Bundesliga Analyse

Bundesliga 1997/98, 6. Spieltag

SPIELBERICHT

Bei den Gastgebern mußten Kmetsch (Innenbandverletzung im Knie) und Cardoso (Sprunggelenkverletzung) passen. Trainer Pagelsdorf brachte Weetendorf als zweite Spitze neben Salihamidzic und zog Dembinski dafür auf Cardosos Stammposition hinter den Spitzen zurück. Die Kmetsch-Rolle im defensiven Mittelfeld übernahm Gravesen, dessen Platz im Zentrum der Abwehr-Dreierkette wieder von Schnoor besetzt wurde. Außerdem erhielt links Hollerbach den Vorzug vor Jepsen.

Spieler des Spiels

Hasan Salihamidzic Mittelfeld

2
Spielnote

3
Tore und Karten

1:0 Salihamidzic (33', A. Fischer)

2:0 Salihamidzic (36', Hollerbach)

2:1 Polster (79', Rychkov)

HSV

Butt 3 - A. Fischer 3, S. Schnoor 3, Böger 3 - Gravesen 2,5 , A. Zeyer 3,5, Spörl 2,5 , Hollerbach 2 , Dembinski 4 - Weetendorf 3,5 , Salihamidzic 2

Köln

Menger 2,5 - Kostner 3,5, Bo. Schmidt 5 , K. Baumann 4,5 - Hauptmann 3,5, Scherr 5, D. Schuster 5 , Vucevic 5 , Munteanu 5 - Tretschok 3,5 , Polster 3

Schiedsrichter-Team

Hermann Albrecht Kaufbeuren

3,5
Spielinfo

Stadion

Volksparkstadion

Zuschauer

22.433

Neues hatte sich Kölns Peter Neururer überlegt. Den Platz des fehlenden Azizi im Angriff übernahm Tretschok, etwas zurückgezogener als Stürmerkollege Polster. Dahinter postierten sich Munteanu und Vucevic in den Halbpositionen, flankiert von Schuster und Scherr auf den Außenbahnen. Hinten ordnete der Trainer Manndeckung bei Baumann (gegen Weetendorf) und Schmidt (gegen Salihamidzic) an. Letzteres Duell sorgte in den mäßigen ersten 30 Minuten für die einzigen Farbtupfer. Beide Spieler leisteten sich interessante Zweikämpfe, aus denen meistens der äußerst spielfreudige HSV-Angreifer als Sieger hervorging. Der Bosnier belohnte sich mit seinem Doppelschlag zur beruhigenden 2:0-Führung selbst für seine glanzvolle Leistung. Kölns Kapitän Hauptmann gelang es zwar, Dembinski weitgehend zu neutralisieren. Weil aber andererseits Spörl und Hollerbach auf den Seiten ihre Gegenspieler Schuster und Scherr beherrschten, zudem auch über den wieder starken Gravesen Druck aus der hinteren Reihe kam, erarbeitete sich der HSV ein optisches Übergewicht. Allerdings: Wie schon in den Spielen zuvor fehlte oft die entscheidende Durchschlagskraft vor dem Tor, vor allem bei Weetendorf. Das Kölner Unheil nahm aufgrund der katastrophalen Leistung im Mittelfeld seinen Lauf. Nicht die Spur eines durchdachten Angriffspiels, kein kontrollierter Aufbau über die Stationen war hier in der ersten Halbzeit zu erkennen. Tretschok "angelte" sich selbst einige Bälle an der Mittellinie, Polster dagegen hing in der Offensive völlig in der Luft. Es dauerte bis zur zweiten Halbzeit, ehe der Österreicher seinen ersten Torschuß anbringen konnte, die erste echte Chance erarbeiten sich die Kölner erst nach 54 Minuten. Zu diesem Zeitpunkt war bereits Gaißmayer als weitere Kölner Spitze auf dem Feld. Mit der Hereinnahme von Andersen und Ryschkow zeigte sich endlich der Wille der Gäste, die Partie noch einmal herumzureißen. Doch mehr als Polsters gekonnter Anschlußtreffer sprang nicht heraus, es wäre aufgrund der Kölner Gesamtvorstellung auch nicht verdient gewesen.