Weltmeisterschaft 2014, Viertelfinale
18:13 - 12. Spielminute

Tor 0:1
Hummels
Kopfball
Vorbereitung Kroos
Deutschland

19:13 - 54. Spielminute

Gelbe Karte
Khedira
Deutschland

19:28 - 69. Spielminute

Spielerwechsel (Deutschland)
Schürrle
für Klose
Deutschland

19:30 - 71. Spielminute

Spielerwechsel (Frankreich)
Koscielny
für Sakho
Frankreich

19:32 - 73. Spielminute

Spielerwechsel (Frankreich)
Remy
für Cabaye
Frankreich

19:39 - 80. Spielminute

Gelbe Karte
Schweinsteiger
Deutschland

19:42 - 83. Spielminute

Spielerwechsel (Deutschland)
M. Götze
für Özil
Deutschland

19:44 - 85. Spielminute

Spielerwechsel (Frankreich)
Giroud
für Valbuena
Frankreich

19:51 - 90. + 2 Spielminute

Spielerwechsel (Deutschland)
Kramer
für Kroos
Deutschland

FRA

GER

Deutschland zum vierten Mal in Folge unter den letzten Vier

Hummels' Kopfball macht das Halbfinale klar

Gleich schlägt der Ball ein: Mats Hummels hatte sich in der Bildmitte gegen Raphael Varane (#4) im Kopfballduell durchgesetzt, Hugo Lloris konnte nicht mehr eingreifen.

Gleich schlägt der Ball ein: Mats Hummels hatte sich in der Bildmitte gegen Raphael Varane (#4) im Kopfballduell durchgesetzt, Hugo Lloris konnte nicht mehr eingreifen. Getty Images

Bei den Franzosen entschied sich Coach Didier Deschamps nach dem 2:0-Erfolg im Achtelfinale gegen Nigeria für zwei Veränderungen. Sakho vertrat Koscielny in der Innenverteidigung, im Angriff durfte Griezmann, der auf dem linken Flügel wirbelte, für Giroud ran. Rein personell tauschte Bundestrainer Joachim Löw im Vergleich zum 2:1-Sieg gegen Algerien dreimal: Hummels, Khedira und Klose starteten für Mertesacker, Mustafi und Götze. Taktisch rückte Hummels neben Boateng ins Abwehrzentrum, Lahm nach hinten rechts. Schweinsteiger und Khedira bildeten bei dieser WM erstmals von Beginn an die Doppelsechs. Müller spielte im offensiven Dreiermittelfeld zusammen mit Özil und Kroos, Klose stürmte als einzige Spitze ganz vorne.

Ruhiger Beginn bei 26 Grad

In der Mittagshitze von Rio de Janeiro (26 Grad Celsius, 88 Prozent Luftfeuchtigkeit) begannen beide Mannschaften eher verhalten und ohne viel Zug zum gegnerischen Tor. Mehr Kontrolle hatten dabei die Deutschen, die in den Anfangsminuten deutlich häufiger am Ball waren und auch den vertikalen Pass nicht scheuten. Frankreich dagegen startete mit einer defensiven Grundhaltung und versuchte das deutsche Kombinationsspiel früh zu unterbinden. Trotzdem strahlten auch Les Bleus nach vorne Gefahr aus und verbuchten zudem durch Benzema die erste gefährlichere Aktion (7.). Kurz darauf war der Weltmeister von 1998 erneut im deutschen Strafraum, doch Hummels klärte in höchster Not vor dem Real-Angreifer (11.).

Hummels erst hinten, dann vorne zur Stelle

Etwa 60 Sekunden später ruhte der Ball auf der anderen Seite. Kroos schlug aus halblinker Position eine Freistoßflanke in die Mitte, wo sich Hummels mit Körperkontakt, aber ohne Mühe gegen Varane im Zweikampf durchsetzte und "Brazuca" mit der Stirn ins lange Eck beförderte. Frankreichs Torwart Lloris hatte keine Abwehrmöglichkeit und konnte den frühen Rückstand seiner Mannschaft nicht verhindern (12.). Die Equipe Tricolore war in den folgenden Minuten zwar um eine schnelle Antwort bemüht, aber der deutsche Abwehrverbund präsentierte sich wachsam. Auch die Löw-Elf stellte ihre Offensivbemühungen nicht ein und zeigte sich weiterhin spielfreudig. Pech hatte Klose, der nach einem leichten Schubser Debuchys von Schiedsrichter Nestor Pitana keinen Elfmeter zugesprochen bekam (24.).

