Petkovic weiter - Lisicki und Görges raus
Roddick verliert die Nerven - Kohlschreiber profitiert
Ist das der ersehnte Befreiungsschlag für Philipp Kohlschreiber? Nach vielen Niederlagen, einem Absturz in der Weltrangliste und zuletzt einem verzweifelten Trainerwechsel scheint die ehemalige deutsche Nummer eins auf der Suche nach seiner Form fündig geworden sein: Beim Masters in Cincinnati bezwang "Kohli" US-Liebling Andy Roddick - auch weil der seine Nerven nicht im Griff hatte. Andrea Petkovic rettete derweil bei den Damen die deutsche Bilanz.

Der eine diskutiert, der andere lässt sich nicht beirren: Andy Roddick und Philipp Kohlschreiber.
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Ein bisschen positiver darf Philipp Kohlschreiber seit Montagnacht (MESZ) in Richtung US Open blicken, der erste richtig wertvolle Sieg der Hartcourt-Saison ist eingefahren. In der ersten Runde des Cincinnati-Masters kämpfte sich der Augsburger gegen Vorjahres-Halbfinalist Andy Roddick erfolgreich zurück - nach verlorenem ersten Satz und Breakrückstand im zweiten. Am Ende hieß es 6:7 (5:7), 7:5, 6:1 für den Deutschen, der dazu allerdings nicht wirklich glänzen musste.
Entscheidend war Kohlschreibers Gegenhalten Mitte des zweiten Satzes. "Da habe ich angefangen, etwas besser, etwas befreiter zu spielen", resümierte er. "Ich war wieder im Match, und er hat ein bisschen mehr Probleme bekommen." Vor allem bei eigenem Aufschlag, und damit seiner wichtigsten Waffe, tat sich Roddick ungewohnt schwer, zahlreiche Doppelfehler produzierte er - mit Folgen.
Denn zu Beginn des dritten Satzes ballerte Roddick nach einem Doppelfehler, der ihn 30:40 in Rückstand geraten ließ, wutentbrannt einen Ball ins Publikum; und weil er zuvor bereits verwarnt worden war, bedachte ihn der Referee mit einem Punktabzug. Kohlschreiber: "Ich dachte nur: Hoffentlich spielt er jetzt nicht sein bestes Tennis, weil er so wütend ist und jeden Ball mit voller Kraft schlagen will." So kam es nicht, vielmehr war es die Vorentscheidung. Roddick, in den vergangenen Wochen von einer Bauchverletzung gehandicapt, erholte sich von seinem Aussetzer samt minutenlanger Diskussion nicht mehr. Sein überraschendes Fazit: "Offen gesagt habe ich heute besser gespielt, als ich es erwartet hatte."
Für Kohlschreiber, als Weltranglisten-47. 32 Positionen hinter Roddick platziert, geht es in Cincinnati nach seinem womöglich befreienden Erfolg gegen Feliciano Lopez weiter. Tommy Haas dagegen verabschiedete nach einem bitteren 7:6 (7:5), 4:6, 3:6 gegen Juan Monaco wieder einmal früh.
Damen: Petkovic mit viel Mühe, aber besser als Lisicki und Görges
Bei den Damen, die an gleicher Stelle ebenfalls ein topbesetztes Turnier austragen, rettete Andrea Petkovic die deutsche Bilanz. Während Sabine Lisicki und Julia Görges überraschend schon in Runde eins scheiterten, erarbeitete sich Deutschlands Nummer eins einen 5:7, 7:6 (7:5), 6:2-Erfolg gegen die Australierin Jarmila Gajdosova. Sechs Satzbälle brauchte die 23-jährige Weltranglistenelfte dabei für den Satzausgleich - als nächstes wartet "Lucky Loser" Sofia Arvidsson aus Schweden.
„Es war definitiv ein Krimi. Solche Partien machen einen immer stärker, als wenn man gut spielt - dann ist es immer einfach zu gewinnen.“Andrea Petkovic
Nach Wochen des Lächelns musste derweil Lisicki (WTA 22) mal wieder eine Enttäuschung hinnehmen, sie verlor ihr Auftaktspiel mit 4:6, 6:7 (4:7) gegen Shahar Peer (Israel, WTA 24). Dabei kam die Berlinerin erst ins Spiel, als das Match eigentlich schon entschieden war: beim Stand von 0:5 im zweiten Satz. Lisicki wehrte zwei Matchbälle ab, erkämpfte sich das 5:5 und rettete sich in den Tiebreak - vergeblich.