Bundesliga Analyse

Bundesliga 1998/99, 28. Spieltag

SPIELBERICHT

Personal: Beide Teams mit zwei Veränderungen. Beim Meister erhielt in der Manndeckung Samir den Vorzug gegenüber Koch, nahm Reich (nach Grippe) den Platz von Riedl (Gelb- Sperre) ein. Freiburg mit neuem Angriff: Ben Slimane ersetzte Wassmer, Weißhaupt rückte für Sellimi nach vorne, der Günes weichen mußte.

Taktik: Mit Ballack als Schaltzentrale und Ratinho sowie Reich auf den Außenbahnen versuchten die Pfälzer ihr Glück in der Offensive. Ohne Erfolg. Weil die Aktionen des Champions League-Anwärters halbherzig vorgetragen wurden, von Abwehrchef Sforza bis hin zu Angriffsführer Marschall kein Verantwortungsträger konsequent Initiative ergriff, sich Unsicherheiten wie ein roter Faden durch alle Mannschaftsteile zogen. Gefahr drohte Freiburg allein bei Standardsituationen.

Trainer Finke hielt trotz der Niederlagenserie an der gewohnten Formation fest mit einer Dreier- Abwehrreihe, drei rochierenden Mittelfeldspielern (Günes, Kobiaschwili, Baya), zwei festen Außen (Kohl, Zkitischwili) und zwei Spitzen, von denen sich Weißhaupt durch geschicktes Zurückfallen immer wieder der Bewachung von Samir entzog. Der enorm lauffreudige Günes und Weißhaupt waren die Aktivposten beim Sportclub, der seine wenigen Konter konzentriert vortrug. Zunächst aber nur bis zur Strafraumgrenze.

Spielverlauf: Das Führungstor durch Weißhaupt war die Quittung für Kaiserslauterns Konzept- und Kopflosigkeit. Darauf reagierte Otto Rehhagel mit zahlreichen Umstellungen zu Beginn der zweiten Hälfte. Koch löste den schwachen Samir ab, Ramzy spielte Libero für Sforza, der anstelle von Ballack Ordnung und Linie ins Spiel bringen sollte. Vertragsamateur Junior erwies sich als Belebung auf der rechten Außenbahn für Ratinho, der auch auf halbrechter Mittelfeldposition eine einzige Enttäuschung war. Freiburg überstand die kurze Drangperiode des Titelverteidigers unbeschadet, behielt zu jedem Zeitpunkt der Partie klaren Kopf, ohne allerdings übermaßen gefordert zu werden von einem Gegner, der nicht mehr die Kraft hatte für ein letztes, entscheidendes Aufbäumen.

Fazit: Freiburg war fußballerisch besser, setzte erfolgreich auf kleine Kräfte (Baya, Günes, Kobiaschwili) gegen die großgewachsenen Marschall & Co, die einfallslos mit hohen Bällen vergeblich die Wende herbeizuführen bemüht waren. Der Versuch in der Schlußphase mit Manndecker Hrutka als Brecher im Angriff dokumentierte Lauterns Hilflosigkeit.

Spieler des Spiels

Marco Weißhaupt Mittelfeld

2,5
Spielnote

4
Tore und Karten

0:1 Weißhaupt (38', Rechtsschuss, Tskitishvili)

0:2 Baya (90', Linksschuss)

K'lautern

Reinke 3 - Sforza 4, Schjønberg 4 , Ibrahim 5 - Roos 4, Ramzy 4, Ballack 5 , Ratinho 5, Reich 5 - Rische 4, Marschall 4

Freiburg

Golz 3 - D. Schumann 3, Hermel 4, Diarra 3 - R. Kohl 4, Kobiashvili 4, Tskitishvili 3,5 , Günes 2,5, Baya 4 - Weißhaupt 2,5 , Ben Slimane 4,5

Schiedsrichter-Team

Jürgen Aust Köln

3
Spielinfo

Stadion

Fritz-Walter-Stadion

Zuschauer

41.500 (ausverkauft)

Es berichten Peter Nickel und Uli Gerke