Das Viertelfinale im Überblick

Benzema beschäftigt DFB-Abwehr

Anders als noch gegen Algerien zeigte sich die DFB-Elf in der Abwehr weitestgehend sicher. Doch in der 34. Minute hatte sie einen kurzen Aussetzer: Griezmann war bei einem langen Zuspiel im richtigen Moment gestartet und bereitete anschließend eine Doppelchance für Valbuena und Benzema vor. Zunächst klärte Neuer, dann entschärfte Hummels die Situation. Ohnehin gewann die Partie an Spannung, weil Frankreich deutlich aktiver wurde und die deutsche Abwehr beschäftigte. Bei einem Benzema-Kopfball stand Hummels goldrichtig (42.), zwei Minuten später parierte Neuer einen Schuss des 26-Jährigen, der bis zur Pause auffälligster Franzose war (fünf Schüsse in Halbzeit eins, Deutschland nur vier). Das deutsche Team, das in den letzten Momenten vor der Halbzeit stark unter Druck stand, schaffte keinen Gegenangriff mehr, und ging mit einem knappen Vorsprung in die Kabine.

Franzosen agieren zielstrebiger

Ohne personelle Veränderungen wurde die Partie fortgesetzt. DFB-Keeper Neuer hatte gegenüber Lloris nun den Vorteil, nicht mehr von der Sonne geblendet zu werden. Die Franzosen begannen nach dem Seitenwechsel zielstrebiger als die deutsche Elf, die bei einer klaren Abseitsstellung Evras Glück hatte, dass dem ManUnited-Akteur der Ball über den Scheitel strich (50.). Den Löw-Schützlingen wiederum boten sich Räume zum Kontern, aber diese blieben ungenutzt. Ansonsten hatte die DFB-Elf nur wenig Kreatives zu bieten und sah sich stattdessen immer stärker werdenden Franzosen ausgesetzt: Neuer packte bei einem Varane-Kopfball sicher zu (61.).

Schürrle sorgt gleich für frischen Wind

Auch Bundestrainer Löw merkte, dass seine Elf im Vorwärtsgang zu pomadig agierte und brachte mit Schürrle für Klose eine neue, konterstarke Offensivkraft (69.). Der Mann vom FC Chelsea sortierte sich auf dem rechten Flügel ein, Müller stürmte in den letzten 20 Minuten als neue Spitze. Bei der französischen Equipe wechselte Deschamps doppelt: Innenverteidiger Koscielny kam für den wohl angeschlagenen Sakho (72.) und Angreifer Remy ersetzte Cabaye (74.). Schürrle trat gleich in Aktion und verhalf dem deutschen Angriffsspiel zu mehr Gefahr. Erst öffnete er für Müller auf der rechten Seite den Raum - der Schuss des Münchners rauschte knapp am linken Pfosten vorbei (72.) -, ehe er kurz darauf Lloris mit einem Flachschuss prüfte (74.).

Gefährlichster Franzose: Karim Benzema von Real Madrid.

Gefährlichster Franzose: Karim Benzema von Real Madrid. Getty Images

Indes blieben aber auch die Franzosen gefährlich. Zum wiederholten Male musste Hummels gegen Benzema im Strafraum retten, Sekunden später blockte Neuer einen Matuidi-Schuss aus spitzem Winkel (76.). Auf der Gegenseite hatte Schürrle nach Vorarbeit von Özil, der eigentlich Müller anspielte, dem wiederum der Ball über den Spann rutschte, die Riesenchance zur Entscheidung. Der 23-Jährige schloss jedoch zu überhastet ab, sodass Lloris die Equipe Tricolore im Spiel hielt (82.).

Neuer reißt die Faust nach oben

Durch weitere Wechsel auf beiden Seiten (Götze für Özil, 83., Giroud für Valbuena, 85.) verlor die Partie kurz an Spielfluss, was der deutschen Elf in die Karten spielte. Eine weitere vergebene Großchance von Schürrle hätte den Puls von Bundestrainer Löw ebenfalls beruhigen können, doch Varane blockte ab (88.). So musste die DFB-Elf aber noch die vierminütige Nachspielzeit überstehen, in der Neuer noch einmal eine großartige Parade gegen Benzema auspackte und damit Deutschland den Einzug ins Halbfinale sicherte (90. +4).

Spieler des Spiels

Mats Hummels Abwehr

1
Spielnote

Großes, bis zur letzten Sekunde höchst spannendes Kampfspiel bei extremen Temperaturen.

3
Tore und Karten

0:1 Hummels (12', Kopfball, Kroos)

Frankreich

Lloris 3 - Debuchy 3, Varane 4, Sakho 4 , Evra 3,5 - Cabaye 3 , Pogba 4, Matuidi 2,5 - Valbuena 3 , Benzema 2, Griezmann 3

Deutschland

Neuer 1 - Lahm 3,5, J. Boateng 3, Hummels 1 , Höwedes 3 - Schweinsteiger 3 , Khedira 3 , Kroos 3,5 , T. Müller 3,5, Özil 5 - Klose 4

Schiedsrichter-Team

Nestor Pitana Argentinien

2,5
Spielinfo

Stadion

Estadio do Maracana

Zuschauer

74.240

Deutschland trifft damit am Dienstag um 22 Uhr (MESZ) im Halbfinale in Belo Horizonte auf den Sieger der Partie zwischen Brasilien und Kolumbien.

Bilder zur Partie Frankreich - Deutschland