Bundesliga Analyse

Bundesliga 1996/97, 29. Spieltag

SPIELBERICHT

Bayer Leverkusen mußte Sergio (Muskelverhärtung) ersetzen, spielte ansonsten in der Aufstellung, die in Stuttgart siegreich blieb. Mehr Arbeit als sein Kollege Daum hatte Werder-Coach Dörner bei seinen Planspielen: Ramzy (gesperrt), Herzog (Zehenverletzung), Scholz (Muskelfaserriß) und, aus taktischen Gründen, Brand mußten ersetzt werden. Eilts agierte überraschend als Libero, Lellek sollte in seinem zweiten Bundesligaspiel Kirstens Kreise stören. Pfeifenberger spielte zentral im völlig umformierten Mittelfeld, in dem Skripnik die linke Außenbahn besetzte und Bode neben ihm für offensive Impulse sorgen sollte. Unger und Frings bildeten den rechten Flügel.

Werder bekämpfte Bayer von Beginn an mit fester Zuordnung, Pärchenbildung über den ganzen Platz war die Folge. Aufgeweicht wurde sie lediglich, weil Unger und Frings einige Abstimmungsprobleme auf der rechten Abwehrseite offenbarten und Schierenbeck häufiger als den Bremern lieb sein konnte, aus dem Abwehrzentrum rücken mußte, um auf dem Flügel auszuhelfen.

Leverkusen übernahm von Beginn an die Initiative, drängte Bremen weit in die eigene Hälfte. Die Werder-Offensiv-Abteilung konnte zu keiner Minute für Entlastung sorgen, weil die gut stehende Leverkusener Abwehr den Stürmern nicht die Luft zum Atmen ließ. Werder zog sich nach der Roten Karte für Lellek (nach bösem Foul an Kirsten, der fortan von Pfeifenberger beschattet wurde) noch mehr zurück, baute eine wahre Abwehrmauer auf, gegen die Leverkusen nicht immer intelligent anspielte. So kam es häufig zu Rück- und Querpässen, weil wirklich zündende Ideen im Spiel des Tabellenzweiten fehlten. Trotzdem vorhandene Chancen wurden leichtfertig vergeben (Happe, 35.).

Dieses Bild zeigte sich den Fans auch nach der Pause, selbst das 2:0 beruhigte die Aktionen der personell überlegenen Leverkusener nicht. So kam Bremen langsam, aber sicher ins Spiel, angetrieben von Eilts sorgte vor allen Dingen Bode für Gefahr. Leverkusen machte sich das Leben durch unnötige Ballverluste im zentralen Mittelfeld (N. Kovac, Ramelow) selbst schwer, verlor beim krampfhaften Versuch der totalen Spielkontrolle mehr und mehr an Souveränität. Mit Glück überstand die Daum-Elf schließlich die Drangperiode der Bremer, die Skripnik mit seinem Anschlußtor eingeleitet hatte. Fazit: Ein verdienter Leverkusener Sieg, der zum Schluß unnötig in Gefahr geriet.

Spieler des Spiels

Ulf Kirsten Sturm

1,5
Spielnote

3
Tore und Karten

1:0 Kirsten (23', Meijer)

2:0 Kirsten (64', Foulelfmeter, Zé Elias)

2:1 Skripnik (77', Foulelfmeter, M. Bode)

Leverkusen

Heinen 3 - Nowotny 3, Wörns 2, Happe 3 - Ramelow 4, Zé Elias 4 , Heintze 2, Lehnhoff 2,5, N. Kovac 4 - Kirsten 1,5 , Meijer 2,5

Bremen

Reck 4 - Eilts 2,5 , Schierenbeck 4,5, J. Lellek 5 - Unger 5 , Pfeifenberger 4, Skripnik 4 , Frings 5 , M. Bode 3 - Labbadia 5 , van Lent 5

Schiedsrichter-Team

Dr. Markus Merk Otterbach

3
Spielinfo

Stadion

Ulrich-Haberland-Stadion

Zuschauer

22.000 (ausverkauft)

Es berichten Frank Lußem und Robin Halle