Bundesliga Analyse

Bundesliga 1997/98, 10. Spieltag
Bundesliga

SPIELBERICHT

SPIELBERICHT

Spieler des Spiels

Claudio Reyna Mittelfeld

1,5
Spielnote

3,5
Tore und Karten

1:0 Präger (90', Reyna)

Wolfsburg

U. Zimmermann 3 - J. Keller 3, Kryger 2,5, M. Kovacevic 3 - F. Greiner 4 , Deering 2,5, Reyna 1,5, Dammeier 3,5 , Stammann 3 - Präger 3 , Meissner 4

Bremen

Reck 2,5 - Trares 3, Todt 4,5, Wicky 2,5 - Eilts 4,5, D. Frey 3,5, Frings 4 , C. Brand 4 , M. Bode 4 - Flo 5 , Labbadia 4

Schiedsrichter-Team

Torsten Koop Lüttenmark

1
Spielinfo

Stadion

VfL-Stadion

Zuschauer

14.857

Ein hochverdienter Sieg der Wolfsburger, die tonangebend waren und die klareren Möglichkeiten besaßen. Ein später Sieg, weil die Gastgeber ihre Überlegenheit und ihr Chancenplus nicht eher genutzt haben. Bremen enttäuschte auf der ganzen Linie. Allenfalls die Defensivabteilung wußte zu gefallen: Einmal mehr Torwart Reck, der Schlimmeres verhinderte, der solide Ausputzer Trares und der hervorragende Manndecker Wicky, der Präger weitgehend abmeldete. Bis zur Schrecksekunde in letzter Minute: Einmal paßte der Schweizer nicht auf, schon erzielte der quirlige Wolfsburger Torjäger das Goldene Tor. Anteil an diesem Gegentreffer hatten indes auch zwei Schwachpunkte in der harmlosen Werder-Elf: Eilts, ohnehin zweiter Sieger im Duell mit dem überragenden Reyna, hinderte diesen nicht an der Flanke, die der ebenfalls indisponierte Todt passieren ließ. So erhielten die Hausherren doch noch den Lohn für ihre Bemühungen. Trainer Reimann hatte ganz auf die Offensive gesetzt: Manndecker Kleeschätzky geopfert, Kryger aus dem defensiven Mittelfeld als Labbadia-Bewacher zurückgezogen, dafür mit Dammeier einen weiteren offensiven Mann gebracht. Wie erwartet spielte Reyna für Ratke. Somit Premiere: Reyna an der Seite seines Landsmanns Deering, zwei Spielgestalter auf dem Platz. Das amerikanische Duo harmonierte glänzend und sorgte für das Übergewicht im Mittelfeld, wo bei den Bremern gar nichts lief. Erstmals ohne Herzog, hatte Trainer Sidka diese Variante ausprobiert: Niemand in der Rolle des verletzten Regisseurs, Brand auf halblinks und Frings auf halbrechts teilten sich die Aufgaben. Der wiedergenesene Bode spielte auf der linken Seite. Weitere überraschende Änderungen: Frey ersetzte rechts Ramzy, Flo erhielt eine Chance von Beginn an, dafür Pfeifenberger zunächst auf der Bank. Offensive bei Werder gleich null. Keiner nahm das Heft in die Hand. Allenfalls Brand konnte im Vorwärtsspiel einige Akzente setzen, offenbarte aber im Zweikampf mit Deering die bekannten Schwächen in der Rückwärtsbewegung, weshalb ihn Sidka auch auswechselte. Eine Maßnahme, über die sich der Jung-Profi beschwerte. Bezeichnend die Chancenbilanz: Die einzig "echte" Torchance hatte Todt kurz vor dem Abpfiff nach dem 0:1-Rückstand. Dazu noch ein Vorstoß von Bode, dem man die lange Verletzungspause noch anmerkte. Ansonsten Fehlanzeige im Werder-Sturm, in dem sich Labbadia bemühte, aber weitgehend in der Luft hing. Flo indes blieb abermals den Nachweis der Erstliga- Tauglichkeit schuldig. Fazit des Nord-Derbys: Ein logischer Sieg für Wolfsburg.