Bundesliga

Wörns ist der Verlierer

kicker-Test: Borussia Dortmund

Wörns ist der Verlierer

BVB-Routinier Christian Wörns

Nach schwacher Hinrunde droht dauerhaft die Bank: BVB-Routinier Christian Wörns. imago

Kommen & gehen

Ob Jakub Blaszczykowski (kicker-Notenschnitt nach der Hinrunde: 4,13), Giovanni Federico (3,96), Robert Kovac (4,14), Delron Buckley (4,50) oder Diego Klimowicz (4,31) - bei vielen Neueinkäufen ist noch deutlich Luft nach oben. Dass Trainer Thomas Doll mit den Einkäufen aber auch etwas anfangen konnte, dafür steht Mladen Petric, der beste Torschütze der Borussia mit acht Treffern. Der aus der Saarbrücker Versenkung geholte Marc Ziegler überzeugte als Weidenfeller-Ersatz weitegehend, soll dies nach dem geplatzten Lehmann-Transfer auch weiterhin tun. Zur Rückrunde wurde mit Antonio Rukavina (23), den Sportdirektor Michael Zorc bei Partizan Belgrad entdeckte, ein rechter Außenverteidiger geholt, der in der Vorbereitung überzeugte und zunächst sicher spielen wird. Als Alternative in der Innenverteidigung und für die rechte Defensivseite wurde der junge Mats Hummels (19) aus München verpflichtet, Alexander Bade (37, SC Paderborn) soll als zweiter Torwart kommen.

Gewinner & Verlierer

Der große Verlierer der Hinrunde heißt Christian Wörns. Der Kapitän und Ex-Nationalspieler verlor seinen Stammplatz, nachdem die Abwehr jegliche Sicherheit vermissen ließ. Während Nebenmann Robert Kovac sich aus dem Tief kämpfen konnte und seinen Platz wieder eroberte, deuten für Wörns alle Zeichen auf Abschied. Zumal er sich seine 25-Spiele-Klausel zur Vertragsverlängerung streichen ließ. Dem standhaften Routinier droht das Karriereende. Als Gewinner kann sich Martin Amedick feiern lassen. 14 Spiele musste er warten, nun ist ihm der Stammplatz zunächst sicher.

Stärken & Schwächen

Die Dortmunder gehören in Bestbesetzung zu den Klubs, die um einen UEFA-Cup-Platz kämpfen können. Aber: Verletzungspech (Kehl, Frei, Weidenfeller) und seltsam anmutende Formschwankungen machten den Verantwortlichen häufig einen Strich durch die Rechnung. Die Innenverteidigung wirkte anfällig bei schnellen Kontern, insgesamt 30 Gegentore zeugen von verbesserungswürdigem Defensivverhalten der ganzen Mannschaft.

Trainer & Umfeld

Weil es im Umfeld des Trainers einen externen Berater gibt, knirschte es bereits mächtig im BVB-Gebälk. Ebenso gab es lautstarke Auseinandersetzungen zwischen Doll und Sportdirektor Michael Zorc. Für den Erfolg demonstrierten beide zuletzt Einigkeit. Dass Dolls Vertragsverlängerung so zögernd über die Bühne geht, verwundert. So viele Alternativen dürfte er nicht haben.

Fazit & Prognose

Bekommt Doll die Defensivprobleme in den Griff und trifft außer Petric noch ein anderer Stürmer, Valdez deutete dies zuletzt an, wird sich der BVB verbessern. Die Hinrunde zeigt: Leicht wird dies nicht.

Frank Lussem