WTA, Finale der US Open 2018: US-Star kassiert Strafen

Eklat in New York! Williams verliert Finale gegen Osaka

Tennis - 09.09. 01:00

So etwas hat der weltweite Tennis-Zirkus auch noch nicht oft erlebt: Das Damen-Finale der US Open 2018 zwischen US-Star Serena Williams und der japanischen Herausforderin Naomi Osaka wurde von einem Eklat heimgesucht. Dieser brachte Williams, einer der erfolgreichsten Tennis-Spielerinnen aller Zeiten, Strafen ein - und kostete ihr nach 2:6 und 4:6 den Sieg. Wut kam auf, Tränen flossen - und Osaka feierte ihr "Wunder".

Wut und Tränen auf der einen, Freude auf der anderen Seite: Serena Williams (links) verlor das US-Open-Finale 2018 gegen Naomi Osaka. © Getty Images

Serena Williams hat im Damen-Finale der US Open 2018 mächtig für Aufsehen gesorgt: Sichtlich unzufrieden nach dem 2:6 im ersten Satz gegen die Außenseiterin Naomi Osaka rechtfertigte sich der inzwischen 36-jährige US-Star gegenüber Stuhlschiedsrichter Carlos Ramos (Portugal) zunächst, weil dieser geheime Absprachen mit ihrem Trainer witterte. Ihr lautstarkes Statement vor den tausenden Fans im Arthur Ashe Stadium: "Ich würde niemals betrügen. Lieber verliere ich ein Spiel, als zu tricksen."

Inmitten des zweiten Satzes sprach der Stuhl-Schiedsrichter plötzlich Strafen gegen Williams aus - was diese nicht fassen konnte und gar zu Tränen trieb. Doch es gab Gründe für das Urteil: Zunächst schmetterte die Tennisspielerin ihren Schläger auf den Boden, ehe sie den Referee gar als "Dieb" und "Lügner" bezichtigte. Nach der dritten Verwarnung kam sogar Oberschiedsrichter Brian Earley auf den Platz, es gab Buhrufe und sogar ein Spielabbruch stand offenbar im Raum. Letztendlich nutzte ihr aber alles Lamentieren nichts - im Gegenteil: Williams kam nicht mehr richtig zu ihrem Spiel, das sie am gesamten Abend nicht gut aufgezogen hatte.

Nach Punkt- und Spielstrafe schlug Osako letztlich nach 6:2 und 5:4-Führung per Aufschlag zum Sieg auf. Und die Japanerin blieb cool, zeigte sich nervenstark, sicherte sich den zweiten Satz und krönte sich nach 1:19 Stunden zum Champion in New York, in Flushing Meadows. Außerdem gewann die erst 20-Jährige als erste Japanerin überhaupt einen Grand Slam im Einzel - und erhält 3,8 Millionen US-Dollar Preisgeld.

Unschöne Randnotiz: Weil das Publikum, das größtenteils für die beliebte Williams die Daumen gedrückt hatte, nicht ganz nachvollziehen konnte, was vor sich ging, musste sich Siegerin Osaka ("Es war immer mein Traum, gegen Serena in einem Grand-Slam-Finale zu spielen") bei der Siegerehrung auch noch lautstarke Buhrufe anhören - wenngleich diese wohl eher nicht explizit gegen sie gerichtet waren.

"Jetzt wird nicht mehr gebuht!"

Serena Williams in Richtung der Tennis-Fans

Williams selbst zeigte in diesem Moment aber trotz ihrer eigenen verdrückten Tränen Größe, tröstete die ebenfalls vehement weinende Kontrahentin und brachte die Tennis-Fans auch mit bewegenden Worten letztlich auch auf die Seite der japanischen Siegerin. Ein Auszug daraus: "Das ist ihr größter Erfolg ihrer Karriere, jetzt wird nicht mehr gebuht! Wir alle müssen das positiv sehen."

Faire Geste: Serena Williams (links) gratuliert Naomi Osaka zum Sieg. © Getty Images

Court führt weiterhin vor Williams

Ein großer Wermutstropfen bleibt aber: Williams verpasste mit dieser Niederlage ihren siebten Erfolg bei den US Open und wie schon zuletzt beim verlorenen Wimbledon-Finale gegen Angelique Kerber ihren insgesamt 24. Grand-Slam-Titel.

Damit hat die einstige Nummer eins bei den vier größten Turnieren weiterhin einen Erfolg weniger als Rekordhalterin Margaret Court aus Australien (24 Titel).

Die Rekordsieger bei Grand-Slam-Turnieren:

1. Margaret Court (Australien): 24
2. Serena Williams (USA): 23
3. Steffi Graf (Brühl): 22
4. Roger Federer (Schweiz): 20
5. Helen Wills Moody (USA): 19
6. Chris Evert (USA): 18
6. Martina Navratilova (USA): 18
8. Rafael Nadal (Spanien): 17
9. Novak Djokovic (Serbien): 13
10. Billie Jean King (USA): 12
10. Suzanne Lenglen (Frankreich): 12
10. Roy Emerson (Australien): 12

mag/dpa