Bundesliga Analyse

Bundesliga 1997/98, 20. Spieltag
Bundesliga

SPIELBERICHT

SPIELBERICHT

Spieler des Spiels

Yuriy Maksymov Mittelfeld

2,5
Spielnote

5
Tore und Karten

0:1 Maksymov (57', C. Brand)

TSV 1860

D. Hoffmann 3,5 - Greilich 4, Stevic 3,5, Kientz 4 - Hasi 3,5, Malz 5 , Cerny 5, Abedi Pelé 3,5, Heldt 3 - Ouakili 5, Borimirov 5

Bremen

Reck 2,5 - Wicky 3, Wiedener 3, Todt 2,5 - Eilts 3,5, Skripnik 4, T. Wolter 4,5, Maksymov 2,5 , C. Brand 3,5 - Frings 5 , M. Bode 4,5

Schiedsrichter-Team

Lutz Wagner Kriftel

3
Spielinfo

Stadion

Olympiastadion

Zuschauer

24.500

Kampf und Krampf dominierten das Abstiegsduell, in dem beiden Mannschaften deutlich die Angst vor der Niederlage anzumerken war. Riskante und damit überraschende Aktionen gehörten weder beim TSV 1860 noch beim SV Werder zum Repertoire, bevorzugt wurde der Sicherheitspaß. So war es kein Wunder, daß das einzige Tor nach einer Standardsituation (Brands Eckball) fiel. Werder-Trainer Sidka mußte im Vergleich zum 2:1-Erfolg in Rostock nur auf den an der Leiste verletzten Ramzy verzichten, konnte dadurch aber Eilts (Gelb- Sperre abgesessen) nahtlos einbauen. Für Ramzy rückte Todt auf den Manndeckerposten, während Eilts defensiv zentral gegen Abédi Pelé spielte. Größere Umstellungsprobleme hatte Werner Lorant, der gleich vier Spieler, die in Karlsruhe ein 0:0 ertrotzten, ersetzen mußte. Greilich begann für den verletzten Gorges (Adduktorenzerrung), die gelb-gesperrten Jeremies und Winkler wurden durch Hasi und Borimirov ersetzt, während Malz für den angeschlagenen Bender (Probleme an der Achillessehne) einlaufen durfte. Abwehrchef war diesmal Stevic, der den ungewohnten Part nach anfänglichen Schwierigkeiten sehr ordentlich absolvierte. Fach war nicht mehr rechtzeitig fit geworden. Größtes Manko im 60er-Spiel war das Fehlen eines abgezockten Strafraumstürmers. Borimirov und Ouakili fühlen sich ganz vorne nicht wohl, Bodden mühte sich später nach Kräften, ihm fehlt wegen seiner körperlichen Defizite jedoch mindestens 30 bis 40 Prozent seiner Durchschlagskraft. So taten sich die Bremer relativ leicht, mit einer stabilen, massierten Abwehr die umständlich agierenden Gastgeber weitgehend zu beherrschen. Die Manndecker Todt und Wiedener hatten ihre Gegenspieler Borimirov und Ouakili sicher im Griff. Skripnik gewährte Cerny kaum Spielraum, wobei der Österreicher immerhin eine (seine einzige) dicke Einschußmöglichkeit nahezu kläglich vergab. Weil auch die offensiven Mittelfeldspieler Brand und Maximow, sowie die Stürmer Bode und Frings nach hinten arbeiteten, kamen die Münchner insgesamt nur zu drei echten Torchancen. Bis zur Schlußphase hatte Werder auch nicht mehr Möglichkeiten, erst als München den Libero auflöste und in der Abwehr eins gegen eins spielte, ergaben sich drei gute Konterchancen. Entscheidend in diesem niveauarmen Spiel war letztlich eine Szene, in der sich der auffällige und erfahrene Maximow im Luftkampf gegen den kopfballschwachen Malz durchsetzte. Die Einstellung stimmte auf beiden Seiten. Daß beide Teams über den Kampf nicht zu einer spielerischen Linie fanden, lag am fehlenden Selbstwertgefühl und sehr vorsichtiger Taktik - weniger am schmierigen Rasen.