2. Bundesliga

VfL Osnabrück: Koschinat fordert "Derbymentalität" gegen Hannover

"Erstmaliges Versagen" seiner Osnabrücker in Elversberg

"0:7 wettmachen": Koschinat fordert Derbymentalität gegen Hannover

Lebt den vollen Einsatz an der Seitenlinie vor: Uwe Koschinat, Trainer des VfL Osnabrück.

Lebt den vollen Einsatz an der Seitenlinie vor: Uwe Koschinat, Trainer des VfL Osnabrück. IMAGO/osnapix

Schon nach dem 1:3 in Elversberg sprach Osnabrücks Trainer Uwe Koschinat sein Verständnis für den Frust der mitgereisten Anhänger aus. Seine Mannschaft hatte die 20 Minuten vor der Pause völlig verschlafen und war schnell mit 0:3 in Rückstand geraten. "Ich musste das erste Mal sehr, sehr hart werden in der Halbzeitpause", erinnerte sich der 52-Jährige, der seit Ende November im Amt ist, vor dem Spiel gegen Hannover 96. 

"Seitdem ich hier bin, haben wir sehr positiv über die Inhalte gesprochen. Ich glaube, die Menschen haben gespürt, dass die Mannschaft eine Veränderung durchgemacht hat", blickte der Coach zurück. Doch auch er weiß: "Du hast als Fan keine Lust, permanent über positive Inhalte zu sprechen, sondern willst am Ende Ergebnisse - und da haben wir einfach zu wenig geliefert."

Lila-Weiß steht weiterhin abgeschlagen am Tabellenende der 2.  Bundesliga, bereits zehn Punkte fehlen zu Relegationsplatz 16 - und mit Hannover 96 ist am Samstag (13 Uhr, LIVE! bei kicker) ein Team zu Gast, das noch voll im Aufstiegsrennen steckt. "Sie verfügen prinzipiell über eine ganz hohe Zahl an herausragenden Individualisten. Das ist nicht nur Marcel Halstenberg, der im letzten Jahr noch bei einem Top-Bundesligisten Stammspieler und immer im Dunstkreis der Nationalmannschaft war", betonte Koschinat.

Das Jahr 2024 gehört Hannover 96.

Uwe Koschinat

Dennoch sei es "sehr ungewöhnlich, dass ein deutscher Nationalspieler in der 2. Bundesliga unterwegs ist, der noch nicht vom Alter drüber ist, sondern sich aktiv dafür entschieden hat, diesen Verein in die erste Liga zu führen", erklärte der gebürtige Koblenzer. "Das merkt man dieser Truppe an." Was man ihr hingegen bislang "überhaupt nicht" anmerke, sei der Winterabgang von Derrick Köhn zu Galatasaray Istanbul. Auch ohne ihren linken Schienenspieler feierten die 96er zuletzt in Hamburg (4:3) und gegen Fürth (2:1) die Siege drei und vier in Serie und schoben sich auf einen Punkt an Platz drei ran. "Das Jahr 2024 gehört Hannover 96", unterstrich Koschinat.

Entsprechend sei klar: "Sie werden logischerweise beim Tabellenletzten drei Punkte einkalkulieren." Die besondere Herausforderung für den VfL liege darin, dass Hannover zuletzt regelmäßig sowohl aus dem Spiel als auch nach Standards zum Erfolg kam. "Es wird nicht nur darum gehen, sie fußballerisch einzugrenzen, sondern auch körperlich", analysierte der Trainer. "Gegen Hannover nur zu verteidigen, das wird nicht ausreichen. Trotzdem ist die Art, wie wir spielen, wenn Hannover in Ballbesitz ist, ein absoluter Schlüssel."

Dabei kann Koschinat fast aus den Vollen schöpfen. John Verhoek ist nach seinem grippalen Infekt zurück im Training, Florian Kleinhansl hat seine Gelbsperre abgesessen. Lediglich Lars Kehl (Mittelfußbruch) muss weiter passen.

"Unabhängig vom Verhältnis": Koschinat entfacht Derbystimmung

Auch wenn die Optionen somit durchaus gegeben wären, will der Coach nach dem zwischenzeitlichen Totalausfall in Elversberg nicht gleich alles auf den Kopf stellen. "Natürlich ist ein Spiel wie das in Elversberg immer ein Faktor, bei dem du dir als Trainer Gedanken machst, ob du möglicherweise auf der einen oder anderen Position austauschen musst", gestand Koschinat. "Auf der anderen Seite fände ich es aber auch total fehlerhaft, so ein erstmaliges Versagen direkt in der Konsequenz zu nutzen, um komplett alles neu zu durchdenken."

Ein besonderes Augenmerk werde er allerdings auf die Mentalität legen. Die geografische Nähe zu den Hannoveranern möchte er dafür nutzen, um ein Feuer zu entfachen. "Ich kann es noch nicht so richtig einordnen, wie das Verhältnis des Klubs zu Mannschaften ist, die schon irgendwo im erweiterten Einzugsgebiet liegen", gestand Koschinat. "Für mich muss es aber absolut klar sein, völlig unabhängig vom Verhältnis der Osnabrücker zu Hannover 96, dass wir eine glasklare Derbymentalität an den Tag legen." Schließlich weiß auch der Coach - wenngleich er am 6. Spieltag noch nicht im Amt war -, dass es "ein 0:7 aus dem Hinspiel wettzumachen" gibt.

dza

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