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"15-Minuten-Interviews jucken die junge Gesellschaft nicht"

Unterhaltungsfaktor der VBL auf dem Prüfstand

"15-Minuten-Interviews jucken die junge Gesellschaft nicht"

Trotz Corona bot die ESL in der vergangenen VBL Club Championship-Saison eine professionelle Übertragung aus dem Studio.

Trotz Corona bot die ESL in der vergangenen VBL Club Championship-Saison eine professionelle Übertragung aus dem Studio. ESL

Mehr Entertainment, weniger Analyse: So lautete das Motto von Leipzig-Trainer Daniel Fehr und Matthias Katerna, Projektleiter eSports beim BFV. Das Duo lobte im Rahmen der Talkrunde vom 10. Mai zwar die Professionalität der VBL-Übertragung und wie viel Mühe in das Produkt gesteckt wird, äußerte aber auch Kritik.

Als einen Problempunkt hat Fehr die Interviews identifiziert: "Wenn 15 Minuten lang Interviews geführt werden, dann juckt das die junge Gesellschaft nicht. Die wollen keine Interviews, sondern Action sehen. Da muss man für Entertainment sorgen und den Stream vorher anständig bewerben, damit man noch viel mehr Leute erreicht." Auch Katerna beobachtet fehlendes Interesse an langen Nach- und Vorberichten sowie analytischen Inhalten. Das sei im traditionellen Fußball etabliert, nicht jedoch im eSport. Stattdessen solle die Unterhaltung im Vordergrund stehen.

Influencer als Lösung?

Warum die Szene-Experten auf lockeres Entertainment in der VBL drängen, liegt auf der Hand: FIFA-Influencer - allen voran Elias Nerlich - erreichen mit ihren Übertragungen Tausende Zuschauer mehr als die VBL auf Twitch. Deswegen überlegt Katerna: "Vielleicht könnte sich die VBL an Influencern orientieren, indem man Preise verlost, ein bisschen lockerer auftritt und auch Influencer einlädt." Letzteren Vorschlag beherzigte die VBL bereits vereinzelt in der Club Championship.

Fehr ist diesbezüglich allerdings skeptisch: "Ich weiß nicht, ob es der einfachste Weg ist, einen sehr guten Influencer zu bezahlen." Er stellt infrage, wie viele Zuschauer tatsächlich hinzukommen würden und - vor allem - ob diese auch langfristig bleiben.

Bei einer anderen Lösung für mehr Zuschauer sind sich Fehr und Katerna dagegen erneut einig: Die VBL sollte wieder ins Fernsehen, um auch Leute abseits von Twitch zu erreichen.

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Christian Mittweg

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