Bundesliga Analyse

Bundesliga 1998/99, 23. Spieltag

SPIELBERICHT

Personal: Beim VfB fehlten der gesperrte Keller und die verletzten Carnell, Stojkovski, Markovic und Legat. Thomas Schneider rückte auf die linke Seite der Viererkette, im linken Mittelfeld spielte Lisztes. Borussen-Trainer Bonhof bot die gleiche Mannschaft auf, die zuletzt zu Hause gegen Duisburg mit 0:2 verloren hatte. Polster saß also erneut nur auf der Bank.

Taktik: Der VfB begann mit seinem erfolgreichen Spielsystem, Vierer-Abwehrkette und Raute im Mittelfeld. Nach den Ausfällen Kellers und Carnells fehlte jedoch ein Linksfuß auf der linken Seite. Die Borussia lief mit einer Dreierkette in der Abwehr, einer gestaffelten Viererkette davor und Deisler zentral hinter den beiden Spitzen auf.

Spielverlauf: Nach 15minütiger Anlaufzeit kontrollierte der VfB Ball und Gegner. Die Viererkette stand gut, Soldo, dem viele Abspielfehler unterliefen, gewann seine Zweikämpfe im defensiven Mittelfeld, und die Aufstellung von Lisztes wirkte sich positiv auf das Offensivspiel aus. Balakov, erstmals in der Rückrunde nicht hautnah gedeckt - Sopic bzw. Frontzeck übernahmen ihn im Raum -, und der Ungar teilten sich die Last des Spielaufbaus. Die Folge: Schön anzusehende Ballstaffetten, die die zu weit von ihren Gegenspielern entfernten Borussen nicht stoppen konnten. Am Strafraum jedoch endete das Latein der Schwaben. Im Abschluß fehlte die Konsequenz, Bobic und Akpoborie konnten sich gegen Klinkert und Asanin kaum einmal durchsetzen. Die Borussia ihrerseits zeigte große Schwächen schon im Spielaufbau. Eberl und Witeczek enttäuschten auf den Außenbahnen, Deisler allein zeigte sich trotz guter Ansätze überfordert.

Mit den drei Einwechslungen wendete Bonhof das Blatt. In zentraler Position spielte Witeczek nun stark auf, Ketelaer wirbelte auf der linken Seite, Klinkert entwickelte als Brecher in der Spitze große Torgefahr. Der VfB beging den Fehler, viel zu schnell ungenaue lange Bälle in den Gladbacher Strafraum zu schlagen, anstatt den Ball in den eigenen Reihen laufen zu lassen und geduldig auf seine (Konter-) Chance zu warten.

Fazit: Nach dem 2:0 gab der VfB durch Pech (Pfostenschuß Akpoborie) und die eigene dumme Spielweise einen sicher scheinenden Sieg noch aus den Händen. Andererseits verdiente sich die Borussia das Unentschieden aufgrund ihres nie erlahmenden Kampfgeists.

Spieler des Spiels

Michael Klinkert Abwehr

2
Spielnote

3
Tore und Karten

1:0 Lisztes (19', Rechtsschuss)

2:0 Balakov (60', Linksschuss)

2:1 Frontzeck (67', Linksschuss, Klinkert)

2:2 Ketelaer (89', Linksschuss, Klinkert)

Stuttgart

F. Wohlfahrt 3 - Thiam 3, Berthold 3,5 , Verlaat 3, T. Schneider 3 - Soldo 4 , K. Djordjevic 5 , Lisztes 2,5 , Balakov 3 - Akpoborie 4,5 , Bobic 4,5

Gladbach

Enke 3 - Klinkert 2, Andersson 3, Asanin 4 - Sopic 4 , Frontzeck 2,5 , Eberl 4,5 , Witeczek 3, Deisler 3,5 - Pettersson 5 , Feldhoff 5

Schiedsrichter-Team

Edgar Steinborn Sinzig

2
Spielinfo

Stadion

Gottlieb-Daimler Stadion

Zuschauer

28.500

Es berichten Oliver Bitter, Harald Kaiser und Günter Wiese