Bundesliga Analyse

Bundesliga 1996/97, 32. Spieltag

SPIELBERICHT

Bei Hansa war nach sieben Wochen Weilandt wieder im Mittelfeld dabei, dafür rückte Beinlich auf die Position hinter den Spitzen, Micevski mußte auf die Bank. Im Angriff ersetzte Chalaskiewicz den verletzten Baumgart (Kapselverletzung). Bayern ohne die Verletzten Matthäus, Hamann, Strunz. Zickler saß vorerst auf der Bank. Scholl und Nerlinger dafür von Anbeginn dabei. Ziege kehrte nach seiner Gelb-Sperre auf seine Stammposition (für Münch) zurück. Das führte zu positionellen Veränderungen bei den Münchnern. Witeczek und Ziege besetzten die Außenbahnen, der offensive Scholl und der defensive Nerlinger die halben Positionen, Basler spielte wieder hinter den Spitzen.

Nur 25 Minuten konnten die Hanseaten das Spiel offen gestalten. Da wirkten sie noch resolut in der Zweikampfführung, energisch im Vorwärtsgang. Doch mit dem Rückstand verkrampften die Rostocker zusehends. Die Hintermannschaft verlor an Sicherheit (Hofschneider). Weilandt und Gansauge bekamen Nerlinger und Scholl nicht in den Griff. Beinlich verlor das Duell gegen Basler. Die Spitzen Akpoborie und vor allem Chalaskiewicz konnten sich kaum in Szene setzen. Als sich beim Führungstor - Ecke von Basler und ungestörter Kopfball von Ziege - wieder einmal die Schwächen bei Standards offenbarten, war das Spiel praktisch entschieden. Hansa, läuferisch und spielerisch unterlegen, besaß nach der Pause eine einzige Torchance (Micevski, 83.) und hätte noch höher verlieren können.

Die Nervosität der Bayern blieb anfänglich nicht verborgen. Ungenaue Befreiungsschläge und Mißverständnisse beim Kombinieren widerspiegelten das angespannte Nervenkostüm. Basler nahm als Erster das Heft in die Hand. Kämpferisch enorm engagiert, leistete er auch eine Riesenarbeit in der Defensive. Zusammen mit dem wendigen Scholl trat er den Beweis an, daß entgegen Trapattonis bisheriger Ansicht doch für beide gemeinsam genügend Platz und Raum auf dem Feld ist, wenn die Mannschaft offensiv eingestellt wird und unter dem Druck des Zweikampfes mit Bayern der Sieg Pflicht ist. Die gezielten Positionswechsel zwischen Basler und Scholl sorgten bei Hansa im Mittelfeld für höchste Verlegenheit, zumal auch Witeczek nicht nur an der Außenbahn klebte und so aus der Scholl-Position geschickt mit dem Oberschenkel das Tor von Klinsmann vorbereitete.

Klinsmann selbst absolvierte als vorderste Spitze ein beispielhaftes Laufpensum, riß Lücken für die nachdrängenden Mittelfeldspieler und nutzte beim Tor resolut und nervenstark seine Schnelligkeitsvorteile gegenüber Hofschneider.

Die Bayern waren im sechsten Vergleich erstmals eine Nummer zu groß für Hansa.

Spieler des Spiels

Jürgen Klinsmann Sturm

2
Spielnote

3
Tore und Karten

0:1 Ziege (33', Basler)

0:2 Klinsmann (56', Witeczek)

0:3 Scholl (62')

Rostock

Bräutigam 3 - März 4 , Hofschneider 4,5, Rehmer 4 - Weilandt 5 , Gansauge 4,5, T. Lange 4,5, Studer 4,5, Beinlich 4,5 - Akpoborie 4,5 , Chalaskiewicz 5

Bayern

Kahn 3 - Helmer 2,5, Babbel 3, Kuffour 3 - Witeczek 3, C. Nerlinger 3 , Ziege 3 , Scholl 2,5 , Basler 2 - Rizzitelli 3,5 , Klinsmann 2

Schiedsrichter-Team

Hellmut Krug Gelsenkirchen

2
Spielinfo

Stadion

Ostseestadion

Zuschauer

24.200 (ausverkauft)

Es berichten Ralf Canal und Jürgen Nöldner