Bundesliga Analyse

Bundesliga 1998/99, 33. Spieltag

SPIELBERICHT

Personal: Verletzungen (De Kock, Van Hoogdalem und Mulder) sowie Sperren (Büskens) ließen das Personalkarussell beim FC Schalke mächtig rotieren. Müller und Tapalovic agierten als Manndecker für die beiden angeschlagenen Holländer, Kmetsch kam ins Mittelfeld, Max in den Angriff. Bei der Frankfurter Eintracht spielte lediglich Pedersen für Kutschera (Leistenzerrung).

Taktik: Durch die personellen Änderungen verschob sich das gesamte Mannschaftsgefüge der Schalker: Kmetsch spielte halbrechts defensiv, Alpugan halblinks. Die Außenbahnen wurden von Held (rechts) und Nemec besetzt, während Wilmots zentral hinter den beiden Spitzen Hami und Max agierte. Die defensive Besetzung der beiden Halbpositionen im Mittelfeld sollte die Frankfurter Kreativabteilung mit Sobotzik und Bernd Schneider lahmlegen. Von hinten heraus hatte Thon die Aufgabe, als Libero immer wieder die Mittelfeldaktionen anzukurbeln, Überzahl zu schaffen und mit langen Bällen die Außen einzusetzen. Dies gelang aber lediglich im Ansatz, da die Frankfurter ähnlich agierten - nur eben technisch reifer und offensiver. Janßen, von Schur (der sich außerdem aufmerksam um Wilmots kümmerte) abgesichert, war meist Ausgangspunkt für die Angriffsbemühungen der Hessen, die vor allen Dingen über Kombinationen Sicherheit gewinnen wollten.

Spielverlauf: Schalke bestrafte Frankfurts Schläfrigkeit in der Anfangsphase - doch selbst nach dem klaren Rückstand hatte man nie das Gefühl, daß die Eintracht als Verlierer vom Platz gehen könnte. Unbeeindruckt von den Rückschlägen übernahm man couragiert das Kommando, erspielte sich, meist über das Trio Janßen, Schneider und Sobotzik, klare Möglichkeiten.

Paradox: Als die Frankfurter, geschlaucht von Pressing und den unermüdlichen Versuchen Richtung Schalker Tor, nach knapp 70 Minuten zu ermüden schienen, sorgte Janßen mit seiner Energieleistung nach schönem Schneider-Paß für die Entscheidung, die Nikolov Minuten später mit einer phantastischen Parade gegen Wolfs Kopfball endgültig sicherte.

Fazit: Mehr Torchancen, mehr Tore, mehr Spielanteile, mehr Wille: Die Eintracht ging als verdienter Sieger vom Platz und sicherte sich die letzte Chance.

Es berichten Frank Lußem und Stephan von Nocks