In Titeln und Weltranglistenplätzen hatte sich der jüngste Aufschwung im deutschen Damen-Tennis bereits niedergeschlagen, 2012 sollte nun, da kein Land mehr Top-20-Spielerinnen vorweisen kann, der Fed-Cup-Sieg in Angriff genommen werden. Zwei Duelle später gehört die Auswahl von Teamkapitänin Barbara Rittner nicht mehr zu den acht besten Nationen der Weltgruppe I und muss am 9./10. Februar 2013 gegen Argentinien, Frankreich, Spanien oder die Schweiz um den Wiederaufstieg kämpfen. Mindestens ein verlorenes Jahr - wie konnte das passieren?
"An der Qualität", ist sich Rittner sicher, "liegt es bei uns nicht. Jede für sich hat schon bewiesen, was sie kann." In der Tat: Angelique Kerber reiste als formstärkste deutsche Spielerin nach Stuttgart, hatte 2012 bereits die Turniere in Paris und Kopenhagen gewonnen. Julia Görges holte zum Beispiel den Titel beim Spitzenturnier in Stuttgart 2011, Andrea Petkovic wurde nicht umsonst erste Top-Ten-Spielerin seit Anke Huber.
Trotzdem verlor das Trio jeweils ein Einzel beim Relegationsspiel gegen Australien am Wochenende. Warum? "Es fehlt meiner Mannschaft noch an der Reife", glaubt Rittner, "wir müssen als Team ruhiger werden." Außerdem sei der Fed Cup "nochmal eine ganz andere Herausforderung". Und nicht zuletzt war der Anspruch gehörig gewachsen. "Vielleicht haben wir uns ein bisschen übernommen", mutmaßt Rittner. "Wir wollten den Titel so sehr und sind dabei vielleicht verkrampft."
Doch reicht das als Ursachenforschung? Das Problem fehlender Nervenstärke ist schließlich nicht neu - Tränen hatte es erst in Runde eins gegen Tschechien (1:4) gegeben -, dazu fehlte mehr oder weniger offensichtlich die körperliche Frische, was, streng genommen, auch auf Rittner als Nominierungsverantwortliche zurückfällt.
Kerber jedenfalls sprach nach ihrer Auftaktniederlage davon, "nicht gerade die beste Nacht" hinter sich zu haben ("So etwas habe ich noch nie erlebt"), Görges erklärte angesichts ihrer jüngsten Angina, "körperlich nicht in der Lage" gewesen zu sein, ihr bestes Tennis abzurufen. Und Petkovic, die am Sonntag die Kastanien aus dem Feuer holen sollte, merkte man die fehlende Form nach ihrem Ermüdungsbruch deutlich an. Punktegarantinnen wie Australiens Anführerin Samantha Stosur sind alle drei (noch) nicht.
„ Irgendwann werden wir den Titel gewinnen. “ Andrea Petkovic
An der Zielsetzung hat sich trotzdem nichts geändert, der Fed-Cup-Triumph ist längst nicht abgeschrieben. "Irgendwann", versichert Petkovic, die wie die Kolleginnen ab Dienstag beim WTA-Turnier in Stuttgart antritt, "werden wir den Titel gewinnen." Frühestens 2014 ist das möglich. "In naher Zukunft", ist sich auch Rittner "ganz sicher", werde man erreichen, "was wir uns schon für dieses Jahr erträumt haben": die beste der acht besten Nationen zu werden.
| Rang | Nation | Name | Punkte | |
|---|---|---|---|---|
| 1 | ![]() |
N. Djokovic | 12.730 | |
| 2 | ![]() |
A. Murray | 8.750 | |
| 3 | ![]() |
R. Federer | 7.760 | |
| 4 | ![]() |
D. Ferrer | 6.920 | |
| 5 | R. Nadal | 6.895 | ||
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