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07.03.2015, 00:03

Davis Cup: USA in Not - Serbien auf Kurs

0:2 - Struff und Kohlschreiber droht der Abstieg!

Die Revanche gegen Frankreich sollte es werden: Im letzten Jahr unterlag das deutsche Davis-Cup-Team nach einer 2:0-Führung am Ende mit 2:3 gegen Frankreich. Diesmal läuft es anders herum - zumindest am ersten Tag. Nachdem Jan Lennard Struff Gilles Simon nach heißem Kampf im fünften Satz unterlegen war, verlor bei seiner Rückkehr auch Philipp Kohlschreiber gegen Gael Monfils.

Jan Lennard Struff
Ging als Davis-Cup-Debütant gegen Gilles Simon gleich über fünf Sätze: Jan Lennard Struff.
© getty imagesZoomansicht

Dem deutschen Davis-Cup-Team droht der bittere Gang in die Abstiegsrelegation. Im Erstrundenduell mit Frankreich liegt die Mannschaft des neuen Kapitäns Michael Kohlmann nach dem ersten Tag mit 0:2 zurück und muss damit die restlichen drei Partien gegen den Vorjahresfinalisten gewinnen, um doch noch wie im Vorjahr den Sprung ins Viertelfinale zu schaffen - ein wohl aussichtsloses Unterfangen. Bislang sind Benjamin Becker und Andre Begemann für die Partie an diesem Samstag (13.00 Uhr) vorgesehen.

In der voll besetzten Frankfurter Fraport Arena verpasste Debütant Jan-Lennard Struff zunächst eine Überraschung gegen den französischen Spitzenspieler Gilles Simon nur hauchdünn. Struff musste sich trotz einer ganz starken Leistung nach fast viereinhalb Stunden mit 6:7 (4:7), 6:2, 7:6 (7:1), 2:6, 8:10 geschlagen geben.

Danach stand Kohlschreiber gegen Gael Monfils auf verlorenem Posten. Die gesundheitlich noch angeschlagene Nummer eins unterlag dem französischen Tennis-Exzentriker mit 4:6, 5:7, 6:7 (4:7). Kohlschreiber versuchte gegen Monfils zwar alles. Dem Augsburger waren die Nachwirkungen seiner fiebrigen Erkältung aber anzumerken. "Ich habe nicht mein bestes Match gezeigt, das brauchst du aber, um gegen einen so guten Spieler zu gewinnen", sagte er bei "Sat1 Gold".

Bis Donnerstag hatte der Einsatz des 31-Jährigen sogar noch auf der Kippe gestanden. Nach den Vorkommnissen im vergangenen Jahr, als Kohlschreiber gegen Spanien am letzten Tag wie Tommy Haas und Florian Mayer beim Stand von 3:0 zum bedeutungslosen letzten Einzel nicht angetreten war und damit für einen Eklat gesorgt hatte, wollte der Bayer aber wohl nicht schon wieder für Unruhe sorgen. Schließlich hatten schon sein vom neuen Präsidium gefordertes Comeback und die damit einhergehende Trennung von Teamchef Carsten Arriens für viel Wirbel gesorgt.

Gegen den stark aufspielenden Monfils hatte Kohlschreiber nur im zweiten Satz eine Chance auf die Wende. Er zog auf 5:2 davon, verlor dann aber fünf Spiele in Serie und den Satz mit 5:7. "Der zweite Satz hat wehgetan. Er hat mir eine Chance gegeben, ich habe sie nicht genutzt", haderte der Bayer.

Am Ende überwiegt ganz klar die Enttäuschung.Jan Lennard Struff

Struff hatte zuvor eines der besten Spiele seiner Karriere gezeigt. "Natürlich freu' ich mich, dass ich ein gutes Match gezeigt habe. Aber am Ende überwiegt ganz klar die Enttäuschung, dass ich die Partie verloren habe", sagte Struff nach dem Marathon-Match. Struff, der etwas überraschend den Vorzug vor Becker erhalten hatte, zeigte von Anfang an eine couragierte Leistung. Von Nervosität war beim Sauerländer kaum etwas zu spüren. Obwohl er den ersten Satz unglücklich mit 4:7 im Tiebreak verlor, blieb er seiner Linie treu und brachte den klar favorisierten Simon immer wieder in Bedrängnis. Nach 1:32 Stunden schaffte er den Satz-Ausgleich.

Danach lieferten sich Struff und Simon einen erbitterten Fight. Struff wehrte beim Stand von 4:5 drei Satzbälle ab und sicherte sich den Abschnitt wenig später im Tiebreak. Der neue Teamchef Michael Kohlmann sprang von der Bank auf und ballte die Faust. Allerdings ließ die Konzentration bei Struff dann ein wenig nach, so dass sich Simon den vierten Satz schnell mit 6:2 sichern konnte. "Schade, dass ich den Schwung des gewonnenen dritten Satzes nicht mitnehmen konnte." Im entscheidenden Durchgang war der Warsteiner dann aber wieder voll da. Beim Stand von 7:7 war Struff nur zwei Punkte vom Matchgewinn entfernt, wenig später musste er sich aber doch geschlagen geben.


Davis-Cup-Ergebnisse

In Glasgow: Großbritannien - USA 2:0

Andy Murray - Donald Young 6:1, 6:1, 4:6, 6:2
James Ward - John Isner 6:7 (4:7), 5:7, 6:3, 7:6 (7:3, 15:13

In Ostrau: Tschechien - Australien 0:2

Lukas Rosol - Thanasi Kokkinakis 6:4, 6:2, 5:7, 5:7, 3:6 Jan Vasely - Bernard Tomic 4:6, 3:6, 6:7 (5:7)

In Astana: Kasachstan - Italien 1:1

Mikhail Kukushkin - Simone Bolelli 7:6 (8:6), 6:1, 6:2
Andrey Golubev - Andreas Seppi 3:6, 3:6, 7:6 (7:5), 2:6

In Buenos Aires: Argentinien - Brasilien 1:1

Carlos Berlocq - Joao Souza 4:6, 6:3, 7:5, 3:6, 2:6
Leonardo Mayer - Thomas Bellucci 6:4, 6:3, 1:6, 6:3

In Kraljevo: Serbien - Kroatien 2:0

Novak Djokovic - Mate Delic 6:3, 6:2, 6:4
Viktor Troicki - Borna Coric 4:6, 1:6, 6:3, 6:2, 6:1

In Lüttich: Belgien - Schweiz 1:1

Ruben Bemelmans - Henri Laaksonen 6:1, 7:6 (8:6), 4:6, 0:6, 2:6
Steve Darcis - Michael Lammer 6:3, 6:1, 6:3

dpa

07.03.15
 
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