18:44 - 44. Spielminute

Tor 0:1
B. Ruiz
Kopfball
Vorbereitung Junior Diaz
Costa Rica

19:04 - 46. Spielminute

Spielerwechsel (Italien)
Cassano
für Motta
Italien

19:16 - 57. Spielminute

Spielerwechsel (Italien)
L. Insigne
für Candreva
Italien

19:27 - 68. Spielminute

Spielerwechsel (Costa Rica)
Cubero
für Tejeda
Costa Rica

19:27 - 69. Spielminute

Gelbe Karte (Italien)
Balotelli
Italien

19:27 - 69. Spielminute

Spielerwechsel (Italien)
Cerci
für Marchisio
Italien

19:30 - 71. Spielminute

Gelbe Karte (Costa Rica)
Cubero
Costa Rica

19:32 - 74. Spielminute

Spielerwechsel (Costa Rica)
Urena
für Campbell
Costa Rica

19:39 - 81. Spielminute

Spielerwechsel (Costa Rica)
Brenes
für B. Ruiz
Costa Rica

ITA

CRC

Weltmeisterschaft

Dank Held Bryan Ruiz: Ticos stehen im Achtelfinale

Nur Pirlo hat ein, zwei Ideen - Endspiel gegen Uruguay

Dank Held Bryan Ruiz: Ticos stehen im Achtelfinale

Überraschungsei Costa Rica wollte auch gegen Italien eine Sensation landen.

Überraschungsei Costa Rica wollte auch gegen Italien eine Sensation landen. Getty Images

Bei Temperaturen um 28 Grad Celsius und einer Luftfeuchtigkeit von rund 70 Prozent schickte Italiens Trainer Cesare Prandelli drei frische Akteure aufs Feld. Nach dem 2:1-Auftaktsieg gegen England fanden sich demnach Stammtorhüter sowie Kapitän Buffon (zurück nach Knöchelblessur), Motta und Abate in der Startelf wieder - Verratti, Paletta und der starke Buffon-Vertreter Sirigu rückten dafür auf die Bank. Costa Ricas Nationalcoach Jorge Luis Pinto beließ es hingegen bei denselben elf Akteuren, die schon Uruguay überraschend wie verdient mit 3:1 niederrangen.

Schon vor dem Anpfiff in der Arena Pernambuco zu Recife wusste Mittelfeldmann De Rossi vor dem Gegner zu warnen: "Costa Rica wird wahrscheinlich mit den Temperaturen besser zurecht kommen." Das "Enfant Terrible" Balotelli ergänzte: "Wir haben großen Respekt vor Costa Rica, müssen 200 Prozent geben."

Costa Rica drängt nach dem Weckruf

Und das taten die Italiener: Costa Ricas arg defensive Grundausrichtung mit Libero Gonzalez wurde beinahe von Altmeister Pirlo überrascht. Der 35-Jährige schickte Marchisio mit einem schönen Heber steil, doch die Juventus-Kombination endete mit einem Abseitspfiff (1.). Wenig später generierten die Azzurri über Candreva und Balotelli eine zweite Torannäherung (3.). Doch die beste Chance hatte plötzlich der Außenseiter: Nach einer Ecke ins Zentrum, die Buffon unterlief, stieg Borges gut nach oben, konnte seinen Kopfball jedoch nicht aufs Tor drücken (7.).

Mario Balotelli

Verzeichnete die ersten beiden sehr guten Chancen für Italien: Mario Balotelli. Getty Images

Das war dann der Startschuss für "Los Ticos", die gleich bei der zweiten Ecke wieder für Gefahr sorgten - Buffon war dieses Mal am kurzen Pfosten mit den Fäusten zur Stelle (16.). Die Zentralamerikaner erspielten sich zeitweise deutlich mehr Ballbesitzanteilen, hatten lange Zeit ein Torschussverhältnis von 3:0 (!) und überraschten die Azzurri ab und an mit überfallartigem Pressing. Die Elf von Trainer Prandelli antwortete mit einigen langen Bällen auf Balotelli oder mit extrem ruhigem Aufbauspiel.

Pirlo sucht und findet

Immerhin zündete mal Thiago Motta eine Distanzrakete, die jedoch links am Gehäuse von Torwart Navas vorbei strich (27.) - der erste Abschluss für die Italiener bis dato. Plötzlich sah das Publikum auch wieder Ideengeber Pirlo, der Balotelli mit einem herrlichen Pass in die Tiefe schickte. Der Stürmer offenbarte hier jedoch Probleme bei der Annahme, verzog seinen anschließenden Heber links am Tor vorbei (31.). Wenig später war es wieder der Spielmacher, der mit Hilfe einer Kopfballverlängerung Balotelli fand. Dieses Mal feuerte der Milan-Angreifer wuchtig ab - doch auch zu zentral, sodass Torhüter Navas parieren konnte (33.).

