiel um Platz drei gegen Portugal (3:1) eingesetzt, hat sein Standing seitdem enorm verbessert. Seit Löws Amtsübernahme nach dem "Sommermärchen" lief die Flügelzange Friedrich/Lahm nur noch zweimal auf (jeweils 2007, beim 3:1 gegen die Schweiz im Februar und beim 4:0 gegen Zypern im November). Auf die Kombination Lahm/Jansen vertraute Löw dagegen siebenmal - alle sieben Partien wurden gewonnen! Unter anderem überzeugte die Viererkette Lahm, Mertesacker, Metzelder, Jansen beim 2:1 in Tschechien am 24. März 2007, das als bislang beste Partie unter Löws Regie gilt. Und auch beim jüngsten Test, dem 4:0 bei WM-Gastgeber Schweiz vor rund zwei Monaten, empfahl sich diese Verteidigungsformation.

Wird Friedrich zum Härtefall?

"Ich schaue nur auf mich und gebe Gas, alles weitere entscheidet der Bundestrainer", sagt Jansen. Im Moment spricht einiges dafür, dass er dem gelassen entgegensehen kann. Liefert Jansen keinen Anlass, ihn außen vor zu lassen, dürfte Lahm wohl auf seiner Lieblingsposition ran, wird Friedrich zum Härtefall. Das war er auch vor der WM 2006. Im vorletzten Test gegen Japan musste er zuschauen, Jansen stand in der Anfangself. Bei Turnierbeginn wars indes andersrum.