100 Jahre kicker

1949 - Die DDR-Oberliga wird gegründet - erster Meister Zwickau

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1949 - Die DDR-Oberliga wird gegründet - erster Meister Zwickau

Rekordtorjäger der DDR-Oberliga: Magdeburgs Joachim Streich.

Rekordtorjäger der DDR-Oberliga: Magdeburgs Joachim Streich. imago images

Fußball im geteilten Deutschland der Nachkriegszeit: Nachdem im Osten bereits zwei Zonen-Meisterschaften ausgespielt worden waren, rollte der Ball ab September 1949 erstmals in einer DDR-Liga - sogar einige Wochen bevor der Staat überhaupt offiziell gegründet wurde. Daher hieß die spätere Oberliga in ihrer ersten Saison nach dem Deutschen Sportausschuss noch DS-Liga.

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Alle Spielzeiten der DDR-Oberliga von 1949/50 bis 1989/90 zum Durchklicken

Die ZSG Horch Zwickau, später BSG Motor Zwickau, BSG Sachsenring Zwickau und heute FSV Zwickau, krönte sich 1949/50 zum ersten DDR-Meister. 182 Oberliga-Spiele wurden in der Premieren-Spielzeit von durchschnittlich 10.096 Zuschauern besucht, pro Partie fielen 3,67 Tore - nie war die DDR-Oberliga so torreich wie in ihren ersten zwei Jahren.

Die letzten DDR-Oberligisten - was machen sie heute?

Rekorde: Vogel, Streich und der BFC Dynamo

Rekordspieler der Liga ist und bleibt Angreifer Eberhard Vogel, der 440-mal für Karl-Marx-Stadt (heute Chemnitz) und Jena auflief - keiner traf so oft wie Magdeburgs Joachim Streich (zuvor Rostock, 229 Tore). Berühmt-berüchtiger Rekord- und Serienmeister war zwischen 1979 und 1988 zehnmal hintereinander der als Stasi-Klub verschriene und nachweislich bevorzugte BFC Dynamo aus Berlin. Der letzte DDR-Meister hieß 1991 - bereits nach der Wiedervereinigung - allerdings Hansa Rostock.

Auch wenn der Fußball im medaillenfixierten Sportsystem der DDR nicht den höchsten Stellenwert genoss, traten die Ost-Vereine - inklusive strengster Überwachung, dennoch aber mancher West-Flucht - auch international immer wieder in Erscheinung.

Einziger Europapokalsieger Magdeburg

Das "Wunder von der Grotenburg"

Wie etwa Dynamo Dresden beim "Wunder von der Grotenburg" 1986 gegen Bayer Uerdingen, der BFC Dynamo 1988 gegen Werder Bremen und natürlich der 1. FC Magdeburg 1974 gegen AC Mailand im Endspiel des Europapokals der Pokalsieger - der erste und einzige Europapokal-Triumph der DDR-Geschichte.

Im Sommer 1991, die besten Spieler Ostdeutschlands waren längst von Bundesligisten abgeworben worden, wurde die Oberliga nach 41 Meisterschaften, über 8.000 Spielen und über 24.000 Toren eingestampft.

Niklas Baumgart

1949: Was sonst noch geschah ...

Meister: VfR Mannheim (nach 3:2 n.V. gegen Borussia Dortmund)

Pokal: Wettbewerb nicht ausgespielt

Ostzone (später DDR): ZSG Union Halle (Meister), BSG Waggonbau Dessau (Pokalsieger nach 1:0 gegen BSG Gera Süd)

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