Bundesliga Analyse

Bundesliga 1996/97, 20. Spieltag
Bundesliga

SPIELBERICHT

SPIELBERICHT

Ein Spiel wie auf einer Einbahnstraße, jedoch in einer völlig unerwarteten Richtung: Nicht Hausherr Werder setzte die Akzente, sondern die Schwaben. Stuttgart dominant und agierend, Bremen desolat und nur reagierend, am Ende mit einem schmeichelhaften Remis noch gut bedient.

Beide Seiten mit einer Rumpfmannschaft, wobei die Personalnot beim VfB sich als noch gravierender erwies. Mit den gesperrten Elber (Gelb-Rot), Soldo, Poschner und Hagner (alle 5. Gelbe Karte) fehlten gleich vier Stammkräfte. Die Gastgeber beklagten mit Eilts (Gelb-Rot) und Todt (Armbruch) den Ausfall von zwei Leistungsträgern.

Ramzy rückte auf die Liberoposition, der wiedergenesene Pfeifenberger kam als Manndecker zum Einsatz. Brand im linken Mittelfeld, da Bode zunächst wieder im Angriff aushelfen mußte. Skripnik kümmerte sich um Balakov. VfB- Trainer Löw setzte im defensiven Mittelfeld auf die Talente Endreß und Grimm, der als Sonderbewacher von Herzog fungierte. Als Hagner-Ersatz auf der rechten Flanke erhielt Buck den Vorzug vor Haber.

Werder erwischte einen Blitzstart durch Herzogs Doppelschlag. In dieser Phase verriet die VfB-Deckung Abstimmungsprobleme, die jedoch schnell abgestellt wurden. Vor allem dank des souveränen Berthold, der eine fast fehlerfreie Partie bot. Zudem war Bremens Offensivspiel durch mangelnde spielerische Qualität geprägt. Herzog stand allein auf weiter Flur, durch Unger und Scholz kaum unterstützt. Brand, durch Buck sehr in die Defensive gedrängt, und Skripnik, mit der Bewachung Balakovs beschäftigt, fielen für den Aufbau weitgehend aus. So hing auch Labbadia zumeist in der Luft.

Anders die Stuttgarter, die die Partie bestimmten und ein deutliches Chancenplus erarbeiteten. Spiel auf ein Tor, auf das Tor des überragenden Reck, erst recht nachdem Werder durch Pfeifenbergers Feldverweis in Unterzahl geriet. Statt eines magischen Dreiecks diesmal ein mobiles Duo auf den Flanken: die Flügelzange Buck (rechts) und Legat (links). Immer gefährlich auch der angeschlagene Bobic (Knieprellung). Umstellungen zur Pause: Dörner nahm Bode zurück, um die linke Seite dichtzumachen und mit Brand im zentralen Mittelfeld mehr spielerische Akzente zu setzen, brachte mit Flo einen weiteren Stürmer. Löw indes erhöhte den Angriffsdruck durch diese Maßnahmen: Verlaat vor ins Mittelfeld und Endreß in die Dreierkette zurück, mit Lisztes eine zusätzliche Offensivkraft. Maßnahmen mit spätem Erfolg.

Spieler des Spiels

Oliver Reck Tor

1,5
Spielnote

2,5
Tore und Karten

1:0 A. Herzog (5', Foulelfmeter, C. Brand)

1:1 Bobic (10', Buck)

2:1 A. Herzog (12', Labbadia)

2:2 T. Schneider (86', Berthold)

Bremen

Reck 1,5 - Pfeifenberger 4 , Ramzy 2, M. Schulz 5 - Skripnik 4,5 , H. Scholz 4, Unger 5 , C. Brand 4 , A. Herzog 2,5 - Labbadia 4,5, M. Bode 4

Stuttgart

F. Wohlfahrt 3 - T. Schneider 2,5 , Verlaat 3,5, Berthold 1,5 - Grimm 3,5 , Endreß 4 , Buck 2 , Legat 2, Balakov 3 - Gilewicz 3,5 , Bobic 2,5

Schiedsrichter-Team

Hellmut Krug Gelsenkirchen

3,5
Spielinfo

Stadion

Weser-Stadion

Zuschauer

30.792

Es berichten Hans-Günter Klemm, Hubert Meyer und Michael Richter