Halbfinale gegen Murray - Petzschner im Doppel-Endspiel
Nadal komplettiert die Elefantenrunde
Die Elefantenrunde ist perfekt: Nach Novak Djokovic und Roger Federer sind am Freitag (MESZ) auch Andy Murray und Rafael Nadal ins Halbfinale der US Open eingezogen. Damit spielen die Top Four der Weltrangliste den letzten Grand-Slam-Titel des Jahres aus. Am meisten Kraft sparte zum Schluss Nadal, der den leicht angeschlagenen Andy Roddick in drei Sätzen zerlegte. Und im Doppel? Erreichte Philipp Petzschner mit Jürgen Melzer das Finale!

Erleichterung nach 3:24 Stunden: Andy Murray steht im Halbfinale der US Open.
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Der Riese ist gefallen, seine Tiebreak-Serie gerissen: John Isner hat das US-Open-Halbfinale verpasst, Andy Murray war für den 2,06-Meter-Mann am Freitagabend (MESZ) zu stark. Kleinigkeiten gaben beim 7:5, 6:4, 3:6, 7:6 (7:2)-Sieg des Schotten den Ausschlag, und weil diese Big Points fast alle auf Murrays Konto gingen, zog er verdient in die Vorschlussrunde ein.
Im ersten Satz verzog Isner in der entscheidenden Phase eine Vorhand - Break zum 5:6. Das Tief hielt bis in Durchgang zwei - Break zum 0:2. Dann rappelte sich Isner wieder auf, hielt kraftvoll dagegen, verkürzte in Sätzen auf 1:2 und agierte fortan auf Augenhöhe. Knackpunkt war schließlich das zehnte Spiel im vierten Satz: Zwei Breakchancen ließ der US-Amerikaner liegen, eine davon, weil er zu spät das "Hawk-Eye" bemühte.
Zwar rettete er sich in den Tiebreak, und die Menge johlte, hatte Isner doch bislang alle Satzentscheidungen dieser Art im Turnierverlauf für sich entschieden. Diesmal aber stand er sich selbst im Weg: Ein Doppelfehler und ein absolut vermeidbarer Volley-Fauxpas brachten Murray auf die Siegerstraße - nach 3:24 Stunden jubelte der Finalist von 2008.
Den Kampf ums Endspielticket nimmt er nun gegen Rafael Nadal auf, Murray erreichte zuvor schon bei den Australian Open, den French Open und Wimbledon mindestens das Halbfinale. Jetzt soll es endlich auch mit dem ersten Grand-Slam-Titel seiner Laufbahn klappen. Es wäre der erste für einen Briten bei den US Open seit Fred Perry 1936.
Nadal nimmt sich für Roddick 113 Minuten Zeit
Einen Vorteil hat sich Nadal am Freitag schon einmal erarbeitet: Im Gegensatz zu Murray sparte er weiter eifrig Kräfte, mit gerade einmal 14 Sätzen aus fünf Matches erreichte er die Runde der letzten Vier. Mit anderen Worten: Andy Roddick hatte keine Chance. Der US-Amerikaner, der sich mehrfach vom Physiotherapeuten behandeln ließ, stand gegen den Linkshänder aus Mallorca von Beginn an auf verlorenem Posten, die Zuschauer im Arthur-Ashe-Stadium sahen eine höchst einseitige Angelegenheit.
Nadals Demonstration in Zahlen: 35:15 Winner, 13:25 Unforced Errors, 6:0 Breaks, 113 Minuten Spielzeit und 6:2, 6:1, 6:3 in Sätzen. Vor allem mit dem altbekannten Vorhand-Topspin des ehemaligen Weltranglistenersten kam Roddick zu oft nicht zurecht. Murray dürfte eine höhere Hürde werden, auch wenn Nadal gegen den Briten mit 12:4 führt - und in Paris und Wimbledon jeweils im Halbfinale triumphierte.
"Es gibt nichts Besseres": Petzschner vor zweitem Grand-Slam-Titel

Eine Erfolgskombination: Jürgen Melzer und Philipp Petzschner (r.).
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Nur noch ein Schritt fehlt: Philipp Petzschner steht gemeinsam mit seinem treuen Doppelpartner Jürgen Melzer im Finale der Doppelkonkurrenz! Der Bayreuther schaltete an der Seite des Österreichers in der Runde der letzten Vier die italienische Kombination Simone Bolelli/Fabio Fognini mit 6:4, 6:7 (3:7), 6:1 aus und darf nun von seinem zweiten Grand-Slam-Titel nach Wimbledon 2010 träumen. Henner Henkel und Gottfried von Cramm waren vor 74 Jahren die bislang einzigen deutschen US-Open-Finalisten im Doppel.
Gegen wen Petzschner und Melzer - im Einzel übrigens jeweils schon in Runde zwei gescheitert - um den Titel spielen, steht nun ebenfalls fest: Während das weltbeste Doppel, Bob und Mike Bryan, in ihrer amerikanischen Heimat sensationell schon in Runde eins verloren hatten, spielten sich die Polen Mariusz Fyrstenberg und Marcin Matkowski (Sechste der Setzliste) ins Finale. "Für uns geht es nur um den Titel", erklärte Petzschner und sagte euphorisch: "Es gibt nichts Besseres als dieses Gefühl."