Bundesliga Analyse

Bundesliga 1998/99, 20. Spieltag

SPIELBERICHT

Personal: Schalke begann mit Eigenrauch für den formschwachen Held und Goossens für den gesperrten Mulder. Hertha- Trainer Röber ersetzte Rekdal, der sich im letzten Spiel gegen Dortmund früh verletzt hatte, wie eine Woche zuvor durch Neuendorf. Für Veit (Gelb-Rot- Sperre) kam Covic - nicht wie von vielen erwartet Thom - und für Wosz (Gelb-Sperre) Dardai.

Taktik: Schalke begann mit Max als einziger Spitze. Dahinter sollten mit Goossens und Hami zwei offensiv orientierte Spieler auf den Halbpositionen Akzente nmach vorne setzen. Defensiv verordnete Huub Stevens die Heimtaktik, mit Libero Müller vor den beiden Manndeckern. Die Berliner standen in diesem Bereich auf einer Linie. Im Mittelfeld sollte Dardai für Impulse und Entlastung sorgen.

Spielverlauf: Die erste halbe Stunde zeigte ausschließlich Einbahnstraßen-Fußball Richtung Hertha-Tor. Mit enormer Laufbereitschaft entwickelten die Schalker sehr viel Druck. Müller schaltete sich oft ein, Hami verteilte gescheit die Bälle. Gefährlich wurden die Hausherren besonders bei Freistößen.

Die Berliner vernachlässigten das Spiel über die Außenpositionen, obwohl Eigenrauch auf der linken Angriffsseite durch einige Unsicherheiten Möglichkeiten offenbarte. Dardai bekam das Spiel nicht in den Griff. Dies hatte zur Folge, daß zwischen Mittelfeld und Angriff eine große Lücke klaffte und die beiden Stürmer Preetz und Aracic in der Luft hingen. Auch von den beiden defensiv orientierten zentralen Mittelfeldspielern, Tretschok und Schmidt, kam zu wenig Entlastung. Lediglich in der letzten Viertelstunde vor der Pause gab es einige zaghafte Ansätze.

Hertha BSC präsentierte sich im zweiten Durchgang kompakter, ohne jedoch das Angriffsspiel beleben zu können. Doch wenigstens in der Defensive stabilisierte sich die Mannschaft. Schalke blieb zwar optisch feldüberlegen, ohne jedoch Chancen herauszuarbeiten. Die hohe Aggressivität des ersten Durchgangs konnte nicht aufrecht erhalten werden. So wurde es für den Berliner Keeper Kiraly nur brenzlig, wenn der schußstarke Hami zu Standardsituationen antrat.

Fazit: Weil der FC Schalke 04 in der ersten Halbzeit die sich bietenden Chancen nicht nutzte und im zweiten Durchgang nicht mehr so viel Druck entwickelte, geht das fünfte torlose Unentschieden dieses Spieltages letztendlich in Ordnung. Auch wenn es für Berlin lange schmeichelhaft war. Hertha BSC verhielt sich viel zu passiv, um die Nullnummer durchbrechen zu können.

Es berichten Ralf Canal und Dirk Westerheide