Bundesliga Analyse

Bundesliga 1997/98, 9. Spieltag

SPIELBERICHT

Bochums Trainer Klaus Toppmöller hatte im Vergleich zum UEFA-Cup-Spiel gegen Trabzonspor zwei Änderungen vorgenommen. Für Waldoch (Länderspielabstellung für Polen) stand Fahrenhorst als Manndecker in der Abwehr, im Angriff erhielt Gülünoglu den Vorzug vor Közle. Zwei Änderungen auch bei den Bayern: Für Scholl rückte Basler auf die rechte Außenbahn, im zentralen defensiven Mittelfeld ersetzte Fink den verletzten Strunz (Hüftprellung). Die Bochumer begannen ähnlich stark wie gegen Trabzonspor. Sie versuchten über beide Flügel zu spielen, kamen dabei vor allem über die linke Offensivseite mehrfach durch. Das Führungstor entsprang nicht von ungefähr einer solchen Attacke über die linke Seite. Der Fehler, den die Bochumer anschließend machten: Sie überließen den Bayern die Initiative und vor allem zu viel Raum. Zwar konnten sich die Münchner Spitzen Elber (gegen Kracht) und Jancker (gegen Fahrenhorst) nicht entscheidend durchsetzen, aber im Mittelfeld hatten die Bayern viel Platz zum Kombinieren oder für Einzelaktionen. Baslers Führungstreffer, mit dem er die schnelle Wende einleitete, demonstrierte dies deutlich. Bayerns Pech: Elber mußte bereits nach 26 Minuten aus dem Spiel, damit litt die Durchschlagskraft des Angriffs weiter. Scholl spielte meist nicht in vorderster Linie, sondern ließ sich oft ins Mittelfeld zurückfallen. Die Impulse setzten die Bayern, wenn sich die Mittelfeldspieler mit in die Spitze einschalteten (Fink, Basler). Bochum bemühte sich nach dem Seitenwechsel mit allen Kräften um den Ausgleich und steckte auch nach dem 1:3 nicht auf. Vor allem Hofmann trieb das Spiel der Gastgeber immer wieder wirkungsvoll an, baute das Spiel konstruktiv auf. So kam die VfL-Offensive auf Touren, obwohl sich Wosz diesmal nicht wie gewohnt in Szene setzte. Juran ackerte im Angriff unermüdlich, bildete in der letzten halben Stunde die Speerspitze der von Toppmöller mit Bastürk, Közle und Michalke aufgerüsteten Offensive: Gülünoglu wechselte auf die rechte Seite, Michalke kam über links, Bastürk versuchte sich im zentralen Mittelfeld. Allerdings stand die Bayern-Abwehr relativ sicher und ließ kaum einmal zwingende Torchancen der Bochumer zu. Auffallend, wie wenig die Bayern in der letzten halben Stunde aus den Kontermöglichkeiten machten, um die Entscheidung zu erzwingen. Jancker und Fink vergaben die hochkarätigsten Einschußgelegenheiten nach Angriffen in Überzahl, so daß die Bayern bis zum Schluß um den Sieg bangen mußten.