Bundesliga 2010/11, 26. Spieltag
15:38 - 8. Spielminute

Gelbe Karte
Farfan
Schalke

15:52 - 22. Spielminute

Gelbe Karte
Schwegler
Frankfurt

16:16 - 45. + 1 Spielminute

Tor 1:0
Jurado
Foulelfmeter,
Rechtsschuss
Vorbereitung Raul
Schalke

16:16 - 45. Spielminute

Gelbe Karte
Fährmann
Frankfurt

16:32 - 46. Spielminute

Spielerwechsel (Frankfurt)
Heller
für Clark
Frankfurt

16:39 - 53. Spielminute

Gelbe Karte
Meier
Frankfurt

16:47 - 60. Spielminute

Spielerwechsel (Schalke)
Matip
für Kluge
Schalke

16:50 - 63. Spielminute

Spielerwechsel (Frankfurt)
Gekas
für Halil Altintop
Frankfurt

16:58 - 70. Spielminute

Tor 1:1
Tzavellas
Linksschuss
Frankfurt

17:02 - 75. Spielminute

Spielerwechsel (Schalke)
Draxler
für Jurado
Schalke

17:10 - 83. Spielminute

Spielerwechsel (Schalke)
Charisteas
für Gavranovic
Schalke

17:11 - 84. Spielminute

Tor 2:1
Charisteas
Linksschuss
Vorbereitung Neuer
Schalke

17:13 - 86. Spielminute

Spielerwechsel (Frankfurt)
Fenin
für Rode
Frankfurt

S04

SGE

Drei irre Tore - SGE trifft wieder - Farfan gesperrt

Schlitzohr Raul, Erlöser Tzavellas, Joker Charisteas - Kuriositäten en masse auf Schalke

Ralf Fährmann und Raul

Kurz vor dem ersten von drei verrückten Toren: Fährmann hat Raul gelegt - Elfmeter. picture-alliance

Zwei Startelf-Wechsel nahm Schalke-Coach Felix Magath am Ende einer aufregenden Woche vor: Papadopoulos ersetzte den rotgesperrten Höwedes, Annan, beim 3:1 in der Champions League gegen Valencia wie immer nicht spielberechtigt, verdrängte Matip wieder auf die Bank. Apropos Bank: Da fand sich überraschend auch Frankfurts Hinrunden-Torjäger Gekas wieder, Trainer Michael Skibbe baute in seiner Geburtsstadt Gelsenkirchen stattdessen auf den zwischenzeitlich ausgemusterten Ex-Kapitän Amanatidis (erster Startelf-Einsatz seit Anfang Dezember). Außerdem neu gegenüber dem 0:0 gegen Kaiserslautern: Clark (nach Jochbeinbruch), Caio (nach Bauchmuskelblessur) und Halil Altintop, die Franz (10. Gelbe Karte), Kapitän Ochs (Kapselein- und Außenbandanriss) und Köhler (Muskelfaserriss) vertraten.

Wenig Bewegung, wenig Tempo, wenig Kreativität: So stellte sich die erste halbe Stunde auf Schalke da - auf Unterhaltung warteten die Zuschauer vergebens. Viele Ungenauigkeiten verhinderten hüben wie drüben geordnete Angriffe, die Eintracht setzte aus einer konzentrierten Defensive heraus immerhin zwei kleine offensive Nadelstiche in der Anfangsphase. Altintop versetzte Uchida und prüfte Neuer dann ebenso (19.) wie neun Minuten später Caio, der es mit einem 35-Meter-Flatterfreistoß versuchte.

Erst in der Schlussviertelstunde des ersten Durchgangs wurde es dann endlich etwas lebhafter, was vor allem an Schalkes rechter Seite lag, die die wenigen sehenswerten Offensivaktionen der Hausherren lancierte. Jung rettete im letzten Moment vor Gavranovic, nachdem Fährmann eine Uchida-Flanke nicht hatte festhalten können (32.). Fünf Minuten später hielt der Eintracht-Keeper gegen Kluges Schuss.

