
Unerwarteter Erfolg für Philipp Kohlschreiber in Halle: Beim Rasenturnier in Westfalen hat der Augsburger im Viertelfinale French-Open-Gewinner Rafael Nadal aus dem Wettbewerb geworfen. Der 28-jährige Titelverteidiger gewann am Freitag gegen den Weltranglisten-Zweiten aus Spanien in zwei Sätzen mit 6:3 und 6:4.
Kohlschreiber machte nicht nur nach eigener Aussage "nichts falsch". Der Weltranglisten-34. spielte aggressiv und returnierte bei Nadals Aufschlag herausragend. Jeweils ein Break gelang ihm in jedem Satz. Bei eigenem Service ließ Kohlschreiber nur drei Breakbälle zu, wehrte diese allerdings mit Bravour ab. Ganze drei Punkte gab er nach seinem ersten Aufschlag ab, was allerdings auch ein Zeichen für Nadals Returnschwäche war. "Ich bin überglücklich. Ich hatte einen Traumtag. Das war der größte Sieg meiner Karriere", sagte "Kohli".
Nadal kommentierte lapidar: "Ich hatte einfach zu wenig Zeit zu trainieren. Und er hat einfach besser als ich gespielt." Sprach's und verschwand nach Mallorca, um ein paar Tage auszuspannen. Im Halbfinale kommt es nun zu einem rein deutschen Duell. Denn am Abend setzte sich Tommy Haas gegen Tomas Berdych (Tschechien) mit 6:4, 3:6 und 7:5 durch.
Der Sieg gegen den an Nummer drei gesetzten Berdych dürfte den mit einer Wildcard gestarteten Haas viel Selbstvertrauen geben. Denn der 26-Jährige, der im Jahr 2007 in Halle triumphierte und im Jahr 2010 im Finale von Wimbledon stand, gilt als einer der besten Rasenspieler auf der ATP-Tour. Doch Haas, mittlerweile auf Rang 87 in der Welt abgerutscht, hielt glänzend dagegen. Besonders bei seinem ersten Aufschlag zeigte sich der Wahl-Amerikaner sicher und machte 85 Prozent der Punkte.
Selbst als im zweiten Satz der Faden riss, behielt Haas die Nerven. Im entscheidenden Durchgang rang er Berdych dann mit einer Energieleistung nieder.
"Ich bin überglücklich, dass ich das Halbfinale erreicht habe", meinte Haas.
Eine Menge Arbeit hatte Roger Federer (Schweiz) gegen Milos Raonic (Kanada) zu verrichten, am Ende setzte sich der Schweizer aber mit 6:7, 6:4 und 7:6 durch. Der Kanadier schlug insgesamt 25 Asse, etliche davon über 220 Stundenkilometer schnell. "Ich bin froh, dass ich jetzt gegen ihn gespielt habe, denn am Ende seiner Karriere schlägt er wahrscheinlich mit 300 km/h auf", sagte Federer nach der Partie.
Im ersten Halbfinale am Samstag trifft die langjährige Nummer eins der Welt auf Mikhail Youzhny. Der Russe setzte sich gegen den Tschechen Radek Stepanek mit 6:4, 4:6 und 6:4 durch.
| Rang | Nation | Name | Punkte | |
|---|---|---|---|---|
| 1 | ![]() |
N. Djokovic | 12.310 | |
| 2 | ![]() |
A. Murray | 8.670 | |
| 3 | ![]() |
R. Federer | 8.000 | |
| 4 | ![]() |
R. Nadal | 6.895 | |
| 5 | D. Ferrer | 6.740 | ||
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