Bundesliga Analyse

Bundesliga 1997/98, 5. Spieltag

SPIELBERICHT

Spieler des Spiels

Pablo Thiam Mittelfeld

2
Spielnote

3,5
Tore und Karten

1:0 K. Baumann (10', Rychkov)

1:1 Präger (12', M. Heidenreich)

2:1 Tretschok (35', Polster)

3:1 Azizi (47', Munteanu)

3:2 Stammann (63', Tyszkiewicz)

4:2 D. Schuster (82', Munteanu)

4:3 Meissner (87', Tyszkiewicz)

5:3 Tretschok (88', Thiam)

Köln

Menger 3 - K. Baumann 3 , Bo. Schmidt 4, D. Schuster 3 - Thiam 2, Vucevic 3,5 , Munteanu 2,5, Rychkov 5 , Tretschok 3 - Azizi 3 , Polster 3,5

Wolfsburg

Hiemann 3 - M. Heidenreich 3,5, M. Kovacevic 3,5, Tomcic 4 - Kapetanovic 3, Dammeier 4 , J. Keller 4 , Ballwanz 3,5 , Reyna 3, Stammann 4 - Präger 2,5

Schiedsrichter-Team

Jörg Keßler Höhenkirchen

4
Spielinfo

Stadion

Müngersdorfer Stadion

Zuschauer

16.000

Die Kölner sicherten sich verdient den zweiten Heimsieg, allerdings ohne spielerischen Glanz zu versprühen und mit einigen Abstimmungsschwierigkeiten in der Defensive. Wolfsburg verschlief die erste Halbzeit, nahm den Kampf in Müngersdorf zu spät an und verschenkte deshalb einen möglichen Punktgewinn. Neururer schickte im fünften Spiel zum fünften Mal eine veränderte Abwehrformation ins Rennen, weil sich Kostner (Viruserkrankung) und Hauptmann (Kreislaufprobleme) kurzfristig abgemeldet hatten. Baumann spielte in dieser Saison erstmals Libero, Rösele blieb zunächst draußen, Ryschkow, Vucevic und Thiam rückten neu ins Team. Kollege Reimann ließ die zuletzt siegreiche Elf weitgehend unverändert, allein Stammann ersetzte den kranken Ratke (Migräne). Trotz der acht Treffer begann die Partie zerfahren, geprägt von individuellen Fehlern und Fehlpässen. Ryschkow fand auf der rechten Seite überhaupt nicht ins Spiel, Vucevic wurde im Raum geschickt von Ballwanz und Dammeier zugestellt, Tretschok setzte fast nie zum Flankenlauf an. Gefahr brachte allein Thiam, der die Bälle durch die Mitte nach vorne schleppte und den fleißigen, lauffreudigen Azizi immer wieder bediente. Trotzdem gehörte die erste Halbzeit klar den Kölnern, weil sich Wolfsburg weit in die eigene Hälfte zurückzog und nichts für den Spielaufbau tat - auch deshalb, weil sich Reyna (gegen Munteanu), Tomcic (gegen Azizi) und Kovacevic (gegen Polster) ausschließlich auf ihre Abwehraufgaben beschränkten. Aufgeschreckt durch das scheinbar vorentscheidende 3:1 reagierte Reimann kurz nach dem Wechsel. Heidenreich rückte ins Mittelfeld und kurbelte endlich am Wolfsburger Spielaufbau, Meissner und Tyszkiewicz wurden eingetauscht, rückten ins Angriffszentrum, der fleißige Präger ließ sich zurückfallen, um die neuen Spitzen mit Bällen zu füttern. Vier sinnvolle Schachzüge von Reimann, denn fortan stand die Kölner Abwehr mächtig unter Druck. Neururer schickte Andersen auf die linke Seite, beorderte Tretschok für Vucevic in die zentrale Position, um so für Entlastung zu sorgen - aber die Partie geriet längst zum offenen Schlagabtausch. Tretschok, der insgesamt ein schwaches Spiel offenbarte, besorgte zwei Tore; Munteanu, der ebenfalls schlecht begann, avancierte zum besten Konterspieler; Reyna, Präger und Kapetanovic steigerten sich Minute für Minute bei den Gästen. Insgesamt war's spielerisch schwach, aber zumindest unterhaltsam.