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08.06.2013, 20:31

French Open: Nummer eins holt 16. Grand-Slam-Triumph

Mit Power zum Titel: Williams entthront Sharapova

Maria Sharapova schrie, biss, kämpfte - und war am Ende doch einmal mehr chancenlos gegen ihre langjährige Angstgegnerin: Serena Williams hat sich am Samstag zum zweiten Mal nach 2002 zur French-Open-Siegerin gekrönt. Mit 6:4 und 6:4 entschied die US-Amerikanerin den packenden Final-Fight für sich, weil sie buchstäblich auf alles eine Antwort hatte.

Serena Williams
Gewann das Psycho-Duell gegen Maria Sharapova auf beeindruckende Weise: Serena Williams.
© Getty ImagesZoomansicht

So kann auf der Damen-Tour kaum eine andere Spielerin ein Match beenden: Mit einem Ass von sagenhaften 198 Stundenkilometern verwandelte Serena Williams im French-Open-Finale ihren ersten Matchball, es war ein ebenso gebührender wie symptomatischer Abschluss. Gegen die schiere Gewalt der Weltranglistenersten hatte Titelverteidigerin Maria Sharapova letztlich keine Chance.

Von Anfang an war es enger Kampf auf physischer, aber auch psychischer Ebene: Sharapova ließ sich von einem frühen 0:40 nicht einschüchtern, bot Williams' übliches Power-Tennis mutig die Stirn und führte wenig später mit 2:0. Als Williams beim Stand von 15:40 gleich der nächste Aufschlagverlust drohte, reagierte sie - mit einem einfachen, aber effektiven Kniff: Auf einmal begann sie wie ihre Kontrahentin bei jeder Ballberührung zu stöhnen. Als sie dann 3:2 führte, zeigte sie Sharapova bewusst ihre geballte Faust.

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Sharapova hält vergeblich dagegen

Sharapova jedoch ließ sich in keiner Phase unterkriegen, ungeachtet der zwölf Niederlagen, die ihr Williams seit 2004 am Stück eingeschenkt hatte. Erst beim Stand von 4:4 kassierte die blonde Russin das entscheidende Break im ersten Satz. Weil sie insgesamt drei Ballwechsel mehr gewonnen hatte, führte Williams nach 51 Minuten mit 6:4 - welch ein Kampf!

Daran änderte sich auch im zweiten Durchgang nichts. Sharapova versuchte alles, packte immer wieder Weltklasse-Schläge aus, doch auch jetzt fand die keinesfalls fehlerfreie Williams bei windigen Wetterverhältnissen auf fast alles die richtige Antwort. Dass sie nach 30 Siegen am Stück auf der Tour nur so vor Selbstvertrauen strotzte, war ihr in jeder Faser anzumerken. So war das entscheidende Break nur eine Frage der Zeit. Nach 1:46 Minuten knallte Williams Sharapova schließlich das siegbringende Ass ins Feld und sank überglücklich zu Boden.

Ich bin oft hier, ich arbeite hier. Ich glaube, ich bin eine Pariserin.Serena Williams

"Es war wirklich sehr schwierig", bekannte die derzeit Beste im Damen-Tennis hernach. "Ich war so nervös, weil ich wusste, dass ich hier gewinnen muss. Ich hätte nie gedacht, dass ich das nach elf Jahren noch einmal schaffen kann." Zu verdanken hat sie es zu großen Teilen ihrem Berater (und Geburtstagskind) Patrick Mouratoglou, in dessen Akademie vor den Toren Paris' sie sich im vergangenen Jahr zurückgezogen hatte. Seitdem verlor sie von 76 Matches nur drei.

Serena Williams nach dem Matchball
Die Fäuste zum Himmel: Serena Williams nach dem verwandelten Matchball.
© Getty Images

Auch anderweitig entwickelte sich Williams in den letzten Jahren weiter - ihr Interview auf dem Court führte sie auf französisch. "Ich habe vor zehn Jahren gesagt, dass ich hier mal mit der Trophäe von Roland Garros stehen werde und Französisch spreche. Jetzt ist es wahr. Danke an meinen Vater, der nicht hier ist, danke an meine Mutter" - sie hielt kurz inne - "oh, meine Mutter versteht mich nicht..."

Williams ist jetzt die älteste French-Open-Siegerin

Ihr gehe es nicht um Bestmarken und Rekorde, behauptet Williams immer wieder, trotzdem sammelt sie sie weiter haufenweise ein. 31 Siege am Stück schaffte sie noch nie, mit 31 Jahren und 247 Tagen ist sie nun die älteste Siegerin in der Ära des Profitennis (seit 1968) in Roland Garros. Und ihr 16. Grand-Slam-Titel bringt sie den Besten näher: Martina Navratilova und Chris Evert haben jetzt nur noch zwei Trophäen mehr, Steffi Graf ist noch sechs entfernt. Mit Wimbledon und den US Open bleiben Williams 2013 noch zwei Chancen - auf Belägen, die ihr weitaus besser liegen als der Sand von Paris.

Doppel: Bryan-Zwillinge wiederholen Erfolg von 2003

Im anschließenden Doppel-Finale der Herren haben die US-Zwillinge Bob und Mike Bryan nach zehn Jahren wieder den Titel bei den French Open gewonnen. Die Olympiasieger setzten sich am Samstag im Finale 6:4, 4:6, 7:6 (7:4) gegen die Franzosen Michael Llodra und Nicolas Mahut durch.

Das French-Open-Finale der Damen in Bildern
Elf Jahre später: Williams regiert Paris wieder
Gutes Wetter und ein Topduell vor der Brust: Die Zuschauer ließen sich locken vom Aufeinandertreffen der Nummer eins und Nummer zwei - Serena Williams und Maria Sharapova bestritten am Samstag das French-Open-Finale der Damen.
Gedränge am ersten Finaltag

Gutes Wetter und ein Topduell vor der Brust: Die Zuschauer ließen sich locken vom Aufeinandertreffen der Nummer eins und Nummer zwei - Serena Williams und Maria Sharapova bestritten am Samstag das French-Open-Finale der Damen.
© Getty Images

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08.06.13
 
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weitere Infos zu S. Williams

Vorname:Serena
Nachname:Williams
Nation: USA
Profi seit:1995
Weltranglistenplatz:1

weitere Infos zu M. Sharapova

Vorname:Maria
Nachname:Sharapova
Nation: Russland
Profi seit:2001
Weltranglistenplatz:2

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French Open

Austragungsort:Paris
Land: Frankreich
Modus:Grand Slam
Die letzten Sieger:
2014  Maria Sharapova
2013  Serena Williams
2012  Maria Sharapova
2011  Na Li
2010  Francesca Schiavone

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