100 Jahre kicker

100 Jahre kicker: 1953 - Rot-Weiss Essen erster DFB-Pokalsieger

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1953 - Essen triumphiert im Pokal trotz rausgesprungener Kniescheibe

So sehen erschöpfte Sieger aus: Die Essener Clemens Wientjes (li.), August Gottschalk (re.) und dazwischen Helmut Rahn. picture-alliance

Zunächst also die Essener am Drücker, und so fiel nach 32 Minuten die Führung für die Rot-Weissen. Willi Köchling passte über 50 Meter zu Franz Islacker, den alle "Penny" riefen. Der überlistete Torwart Heinrichs mit einem Lupfer und war damit der erste Torschütze in einem DFB-Pokalfinale.

Kurz vor dem Seitenwechsel die große Chance für die Aachener, doch Essens Heinz Wewers rettete auf der Linie für seinen schon geschlagenen Torhüter Herkenrath. "Aachen machte mächtig Druck, wir hatten ganz schön zu tun bei dieser Affenhitze", gestand Heinz Wewers.

Die Alemannia im Vorwärtsgang, "aber im Angriff fehlte der Regisseur und der Vollstrecker. Diese Doppel-Aufgabe ist selbst für den talentierten Derwall zu groß", befand das Sport Magazin. Stattdessen schlugen wieder die Essener zu: Jung-Nationalspieler Helmut Rahn, damals 23, dribbelte sich durch die Reihen und schloss mit einem sehenswerten Schuss aus 18 Metern zum 2:0 ab, ganz ähnlich, wie er es fast ein Jahr später in Bern tun sollte ...

Aber die Aachener gaben sich noch nicht geschlagen. Überraschend zog aus 25 Metern der spätere Bundestrainer Jupp Derwall ab und ließ Herkenrath keine Chance. Nun wurde es eng für die Essener, und auf beiden Seiten gab es erste Leidtragende. Torschütze Islacker war die Kniescheibe rausgesprungen, er hielt aber ebenso durch wie der angeschlagene Termath. Auf der anderen Seite wurde Derwall sogar zunächst verletzt vom Platz getragen, kam aber wieder, zwischendurch verhinderte Herkenrath noch mehrmals den Ausgleich. Essen setzte sich mit Mühe durch und trug sich als erster Klub in die Siegerliste des DFB-Pokals ein.

"Jahnels Regie, Rahns Rasanz und Herkenraths Paraden sicherten Essens Sieg", schrieb das Sport-Magazin damals. Und "Penny" Islacker sicherte sich einen ganz besonderen Platz als erster Torschütze in einem Pokalfinale.

Oliver Bitter

1953: Was sonst noch geschah ...

Meister: 1. FC Kaiserslautern (nach 4:1 gegen den VfB Stuttgart)

Pokal: Rot-Weiß Essen (nach 2:1 gegen Alemannia Achen)

DDR: SG Dynamo Dresden (Meister), Pokalwettbewerb wurde wegen Volksaufstand unterbrochen, 1954 fortgesetzt, Torschützenkönig: Harry Arlt (SC Einheit Dresden, 26 Tore)

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