Dortmund: Doll geißelt den Umgang mit Wörns

Kovac spürt den Ruck

Robert Kovac

Nach holprigem Start zurück: Robert Kovac gehört zum Stamm des BVB. imago

"Man merkt, da ist Feuer drin", sagt Thomas Doll (41). Nach Stuttgart, wo Sportdirektor Michael Zorc (45) "nicht nur Einsatz-, sondern fast schon Opferbereitschaft" seiner Spieler registrierte, soll jetzt auch Bielefeld spüren, "dass die Mannschaft bereit ist, von sich aus den nächsten Schritt zu gehen" (Zorc).

In welchem Maße umfänglich reduzierte Übungseinheiten trotzdem mit aggressiver Intensität geführt werden, dokumentiert der am Dienstag zwischen Christian Wörns (35) und Dede (29) geführte Zweikampf, der den Brasilianer wegen eines Pferdekusses zu eintägiger "Schonkost" (Behandlung, Fahrradfahren) zwang. Gegen Bielefeld soll der Linksverteidiger wieder seine Planstelle einnehmen - während sich Wörns trotz auskurierter Wadenzerrung wohl erneut nur für den Notfall bereithalten darf.

Daraus das nahende Karriereende des 66-maligen Nationalspielers abzuleiten, der in der laufenden Serie trotz glänzender Fitnesswerte außer Form geriet, sei falsch und "sowas von respektlos", wetterte Doll am Mittwoch: "Wörns ist unser Kapitän und ein wichtiger Bestandteil der Mannschaft." Einen Grund, seine im Gottlieb-Daimler-Stadion zuverlässige Innenverteidigung mit Martin Amedick (25) und Robert Kovac (33) deshalb zu sprengen, sieht der Coach aber nicht.

Amedick, den Doll lange schmoren ließ, nutzte seine Chance in Stuttgart. Kovac, der einen klassischen Fehlstart beim BVB hinlegte, seinen Platz verlor, ihn aber zurückeroberte, erfüllt die ihm auferlegten Pflichten jetzt solide. "Ich bin nicht glücklich darüber, wie das anfangs abgelaufen ist", verrät der Kroate, "ich brauche einfach eine gewisse Anzahl von Spielen, um meinen Rhythmus zu finden."

Nach Monaten voller Höhen und Tiefen verspürt Kovac jetzt ein "sehr gutes Gefühl" - für sich und für das bisher so fragile schwarz-gelbe Gebilde, "wir haben verstanden, worum es geht." Auch ohne die Erinnerung an Ex-Bundespräsident Roman Herzog, der eine Aufbruchstimmung dieser Art schon einmal deutschlandweit eingefordert hatte. Dortmund hat sie. Sagt Kovac. Durch die Mannschaft sei "ein Ruck gegangen".

Thomas Hennecke