Fährmann schaut nicht zurück und übersieht Raul in der Nachspielzeit

Es war trotz allem eine unansehnliche erste Hälfte - der Fährmann in letzter Minute doch noch die Würze verlieh: Der Ex-Schalker legte sich im Strafraum seelenruhig den Ball zum Abschlag auf den Boden und übersah völlig, dass Raul noch hinter ihm lauerte. Der Spanier, der nur darauf gewartet hatte, schnappte sich die Kugel, Fährmann senste ihn um, und Jurado verwandelte den fälligen Elfmeter souverän zur 1:0-Pausenführung (45.+1).

1. Bundesliga, 26. Spieltag

Mit Heller für Clark sollte nach Wiederbeginn endlich das erste Eintracht-Tor 2011 her, erst einmal drängte aber S04 vehement auf die Vorentscheidung. Spielverderber jeweils: Unglücksrabe Fährmann! Erst parierte er Farfans Mischung aus Torschuss und Flanke bravourös (47.), dann nahm er Gavranovic, der ihn nach Rauls Steilpass umkurven wollte, den Ball vom Fuß (50.), und schließlich verkürzte er gegen Uchida geschickt den spitzen Winkel (58.). Das war mal Licht, Schatten folgte sogleich: Eine Uchida-Flanke konnte Fährmann nicht festhalten, aber Gavranovic brachte es fertig, aus wenigen Metern übers leere Tor zu schießen (62.).

Und der Leichtsinn hielt weiter Einzug in Gelsenkirchen, verteidigt wurde nur noch am Rande. Gekas, erst eine Minute auf dem Platz, schob aus bester Position Neuer den Ball in die Arme (64.), eine Minute später ließ Fährmann Farfan nicht an sich vorbei. Wahnsinn, was die Akteure "verballerten" - und wie dann die Tore fielen! Denn es tat sich erneut Kurioses auf Schalke: Ein 73-Meter-Pass von Tzavellas aus der eigenen Hälfte landete im Tor der "Knappen", weil sich Neuer, noch irritiert von Gekas, völlig verschätzte (70.). Die Eintracht hatte also ein Tor geschossen, der Bann war gebrochen.

Charisteas trifft mit dem ersten Ballkontakt - auf Vorlage von Neuer

Frankfurt hatte jetzt Oberwasser, die Erleichterung war spürbar. Magath spürte, dass seine Defensive plötzlich gehörig wackelte - und reagierte mit der Einwechslung von Charisteas. Und keine Minute später war der Grieche Matchwinner! Neuer haute einen Ball nach vorne, Russ verschätzte sich, und Charisteas überwand bei seinem ersten Ballkontakt im Schalker Trikot Fährmann ganz cool (84.). Es war der Endstand, denn die SGE erholte sich von dem Schock nicht mehr.

Spieler des Spiels

Raul Sturm

1,5
Spielnote

Nach fader erster Halbzeit wurde die Partie rassiger, auch spielerisch anspruchsvoller.

3,5
Tore und Karten

1:0 Jurado (45' +1, Foulelfmeter, Rechtsschuss, Raul)

1:1 Tzavellas (70', Linksschuss)

2:1 Charisteas (84', Linksschuss, Neuer)

Schalke

Neuer 5 - Uchida 3, K. Papadopoulos 3,5, Metzelder 3,5, Escudero 3,5 - Kluge 3 , Annan 4, Farfan 3 , Jurado 3,5 , Raul 1,5 - Gavranovic 4

Frankfurt

Fährmann 5 - S. Jung 3,5, Rode 4 , Russ 4,5, Tzavellas 3,5 - Schwegler 3,5 , Clark 4 , Halil Altintop 4,5 , Caio 4,5, Meier 4 - Amanatidis 4,5

Schiedsrichter-Team

Markus Schmidt Stuttgart

2
Spielinfo

Stadion

Veltins-Arena

Zuschauer

61.673 (ausverkauft)

Ausgerechnet mit einem umstrittenen Winterneuzugang haben sich Magath und Schalke also etwas Luft verschafft, für Skibbe wird selbige dagegen dünner und dünner. Am Samstag (15.30 Uhr) kommt mit St. Pauli ein direkter Konkurrent nach Frankfurt, Schalke muss 24 Stunden später in Leverkusen antreten - ohne Farfan, der seine fünfte Gelbe Karte kassierte.