DFB-Pokal 2011/12, 2. Runde
19:36 - 36. Spielminute

Gelbe Karte
Ben-Hatira
Hertha

20:02 - 46. Spielminute

Spielerwechsel
Ramos
für Ben-Hatira
Hertha

20:21 - 64. Spielminute

Tor 0:1
Ramos
Kopfball
Vorbereitung Ebert
Hertha

20:22 - 65. Spielminute

Spielerwechsel
Ronny
für Ebert
Hertha

20:28 - 71. Spielminute

Gelbe Karte
Jasmund
RW Essen

20:29 - 72. Spielminute

Tor 0:2
Lasogga
Kopfball
Vorbereitung Ronny
Hertha

20:31 - 75. Spielminute

Spielerwechsel
Kuta
für K. Lehmann
RW Essen

20:36 - 80. Spielminute

Spielerwechsel
K. Avci
für Tokat
RW Essen

20:38 - 81. Spielminute

Spielerwechsel
Rukavytsya
für Torun
Hertha

20:41 - 85. Spielminute

Spielerwechsel
Vennemann
für Ti. Brauer
RW Essen

20:43 - 86. Spielminute

Tor 0:3
Rukavytsya
Linksschuss
Vorbereitung Ramos
Hertha

RWE

BSC

Essen seit sieben Spielen sieglos - Hertha beendet Negativserie

Ramos weckt die "Alte Dame" auf

Essens Lemke gegen Ebert (re.)

Sich lang machen: Essens Lemke gegen Ebert (re.) picture alliance

Essens Trainer Waldemar Wrobel vertraute derselben Elf wie beim 0:2 in der Regionalliga West gegen die Sportfreunde Lotte. Gegen die Berliner musste Wrobel auf praktisch alle Innenverteidiger im Kader sowie auf Kaya im Angriff (Muskelfaserriss) verzichten.

Hertha-Coach Markus Babbel nutzte die Gelegenheit, um Spielern aus der zweiten Reihe eine Chance zu geben. Im Vergleich zum 0:0 gegen Mainz gab es sieben Wechsel: Burchert (Tor), Janker, Franz, Neumann, Niemeyer, Torun und Lasogga ersetzten Kraft (Tor), Lell, Mijatovic, Kobiashvili, Ottl, Ramos und den rotgesperrten Raffael.

"Wenn wir das Spiel machen müssen, dann tun wir uns besonders schwer", hatte Babbel im Vorfeld der Partie gesagt. Dass der Trainer damit Recht hatte, zeigte sich gleich in den ersten Minuten: Die "Alte Dame" war zwar vom Anpfiff weg um Ballbesitz und Spielkontrolle bemüht, erspielte sich auch klare Feldvorteile, nur sprang nichts Zählbares dabei heraus. Dem Bundesligisten fehlte es an geeigneten Mitteln, um die die zwei dicht gestaffelten RWE-Viererketten, die zudem noch mit einem Sechser (Heppke) verstärkt waren, zu durchdringen.

DFB-Pokal

Die Rot-Weissen machten es hinten ganz ordentlich und durften dann sogar den ersten nennenswerten Torschuss durch Lenz für sich verbuchen (12.). Danach legten die Berliner aber einen Zahn zu und wurden allmählich stärker. Erste Einschussgelegenheiten durch Lustenberger (15.) und vor allem Torun, der nach 16 Minuten freistehend aus zwölf Metern kläglich vergab, waren das Resultat.

Damit hatte es sich aber auch schon wieder mit gelungenen Offensivaktionen seitens der Gäste. Die Herthaner taten sich sowohl mit den kompakten Essenern als auch mit dem holprigen Geläuf enorm schwer und konnten so aus ihrer optischen Überlegenheit nichts machen. Bei den Berlinern lahmte gerade das Flügelspiel, da Ben-Hatira und Ebert kaum Akzente setzten. Kurz und knapp: Es war eine intensive, spielerisch aber wenig berauschende Angelegenheit, die letztlich beim Stand von 0:0 in die Pause ging. Ein Achtungserfolg für RWE und zugleich ein Warnsignal für die Hauptstädter.

Babbel stellt sein System um - Essen hat am Ende keine Kraft mehr

Essens Jasmund grätscht Lustenberger ab

Voller Einsatz: Essens Jasmund grätscht Lustenberger ab. picture alliance

Babbel reagierte zum Seitenwechsel: Ramos kam für Ben-Hatira. Das hatte einen Systemwechsel zur Folge, da die "Alte Dame" fortan mit zwei echten Spitzen agierte. Die Berliner zogen jetzt das Tempo an, leisteten sich aber weiterhin zu viele Ungenauigkeiten und konnten daher auch keinen entscheidenden Druck entwickeln. RWE dagegen spielte weiter mutig und mit viel Herz - es war ein offenes Duell. Weit und breit konnte von einem Drei-Klassen-Unterschied nicht die Rede sein. Das erkannten auch die 14.000 Zuschauer im Georg-Melches-Stadion, die lautstark "Erste Liga, keiner weiß warum" anstimmten.

In der 64. Minute passierte es dann doch: Bei einer Ecke setzte sich Ramos, der das Spiel der Gäste sichtlich belebt hatte, gegen seinen Bewacher Tokat durch und köpfte dann aus sechs Metern in die Maschen zur Freude aller Berliner - mit Ausnahme von Trainer Babbel, der sichtlich angefressen auf der Bank sitzen blieb. Dennoch: Hertha führte und war auf dem besten Weg, nach vier Jahren mal wieder ins Achtelfinale des DFB-Pokals einzuziehen. Sicher fühlen durfte sich der Bundesligist dennoch nicht, da es nur eine knappe Führung war und RWE nicht aufgab. So prüfte Tokat BSC-Schlussmann Burchert mit einem satten Schuss aus der Distanz (68.).

Kurz darauf fiel jedoch die Entscheidung: Essens Schlussmann Lamczyk agierte bei einer Freistoßflanke von links sehr unglücklich und eröffnete so Lasogga die große Möglichkeit zum 2:0. Der Youngster nahm das Geschenk an, köpfte aus zwei Metern ins leere Tor und nahm die Spannung raus (72.). Das war der Nackenschlag für die Essener, die in der Folge keine Kräfte mehr mobilisieren konnten und sich in ihr Schicksal fügten. Die Hertha war nun absolut am Drücker und legte kurz vor Schluss durch den eingewechselten Rukavytsya noch einmal nach, sodass am Ende ein standesgemäßer, dem Spielverlauf nicht gerecht werdender 3:0-Sieg stand (86.).

Ehe es am 20./ 21. Dezember im Achtelfinale des DFB-Pokals wieder ernst wird, steht zunächst einmal der Ligaalltag wieder auf der Tagesordnung. Beide Mannschaften sind dabei am kommenden Samstag gefordert: Essen in Trier (14 Uhr), Berlin in Wolfsburg (15.30 Uhr).