Bundesliga Analyse

Bundesliga 1998/99, 33. Spieltag

SPIELBERICHT

Personal: SC-Trainer Volker Finke stellte nach dem 1:3 in Stuttgart auf zwei Positionen um: Kohl rückte nach seiner Gelb-Sperre wieder für Willi ins Team, im Sturm ersetzte Ver- tragsamateur Hampl Sellimi.

Jürgen Röber brachte nach dem 2:0 gegen Rostock Aracic für den gelb-gesperrten Neuendorf und Dardai für Veit (Innenbandriß).

Taktik: Bei den Freiburgern spielte Libero Hermel wie gewohnt vor der Abwehr, wenn es die Spielsituation zuließ. Mit zwei festen Außen und einem variablen zentralen Mittelfeld wurde per Kurzpaß der Weg zum gegnerischen Strafraum gesucht. Von den nominell zwei Spitzen ließ sich Weißhaupt häufig ins Mittelfeld zurückfallen.

Die Berliner spielten - auswärts durchaus ungewohnt - mit zwei Spitzen. Dafür rückte Wosz auf die linke Außenbahn, wo er sich gelegentlich mit Hartmann abwechselte und dafür ins Zentrum rückte. Weil auch die rechte Seite mit Thom offensiv besetzt war, galt für das zentrale Dreier-Mittelfeld: Defensive zuerst. In der Abwehr spielte Libero Rekdal meist auf einer Linie mit den Manndeckern, die - ebenso wie die beiden Freiburger - ihre Gegenspieler im Raum übernahmen.

Spielverlauf: Zu Beginn der Partie bot sich das schon gewohnte Bild im Dreisamstadion: Die Freiburger hatten mehr Ballbesitz und zeigten - angetrieben vom fleißigen, spielstarken Baya - gefälligen Kombinationsfußball. Allerdings gerieten die disziplinierten, ballsicheren Berliner kaum ernsthaft in Gefahr. Die Dreierkette in der Abwehr stand kompakt, das gut gestaffelte zentrale Mittelfeld verengte die Räume vor dem eigenen Strafraum geschickt. Weil die Gäste auf der anderen Seite mit ihrer Kontertaktik aber kaum torgefährlich waren, fiel das 0:1 eher überraschend - begünstigt durch einen Abspielfehler von Kohl und schwachem Stellungsspiel des bis dahin zweikampfstarken Diarra. Der Rückstand brachte einen Bruch im Freiburger Spiel. Lediglich kurz vor der Pause gelang es den Gastgebern noch einmal, ihren Gegner unter Druck zu setzten.

Zwar brachte die Einwechselung von Sellimi kurzzeitig Schwung in die Offensiv-Bemühungen, aber das spielentscheidende 0:2 deutete sich nach gefährlichen Kontern der Berliner und Großchancen für Thom (62.) und Preetz (63.) schon vorher an. In der Schlußphase kamen die Freiburger durch Wassmer (80., 90.) zu ihren besten Chancen, der starke Kiraly aber verhinderte einen Treffer.

Fazit: Ein verdienter Erfolg für die abgeklärten Berliner gegen einen Gegner, der im Abschluß zu schwach war.

Spieler des Spiels

Andreas Thom Sturm

2
Spielnote

3,5
Tore und Karten

0:1 Preetz (27', Kopfball, M. Hartmann)

0:2 Aracic (70', Rechtsschuss, Thom)

Freiburg

Golz 3 - D. Schumann 2,5 , Diarra 4, Hermel 3,5 - R. Kohl 4,5, Günes 4, Pavlin 4,5 , Tskitishvili 4,5, Baya 2,5 - Weißhaupt 4,5 , Hampl 5

Hertha

Kiraly 2 - Herzog 3, Rekdal 3, Sverrisson 3 - Dárdai 3,5, M. Hartmann 3, Thom 2, Tretschok 2,5, Wosz 3,5 - Preetz 3 , Aracic 3

Schiedsrichter-Team

Georg Dardenne Nettersheim

2,5
Spielinfo

Stadion

Dreisamstadion

Zuschauer

22.500 (ausverkauft)

Es berichten Uwe Marx und Peter Nickel