| Vorname: | Serena |
| Nachname: | Williams |
| Nation: | USA |
| Profi seit: | 1995 |
| Weltranglistenplatz: | 1 |
Die Sterne standen nicht gut für Agnieszka Radwanska vor ihrem ersten Grand-Slam-Finale. Die 23-Jährige, die als erste Polin überhaupt in ein Major-Finale eingezogen war, klagte vor dem Endspiel über gesundheitliche Probleme. "Ich habe hier viele Matches im Regen und im kalten Wind gespielt und ich fühle mich schon seit einigen Tagen nicht gut", hatte Radwanska nach ihrem Halbfinalsieg gegen Angelique Kerber erklärt, um am Freitag eine angesetzte Pressekonferenz aufgrund von Atemproblemen abzusagen. "Unglücklicherweise kann ich nicht für längere Zeit sprechen", erklärte die Weltranglisten-Dritte in einer Mitteilung des Turnierveranstalters.
Bis zum Finale gegen die ohnehin favorisierte viermalige Wimbledon-Siegerin Serena Williams (USA) wurde die Polin offenbar nicht ganz fit. Das zeigte sich direkt im ersten Satz, den Williams im Eiltempo mit 6:1 für sich entschied. Die US-Amerikanerin glänzte diesmal zwar weniger durch Asse, dafür umso mehr durch Winner (16 schlug die US-Amerikanerin, nur zwei gelangen ihrer Gegnerin).
Danach bekam Radwanska aber Hilfe von oben, der Himmel öffnete seine Schleusen und das Match musste kurzzeitig wegen Regens unterbrochen werden. Die Pause schien der Polin gut zu tun, Durchgang zwei konnte sie nun offener gestalten. Dennoch blieb Williams zunächst weiterhin tonangebend und zeigte vor allem bei eigenem Aufschlag keine Schwächen. Anders Radwanska, die früh das Break kassierte und plötzlich mit dem Rücken zur Wand stand.
Die Nummer drei der Welt fand dann aber ihr Kämpferherz und zugleich eine Lösung für das kraftvolle, auf schnelle Punkte ausgelegte Spiel von Williams. Radwanska war fortan darum bemüht, das Tempo langsam zu halten und in lange Ballwechsel zu kommen, was sich für sie bald auszahlen sollte. Beim Stand von 3:4 kam die Polin, die 2005 als Juniorin bei den All England Championships gewonnen hatte, zu ihrem ersten Breakball und nutzte diesen direkt, wenngleich ein unnötiger Fehler der US-Amerikanerin den Punkt schlussendlich bescherte.
Im Anschluss ging die junge Polin, die das Publikum auf ihrer Seite wusste, erstmals in Führung (5:4). Eine neue Situation für Williams, die in diesem Match erstmals unter Druck geriet und gegen den Satzverlust servieren musste. Die Nummer 6 der Welt schrie, kämpfte, drosch die gelbe Filzkugel nach vorne und zog sich so vorerst wieder aus ihrem Tief. Radwanska war jetzt allerdings obenauf, brachte ihren Aufschlag sicher durch und sorgte somit für erneutes Zittern bei Williams. Und die 30-Jährige zeigte nun Nerven, gewährte ihrer Kontrahentin direkt zwei Breakbälle und jagte den ersten gleich ins Netz - Satzausgleich!
Die Entscheidung musste also im dritten Satz fallen. Dieser begann zunächst ausgeglichen, das Pendel schlug aber mit zunehmender Dauer zugunsten von Williams, die sich wieder gefangen hatte, aus. Die US-Amerikanerin schaffte das Break zum 3:2 und brachte im Anschluss ihr Service sicher durch. Danach folgte das Schlüsselspiel. Radwanska lag urplötzlich mit 0:40 zurück, machte dann aber drei Punkte in Folge - den dritten mit einem glücklichen Netzroller - und brachte ihren Aufschlage trotzdem nicht durch. 5:2 für Williams, die nun zum Matchgewinn aufschlagen durfte und sich jetzt nicht mehr narren ließ.
Serena Williams gewann mit 6:1, 5:7 und 6:2 und setzte sich damit zum fünften Mal die Krone von Wimbledon auf. In diesem Punkt zieht sie mit ihrer älteren Schwester Venus gleich. Nur Steffi Graf (7) und Martina Navratilova (9) konnten bei den All England Championships öfter gewinnen. "Oh Gott, ich kann es gar nicht beschreiben - ich bin wieder da und ich bin so glücklich", sagte Williams stolz, die ab Montag die neue Nummer 4 der Welt sein wird. Radwanska wird dann Nummer 2 sein, was ihr aber nur ein schwacher Trost sein dürfte. Unter Tränen gab sie sich dennoch tapfer: "Das waren wohl die zwei besten Wochen meines Lebens."
Ein Riesenerlebnis durfte auch der britische Tennisprofi Jonathan Marray feiern. Er hat als erster Brite seit 76 Jahren den Doppeltitel in Wimbledon gewonnen. An der Seite seines dänischen Partners Frederik Nielsen gewann Marray das Finale gegen Robert Lindstedt (Schweden) und Horia Tecau (Rumänien) 4:6, 6:4, 7:6 (7:5), 6:7 (5:7), 6:3. Lindstedt/Tecau, die im Halbfinale die Wimbledonsieger von 2010, Philipp Petzschner (Bayreuth) und Jürgen Melzer (Österreich) bezwungen hatten, verloren damit ihr drittes Wimbledonfinale in Serie.
| Austragungsort: | London |
| Land: | England |
| Modus: | Grand Slam |
| Die letzten Sieger: | |
| 2012 | Serena Williams |
| 2011 | Petra Kvitova |
| 2010 | Serena Williams |
| 2009 | Serena Williams |
| 2008 | Venus Williams |