| Vorname: | Andy |
| Nachname: | Murray |
| Nation: | Schottland |
| Profi seit: | 2005 |
| Weltranglistenplatz: | 2 |
Es war zwar schon das Halbfinale, und doch so etwas wie die erste echte Bewährungsprobe des Jahres für Andy Murray. Zu locker war der Weltranglistendritte durch das erste Grand-Slam-Turnier des Jahres gerauscht, nicht einen Satz hatte er auf dem Weg unter die letzten Vier abgegeben. Spätestens jetzt, mit dem Viersatzsieg gegen Roger Federer, ist klar: Murray ist bereit für den nächsten großen Wurf.
Nach dem Olympia- und US-Open-Sieg winkt der dritte Triumph in Folge, nachdem man ihm zwischenzeitlich schon eine Grand-Slam-Phobie, ein regelmäßiges Versagen auf großer Bühne nachgesagt hatte. Unvergessen seine Tränen nach dem verlorenen Wimbledon-Finale gegen Federer im letzten Jahr - es sind bis heute Murrays letzten geblieben.
"Natürlich profitiere ich davon, dass ich in der letzten Saison endlich auch wichtige Matches gewinnen konnte", sagte Murray nach seiner exakt vierstündigen Grand-Slam-Revanche gegen den Schweizer "Maestro".
In der lautstarken Rod-Laver-Arena fand der Ivan-Lendl-Schüler bei nicht gerade sommerlichen Temperaturen den besseren Zugang zum Halbfinale, obwohl er anders als der äußerst nachtaktive Federer seine ersten Night Session seit Turnierbeginn zu absolvieren hatte. Federer brauchte den ersten Satz, um ins Match zu finden - es sollte sich rächen. Murrays 6:4 war der Grundstein für ein Duell, das noch hochklassig und dramatisch werden sollte.
Schwer umkämpft war schon der zweite Durchgang, den sich Federer im Tiebreak nach 1:4-Rückstand noch mit 7:5 schnappte - gleichbedeutend mit Murrays erstem Satzverlust beim "Happy Slam" 2013. Es war zahlenmäßig ein Duell auf Augenhöhe, und doch wurde man das Gefühl nicht los, dass Murray in den entscheidenden Momenten die besseren Ideen, die noch präziseren Schläge im Repertoire hatte. Es war eine Augenweide zu sehen, wie Murray Ball um Ball auf die Linie setzte. Sein Druck auf Federer war enorm, in der Gewinnschlag-Statistik führt er bald klar. Ein Break reichte Murray schließlich, um per 6:3 wieder mit 2:1 Sätzen in Führung zu gehen.
Das Match spitzte sich zu. Murray vergab eine frühe Breakchance im vierten Satz, weil er ausrutschte. Eine Schrecksekunde ohne gesundheitliche Folgen, allerdings nahm ihm Federer alsbald den Aufschlag ab. Murray konterte, holte ein 1:4 auf - und erhöhte mit einem Zu-Null-Break auf 6:5. Er servierte zum Sieg, und wurde schmerzlich daran erinnert, mit wem er es auf der anderen Seite des Netzes eigentlich zu tun hatte: Mit dem Rücken zur Wand spielte Federer auf einmal sein allerbestes Tennis, minimierte die Fehlerquote, glich zum 6:6 aus und setzte sich, quasi im Rausch, auch im folgenden Tiebreak mit 7:2 durch.
Sollte Murray jetzt, wie früher, beginnen zu wackeln? Verlor er die Nerven? Von wegen. Schnell schlüpfte er wieder in die Rolle des Dominators, scheuchte Federer über den Center Court - und beendete den Thriller abrupt und voller Coolness mit 6:2. Eine Glanzleistung des 25-Jährigen! Der elfte Sieg im 20. Duell mit Federer, der erste bei einem Grand-Slam-Turnier.
„Ich muss bereit sein für die Schmerzen, die mich erwarten.“Andy Murray über das Finale gegen Novak Djokovic
Auf Murray kommt das dritte Melbourne-Finale zu - und jetzt will er endlich zum ersten Mal gewinnen. Novak Djokovic, der sein Halbfinale gegen David Ferrer im Schnelldurchgang gewonnen hatte, heißt der Gegner. Wie 2011 - damals, als Murray noch Murray das Nervenbündel war. "Es wird wie immer ein sehr physisches Match gegen Novak", prophezeit der Brite. "Ich muss bereit sein für die Schmerzen, die mich dann erwarten."
| Austragungsort: | Melbourne |
| Land: | Australien |
| Modus: | Grand Slam |
| Die letzten Sieger: | |
| 2013 | Novak Djokovic |
| 2012 | Novak Djokovic |
| 2011 | Novak Djokovic |
| 2010 | Roger Federer |
| 2009 | Rafael Nadal |