Erst Pech, dann weicht der Freude die Wut

Bryan Ruiz

Brachte "Los Ticos" in Front: Angreifer, Nationalheld und Kapitän Bryan Ruiz. Getty Images

Und Costa Rica: Die zeigten sich auch mal wieder. Bolanos zog von links nach innen und schoss aus 18 Metern zentraler Position in Richtung rechtes Eck. Buffon war letztlich rechtzeitig unten, machte sich lang und entschärfte den platzierten Versuch (36.). Wenig später hatte der Schlussmann vom italienischen Meister Juventus dann keine Abwehrchance mehr: Der Mainzer Junior Diaz flankte von links stark in Richtung des langen Pfostens, wo Bryan Ruiz goldrichtig stand und einnickte. Die technische Kontrolle ergab, was so schon zu sehen war - 1:0 für Costa Rica (44.). Das war auch der Grund dafür, dass "Los Ticos" noch einigermaßen gut gelaunt in die Kabine marschierten. Kurz vor dem Treffer nämlich stieß Chiellini den durchstartenden Stürmer Campbell im Strafraum klar um, doch Schiedsrichter Enrique Roberto Osses Zencovich reagierte nicht - Fehlentscheidung (43.)!

Gruppe D - 2. Spieltag

Pirlo aus der Distanz

Zu Beginn der zweiten 45 Minuten brachte Trainer Prandelli den erfahrenen Cassano für Thiago Motta, der mit Balotelli für mehr Trubel in der Defensive Costa Ricas sorgen sollte. Doch es war Pirlo, der die Squadra Azzurra wieder gefährlich erscheinen ließ: Einen Freistoß aus rund 30 Meter Entfernung hob der Routinier leicht abgefälscht über die Mauer - Torwart Navas war zur Stelle (53.). Mit dem Wissen über die zwei Stürmer und den eigenen Vorsprung im Rücken zogen sich die Zentralamerikaner vermehrt in die Defensive, lauerten dadurch auf Konter. Weil für die Italiener dadurch natürlich eine massive Mauer vor dem Strafraum stand, brachte Coach Prandelli gleich den nächsten Offensivmann: Napolis Insigne ersetzte den blassen Candreva (57., Lazio Rom).

Der agile Dribbler brachte fortan zwar sein Einzelkönnen auf den Platz, doch oftmals endeten die Solos im Ballverlust oder Fehlpass. Auch der Rest mühte sich zwar, doch Costa Rica verstand es, keinen freie Zone zu groß werden zu lassen. Einige Konter endeten zudem zwar nicht im Torabschluss, doch schafften sie Entlastung. Die Viererkette der Squadra Azzurra musste demnach wieder neu aufbauen - und das bei der Hitze, die den Akteuren sichtlich von Minute zu Minute mehr Kraft kostete.

Das lange Warten endet mit der Freude Costa Ricas

Trainer Prandelli verbrauchte nun auch seinen dritten Wechsel - wieder für die Offensive: Marchisio wurde durch Cerci vertreten. Doch langsam aber sicher lief die Zeit davon, und noch immer warteten die Azzurri wenigstens auf eine Torannäherung oder einen Vorstoß in den Strafraum. Eine davon hatte in einer sehr chancenarmen Schlussphase dann wieder Costa Rica: Joker Urena eilte nach einem Steilpass in Richtung Tor, doch Chiellini hielt rechtzeitig den Fuß dazwischen, löschte den Gefahrenherd so (84.).

Auch in der vierminütigen Nachspielzeit fiel der Squadra Azzurra nicht viel ein, es konnte nur noch ein Glückstreffer fallen - doch der fiel nicht. Brenes erzielte dagegen fast noch ein Traumtor zum 2:0 - knapp rechts oben vorbei (90.+3). Doch sei's drum: Costa Rica zog durch diesen Dreier bereits einen Spieltag vor dem Gruppenende ins Achtelfinale ein, machte die erste richtige Sensation der Weltmeisterschaft perfekt.

Spieler des Spiels

Giancarlo Gonzalez Abwehr

2
Spielnote

Unterhaltsam, aber nicht mitreißend, allerdings spannend bis zum Schluss.

3,5
Tore und Karten

0:1 B. Ruiz (44', Kopfball, Junior Diaz)

Italien

Buffon 3 - Abate 4,5, Barzagli 3, Chiellini 4,5, Darmian 3,5 - de Rossi 4, Pirlo 4, Motta 5 , Candreva 5 , Marchisio 4 - Balotelli 5

Costa Rica

Navas 2,5 - O. Duarte 3, Gonzalez 2, Umana 2,5, Gamboa 4, Junior Diaz 2 - Borges 2,5, Tejeda 3,5 , B. Ruiz 2 , C. Bolanos 2 - Campbell 4

Schiedsrichter-Team
Enrique Roberto Osses Zencovich

Enrique Roberto Osses Zencovich Chile

5
Spielinfo

Stadion

Arena Pernambuco

Zuschauer

40.285

Italien trifft derweil im letzten Gruppenspiel am Dienstag (18 Uhr MESZ) in Natal auf Uruguay - das absolute Endspiel. Der Sieger steht im Achtelfinale, der Verlierer ist raus. Bei einem Unentschieden wäre Italien durch. Costa Rica erwartet zeitgleich in Belo Horizonte England, das damit aus dem Turnier ausgeschieden ist.

Bilder zur Partie Italien - Costa Rica