Bundesliga Analyse

Bundesliga 1998/99, 19. Spieltag

SPIELBERICHT

Personal: Leverkusens Trainer Daum brachte Rink im Angriff für den grippegeschwächten Meijer, stellte Mamic für den gesperrten Ramelow ins zentrale defensive Mittelfeld. Freiburgs Coach Finke entschied sich nach dem kurzfristigen Ausfall von Manndecker Müller (Leistenprobleme) in der Innenverteidigung für das Duo Diarra und Schumann und gegen Hoffmann; Organisator in der Abwehr war Libero Hermel. Auf der rechten Seite erhielt Kohl den Vorzug vor Rietpietsch, Sellimi durfte statt Ben Slimane im Sturm neben Weißhaupt ran.

Taktik: Leverkusen bemühte sich um Druck, wollte vor allem auf den Außenpositionen mit Reeb rechts und Zé Roberto links den Freiburger Abwehrverband aufreißen. Die Gäste zogen sich weit zurück, lösten sich bei Ballbesitz aber gekonnt, zogen bei ihren Kontern das Spiel weit auseinander und schufen damit etliche Überzahlsituationen. Auf den Außenbahnen hatten sie zudem die besseren Spieler: Kobiaschwili kontrollierte den unkonzentrierten Reeb, Kohl war mit enormem Laufpensum Punktsieger gegen Zé Roberto, der seine besten Szenen hatte, wenn er in die Mitte zog.

Spielverlauf: Die Platzherren ließen vor der Pause alle ihre Tugenden in der Kabine. Kombinationsspiel fand nicht statt, weil die Kreativabteilung mit Nowotny, Emerson und Beinlich überhaupt keine Ideen entwickelte, weil zudem die zu ähnlichen Spielertypen Kirsten und Rink in der Spitze nicht genügend harmonierten, um Räume zu schaffen. Ganz schlimm die Leverkusener Fehler im Spielaufbau (Happe, Mamic), die den Gästen immer wieder leichtes (Konter-)Spiel bescherten.

Die Freiburger waren spielerisch stark, fanden auch in Bedrängnis immer eine elegante Lösung zum Spielaufbau. Und sie standen in der Abwehrzentrale mit dem starken Schumann und dem überragenden Diarra enorm sicher. Gefährlich wurde es aber gelegentlich, wenn Mittelfeldspieler ihre Zuordnung bei Standardsituationen nicht ganz so ernst nahmen.

Daß die Gäste nicht mit drei Punkten ins Breisgau zurücckehrten, lag an einem kurzen Blackout ihres Torhüters: Golz kam in der 84. Minute nach einem Beinlich-Eckball ins Stolpern, Rink bedankte sich mit Köpfchen.

Fazit: Ein schmeichelhaftes Unentschieden für konfuse Leverkusener. Hätten die Freiburger in der ersten Halbzeit ihre Chancen genutzt und auf 2:0 oder 3:0 erhöht, wäre das dem Spiel angemessen gewesen.

Spieler des Spiels

Boubacar Diarra Abwehr

1,5
Spielnote

3,5
Tore und Karten

0:1 Weißhaupt (21', Foulelfmeter, Rechtsschuss, Weißhaupt)

1:1 Rink (84', Kopfball, Beinlich)

Leverkusen

Matysek 3 - R. Kovac 3,5, Nowotny 4,5, Happe 5 - Mamic 5 , Reeb 5, Zé Roberto 3 , Emerson 4, Beinlich 3,5 - Kirsten 4, Rink 3,5

Freiburg

Golz 5 - D. Schumann 2,5, Hermel 3,5, Diarra 1,5 - R. Kohl 2,5 , Pavlin 4 , Günes 3,5 , Kobiashvili 3,5, Baya 4,5 - Weißhaupt 4 , Sellimi 5

Schiedsrichter-Team

Bernd Heynemann Magdeburg

3
Spielinfo

Stadion

BayArena

Zuschauer

22.000

Es berichten Frank Lußem und Dirk Westerheide