Bundesliga Analyse

Bundesliga

SPIELBERICHT

SPIELBERICHT

Spieler des Spiels

Krassimir Balakov Mittelfeld

2,5
Spielnote

3,5
Tore und Karten

0:1 Balakov (41', direkter Freistoß)

0:2 Bobic (65', Balakov)

0:3 Raducioiu (77', Balakov)

Duisburg

Gill 3,5 - S. Komljenovic 4, H. Steffen 3,5, Hajto 3 - Wohlert 3, Wolters 4, Neun 3 , M. Zeyer 3, Hirsch 3,5 - Salou 5 , Osthoff 5

Stuttgart

F. Wohlfahrt 2,5 - Haber 3,5, Verlaat 3, Berthold 4 - Soldo 4 , M. Yakin 5 , Hagner 4 , Poschner 4, Balakov 2,5 - Bobic 4 , Akpoborie 5

Schiedsrichter-Team

Bernd Heynemann Magdeburg

2
Spielinfo

Stadion

Wedaustadion

Zuschauer

16.000

Duisburg drückte der Partie den Stempel auf, spielte konstruktiv nach vorn, besaß glasklare Einschußmöglichkeiten - und nahm doch nur den Schönheitspreis in Empfang. Stuttgart schwamm in der Deckung, bekam offensiv zunächst kein Bein auf die Erde, entfernte sich weit von der Ideallinie - und fuhr trotzdem reiche Ernte für eine schwache Vorstellung ein. In erster Linie deshalb, weil Krassimir Balakov den aufreizend lässigen Pokalsieger, der über weite Strecken nur eine schlechte Karikatur eines Topteams abgab, wiederbelebte. Ein Kunstschuß des Bulgaren und zwei (von Bobic und Raducioiu verwertete) Pässe stießen die Gastgeber in den Abgrund. Fünf Positionen besetzte Friedhelm Funkel gegenüber der Partie in Essen neu: Hopp (gesperrt), Reiter, Puschmann, Skoog und Spies machten Platz; Hajto, Hirsch, Wolters, Salou und Osthoff meldeten sich zurück. Joachim Löw baute wieder auf Balakov, Soldo und Akpoborie; Legat (ebenfalls gesperrt), Lisztes und Becker fielen durchs Sieb. Teil eins des Duisburger Plans, die produktive Stuttgarter Angriffs- und Kombinationsmaschinerie zu sabotieren, ging glänzend auf. Die beiden Manndecker Hajto (meist gegen Bobic) und Komljenovic (gegen Akpoborie) attackierten wirkungsvoll: Bobic (ohne Engagement) und Akpoborie (zweikampfschwach) sahen kein Land. Balakov, den Wohlert von der Mittellinie an aufnahm und empfindlich störte, erging es ähnlich. Erst nach dem Wechsel, als die "Zebras" die taktischen Fesseln lösen mußten, hatte der Chef der schwäbischen Kreativ-Abteilung mehr Raum. Teil zwei der MSV-Strategie, den eigenen Kessel unter Dampf zu setzen, glückte ebenfalls. Serien von Eckbällen (insgesamt 15) und Einwürfen (die Hajto zu gefährlichen "Flanken" umfunktionierte) folgten flüssig vorgetragenen Kombinationen; allein der Ball weigerte sich standhaft, seiner Bestimmung zu folgen - ins Tor zu rollen nämlich. Eine katastrophale Abschlußschwäche (Salou, Osthoff) und Pech (Komljenovic, Pfosten) verhinderten Duisburgs Führung. Schon im Mittelfeld, wo weder Soldo noch Yakin (unter völligem Verzicht auf Aggressivität) energisch genug störten, begann Stuttgarts Defensiv-Dilemma, das in einer anfälligen Abwehr (Berthold) seine Fortsetzung fand. Präzise gesetzte VfB-Konter, bei denen Komljenovic (rutschte aus) und Hajto (griff vor dem 0:3 nicht an) Schützenhilfe leisteten, platzten dann in die Duisburger Drangperiode in Durchgang zwei: Obwohl der MSV am Ende mit vier Stürmern angriff (Salou, Spies, Skoog und Osthoff, der über links vorstieß), konnten Fern- bzw. Verlegenheitsschüsse Wohlfahrt nicht mehr erschrecken. Stuttgart spielte Fußball aus der Tiefkühltruhe: eiskalt, aber schwer verdaulich.