Bundesliga Analyse

Bundesliga 1997/98, 7. Spieltag

SPIELBERICHT

Spieler des Spiels

Oliver Kahn Tor

1,5
Spielnote

3
Tore und Karten

0:1 Jancker (14', Elber)

0:2 C. Nerlinger (21', Zickler)

1:2 Tretschok (34', H. Andersen)

1:3 Scholl (90', C. Nerlinger)

Köln

M. Kraft 5 - Kostner 3,5, K. Baumann 3,5 , D. Schuster 3,5 - Cichon 3 , Thiam 5 , Tretschok 3,5 , Munteanu 2,5, H. Andersen 3 - Gaißmayer 3,5, Polster 4

Bayern

Kahn 1,5 - Matthäus 3 , Kuffour 3, Helmer 4 - Zickler 4 , Fink 3,5, C. Nerlinger 3,5 , Tarnat 4, Strunz 5 - Elber 4 , Jancker 3,5

Schiedsrichter-Team

Herbert Fandel Kyllburg

4
Spielinfo

Stadion

Müngersdorfer Stadion

Zuschauer

47.000

Fußball verkehrt in Müngersdorf: Der FC dominierte über weite Strecken, erspielte sich dicke Chancen gegen den Meister, präsentierte die beste Saisonleistung - aber den Bayern reichten zwei frühe Konter-Treffer und ein minimaler Arbeitsaufwand zum Sieg. FC-Coach Neururer mußte notgedrungen umbauen: Menger (Knöchelstauchung) und Hauptmann (Verdacht auf Bänderriß) verletzten sich kurzfristig; Kraft kehrte zurück ins Tor, Cichon ins defensive Mittelfeld. Rechts spielte Thiam für Scherr, im Sturm setzte Neururer auf Gaißmayer als zweite Spitze, Schmidt mußte weichen. Kollege Trapattoni baute die Elf gleich auf fünf Positionen um; verbannte Scholl, Babbel und Rizzitelli zunächst auf die Bank, Basler (Wadenverhärtung) und Hamann (gesperrt) konnten nicht auflaufen, dafür spielten Kuffour, Zickler, Nerlinger, Jancker und Fink. Die Kölner begannen aggressiv, setzten den Meister sofort unter Druck und hätten nach einem Flugkopfball von Baumann bereits nach vier Minuten in Führung gehen können. Munteanu und Andersen machten über die linke Seite viel Betrieb, düpierten Fink und Zickler immer wieder, Gaißmayer rackerte im Sturmzentrum, Cichon schaffte Überzahl auf den Flügeln. Es dauerte 14 Minuten, ehe die Bayern ihren ersten Angriff vortrugen - ein schneller Konter über Elber und Jancker, der prompt die Führung bescherte. Cichon und Kostner hatten geschlafen, Ersatzkeeper Kraft sein Tor nur halbherzig verlassen - 0:1. Trotz der Führung blieben die Gäste ihrer Linie treu: Defensiv, passiv, kräftesparend und immer darauf bedacht, mit schnellen Kontern den Torerfolg zu suchen. Wie beim zweiten Treffer, sieben Minuten später. Die Kreativabteilung des Meisters blieb weitgehend blaß: Cichon meldete Strunz ab, Baumann und Schuster hatten kaum Probleme gegen Jancker und Elber, beide Flügelspieler (Zickler, Tarnat) setzten keine Impulse. Mit der Verletzung von Matthäus verlor das Bayern-Spiel allerdings an Sicherheit. Babbel kam, rückte in die Innenverteidigung, Helmer sollte Libero spielen. Inmitten der vielen Umstellungen traf Tretschok plötzlich zum 1:2, bestrafte die Verwirrung in der Hintermannschaft. Überhaupt offenbarten die Bayern ohne Matthäus einige Abstimmungsprobleme - Helmer wirkte unkonzentriert, Babbel und Kuffour hatten Probleme bei der Übergabe/Übernahme der Kölner Spitzen. Allein Kahn rettete den Vorsprung in der zweiten Hälfte über die Zeit. Neururer erkannte, daß die Bayern zu packen waren, ersetzte die schwache rechte Seite durch Rösele und Ryschkow, brachte Vucevic für Cichon - aber die cleveren Bayern retteten den Vorsprung über die Zeit.