Frankfurt: 900 000 Euro für Steinhöfer

Fenin trotzt der Hysterie

Martin Fenin

"Die Tore sind nur ein Zubrot": Frankfurts Neuzugang Martin Fenin. imago

Während der 20 Jahre alte Tschechen-Star nach dem Auslaufen, genauer gesagt Ausradeln, am Tag nach dem Bielefeld-Spiel (2:1) wie alle anderen Stammkräfte zwei freie Tage gewährt bekam, staunten die Reservisten nicht schlecht, als sie am Tag vor dem ersten Mannschaftstraining in dieser Woche ihn als einzigen aus der Startformation im Kraftraum antrafen. "Er hat an seinem freien Tag eine Sonderschicht eingelegt, hat freiwillig etwas für den Oberkörper getan", berichtet Friedhelm Funkel. Auch das Interview-Verbot verwies der Trainer in den Bereich der Fabel - nur zu längeren Einzelterminen stehe der Bundesliga-Überflieger derzeit nicht zur Verfügung.

Offensichtlich hat die Eintracht in Fenin einen Volltreffer gelandet, auch was dessen Arbeitsauffassung betrifft. Ein Abheben aufgrund der sensationellen Anfangserfolge ist bei ihm noch nicht einmal im Ansatz zu erkennen. "Die Tore sind nur ein Zubrot", sagt er trocken und versucht, die entstandene Hysterie um seine Person auszublenden.

Fenin ist einer von drei Neuen der Winterpause, für die Frankfurt 7,6 Millionen Euro ausgegeben hat, und die Eintracht investiert munter weiter. Die Verpflichtung von Markus Steinhöfer (RB Salzburg) lässt sich der Tabellensiebte 900 000 Euro kosten. Steinhöfer (21, Vertrag bis 2011) ist der erste Zugang für die neue Saison, er war vor eineinhalb Jahren vom FC Bayern nach Österreich ausgeliehen worden.

Steinhöfer für Spycher?

Der deutsche Junioren-Nationalspieler (1U-21-Einsatz/0 Tore, 9U-19/2, 2U-18/0, 9U-16/1) ist auf der defensiven Außenbahn links wie rechts einsetzbar und gilt als Alternative oder gar Ersatz für Christoph Spycher (29), dessen Vertrag 2008 ausläuft. Funkel: "Wir werden mit Sicherheit noch mit Christoph sprechen. Ich würde es sehr begrüßen, wenn ich mit ihm weiterarbeiten könnte. Die Verpflichtung hat damit nichts zu tun. Aber wenn die Möglichkeit besteht, gute junge deutsche Spieler zu holen, dann werden wir das nach wie vor machen. Es war immer unsere Philosophie, nur ist es eben nicht immer machbar." Im Winter hatte die Eintracht drei Ausländer geholt.

Michael Ebert