Bundesliga Analyse

Bundesliga 1997/98, 14. Spieltag

SPIELBERICHT

Spieler des Spiels

Uwe Kamps Tor

1,5
Spielnote

2
Tore und Karten

1:0 Paßlack (4', Pflipsen)

1:1 Booth (16', Heinrich)

Gladbach

Kamps 1,5 - Paßlack 3 , Klinkert 3,5, Andersson 2, M. Schneider 3 - Effenberg 5 , Lupescu 4,5, Witeczek 2, Pflipsen 3 - Pettersson 4, P. Pedersen 3

Dortmund

Klos 2,5 - S. Reuter 3 , Feiersinger 3, Julio Cesar 3 - S. Freund 4 , Kirovski 3,5, Paulo Sousa 2 , Heinrich 2,5 , But 2,5, Möller 2,5 - Booth 3

Schiedsrichter-Team

Dr. Franz-Xaver Wack Biberbach

3,5
Spielinfo

Stadion

Bökelbergstadion

Zuschauer

34.500 (ausverkauft)

Borussia gegen Borussia - das war ein Spiel mit viel Spannung, spielerischen Höhepunkten und reichlich Torszenen mit einem letztlich gerechten Unentschieden. Hatten die Gäste vor dem Wechsel das Spiel klar diktiert, so fanden sich die Gladbacher im zweiten Durchgang besser zurecht und hätten durchaus noch gewinnen können. Bei den Gastgebern ersetzte Lupescu den verletzten Hochstätter, der BVB startete mit umgekrempelter Mannschaft: Booth spielte für den verletzten Chapuisat als einzige Spitze, Kirovski übernahm anstelle von Timm die rechte Außenbahn, und Freund, der für Lambert kam, heftete sich meist an die Fersen von Regisseur Pflipsen, wenn auch nur in Ansätzen mit Erfolg. Zwar ging Gladbach durch Paßlacks feinen Kopfball nach Reuters Stellungsfehler schnell in Führung, doch der frühe Treffer beflügelte nur die Dortmunder, die mit schnellen Kombinationen den Gegner durcheinanderwirbelten. Der glänzende Sousa, der agile But und der umsichtige Möller entfachten mächtigen Druck, dem die Gastgeber nicht lange standhielten. Denn für Entlastung sorgte Gladbach nur sporadisch, spielte allzu behäbig und durchsichtig, und nur der glänzende Uwe Kamps verhinderte größeres Unheil. Auffällig die schlechte Raumaufteilung im Gladbacher Mittelfeld, in dem Effenberg überhaupt nicht zur Geltung kam und Lupescu große Probleme hatte. Meist waren die Gastgeber viel zu weit von ihren Gegenspielern entfernt, um entscheidend zu stören. Die Dortmunder gewannen die weitaus meisten Zweikämpfe, standen im Dreier- Deckungsverband sehr sicher und schufen in Ballnähe immer wieder Überzahl. Im Wechsel schalteten sich Feiersinger, Reuter oder Cesar in die Angriffe ein, weil sie in der Abwehr nur selten ernsthaft beschäftigt wurden. Der fleißige Heinrich, der sich mit Paßlack sehenswerte Duelle lieferte, setzte am Flügel Akzente, der BVB ließ mit flotten Ballstafetten immer wieder den Gegner ins Leere laufen, der sich weit zurückzog, ängstlich und umständlich wirkte. Erst mit der Einwechslung des forschen Ketelaer für Effenberg (Rückenbeschwerden) bekamen die Gladbacher das Spiel in den Griff. Der junge Linksfüßer und auch Witeczek, der auf die halbrechte Seite wechselte, trieben nun ihr Team nach vorne. Mit gelungener Abstimmung im Mittelfeld gewannen jetzt die Gastgeber die Oberhand, gingen entschlossener in die Zweikämpfe und hatten bei großen Chancen (Pettersson, Ketelaer) sogar noch den Sieg vor Augen.