Bundesliga Analyse

Bundesliga 1998/99, 4. Spieltag

Die Analyse

Personal: Schalke mit fast komplett neuem Mittelfeld: die zuletzt angeschlagenen Wilmots, Nemec und Kmetsch ersetzten Kliouev, Tapalovic und Van Hoogdalem. Schon nach 20 Minuten allerdings mußte die Mannschaft einen neuen Rückschlag verkraften, als Thon mit Oberschenkelzerrung gegen Müller ausgetauscht wurde. Die Nürnberger brachten für den verletzten Günther (Muskelfaserriß) Maucksch im defensiven Mittelfeld.

Taktik: Die Nürnberger stellten Lösch als Manndecker im Mittelfeld gegen Wilmots, Maucksch kümmerte sich um Nemec, und Polunin spielte nur in den ersten fünf Minuten als Offensivmann hinter den Spitzen, heftete sich danach an die Fersen von Kmetsch. Libero Baumann rückte des öfteren hinter die Manndecker, um brenzlige Situationen zu bereinigen. Die Schalker starteten mit ihrem Wunschmittelfeld Kmetsch- Nemec-Wilmots, bemühten sich vor allem auch um Flügelspiel. Das klappte vor der Pause vorzüglich, besonders über rechts, wo Nürnbergs Bürger erhebliche Schnelligkeitsnachteile gegenüber Latal hatte. In der Spitze war Eijkelkamp immer anspielbar, Max rochierte viel, riß Lücken für die Mitspieler auf.

Spielverlauf: Schalke begann sehr druckvoll, ließ den Nürnbergern kaum Atempausen. Da die Abstimmung im Mittelfeld der Gäste zunächst überhaupt nicht stimmte (Polunin schaffte die Umstellung vom Offensivmann zum Bewacher von Kmetsch nicht, dadurch entstanden immer wieder Lücken im Nürnberger Deckungsverband), ergaben sich jede Menge Chancen für Schalke. Herausgespielt wurden sie meistens von Eijkelkamp, der seinen Gegenspieler Täuber nach Belieben vorführte. Allerdings zeigten die Gastgeber nach dem Seitenwechsel erhebliche taktische Schwächen, als sie bei 2:0-Führung munter stürmten, dabei aber die Absicherung (Libero Müller spielte weit vor der Abwehr) vergaßen und sich zweimal Nürnberger Überzahl gegenübersahen - beide Möglichkeiten nutzten die Gästen konsequent aus, kamen so zu einem Punktgewinn im Parkstadion.

Fazit: Ein überaus schmeichelhaftes Remis für die lange Zeit völlig desorientierten Nürnberger. Schalke scheiterte an mangelhafter Chancenauswertung und an taktischen Fehlern nach dem Seitenwechsel.

Es berichten Oliver Bitter und Dirk Westerheide